Badetag ist immer! Warum Piepmatz und Co. nicht frieren und keine Probleme mit kalten Füßen haben

Brrr! Morgentoilette in eisiger Umgebung. Während "Er" ziemlich unbeteiligt wirkt, scheint "Sie" das Bad in vollen Zügen zu genießen. Das ist aber nix für Warmduscher. (Foto: Siegbert Werner)
Bis zur Eröffnung der neuen Freibadesaison wird's wohl noch ein Weilchen dauern. Bei Piepmatz und Co. hingegen ist sie ganzjährig. Egal, welche Temperaturen draußen vorherrschen, einer offenen Wasserstelle oder einem eisfreien Bach können die Fiederlinge in den seltensten Fällen widerstehen. Dann ist Körperpflege angesagt, die, nebenbei gesagt, auch Spaß macht. Geht uns bodengestützten Zweibeineren ja so ähnlich.
Vögel baden gerne und ausgiebig. In erster Linie, um ihr Gefieder von Parasiten zu reinigen. Und sie sind da offenbar auch ziemlich kälteunempfindlich. Eine Wachsschicht auf den Federn verhindert, dass die Feuchtigkeit bis auf die Haut dringt. Außerdem ist das Gefieder im Winter dichter und lässt sich aufplustern. Dadurch entsteht eine Isolierschicht aus Luft, die die Kälte abhält.
Mag ja alles sein, trotzdem: So ein gewisses Frösteln lässt sich angesichts dieser Szene nicht ganz unterdrücken. Der Medenbacher Naturfotograf hat dieses Blaumeisen-Pärchen bei der winterlich-unterkühlten Morgentoilette beobachtet. Während "Er" ziemlich unbeteiligt wirkt, scheint "Sie" das Ritual offensichtlich in vollen Zügen zu genießen - rücklings. Lebensfreude pur!
Das Amselmännchen hingegen begnügt sich mit einem Fußbad im eisigen Nass. Was die generelle Frage aufwirft, was die Vertreter der ornithologischen Fraktion uns da wohl voraushaben. Sie verfügen über ein ausgeklügeltes körperinternes Regulierungssystem. Der Heizungsinstallateur meines Vertrauens erklärt das so: Während im Vogelkörper selbst eine Temperatur von etwa 40 Grad vorherrsche, entstehe in den Beinen ein Wärmegefälle. Die Temperatur sinke vom Bauchbereich, wo sie etwa 35 Grad betrage, bis zur Fußsohle auf unter 1 Grad ab.
Das Blut, das vom Körper aus zu den Füßen hinunterfließe, sei warm, während das Blut, das von den Füßen wieder in Richtung Körper hinauf ströme, kalt sei. Zwischen diesen kalten und warmen Blutbahnen, die sehr dicht beieinander liegen, finde nun ein Wärmeaustausch statt. Das kalte Blut aus den Vogelfüßen, das in den Körper aufsteige, kühle das warme Blut auf dem Weg in die Füße ab.
So kommt in den Füßen der Vögel immer nur kaltes Blut an. Ergo können sie bei kalten Außentemperaturen also auch keine kalten Füße bekommen und an selbigen frieren, weil diese ja schon von Natur aus kalt sind. Klingt irgendwie logisch. Das erklärt auch, warum zum Beispiel Enten aber auch Pinguine nicht auf der Eisfläche festfrieren. Wieder was gelernt….
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