Neue Web-Kurzfilmserie: Populäre Musical-Stars reiten auf einem toten Gaul durch Schleswig-Holstein

Tatort-Markierung: Der Gaul ist tot. Und das ist erst der Anfang einer ziemlich skurrilen Mordserie, die die erste Garnitur der deutschsprachigen Musical-Szene personell ziemlich dezimiert.
 
„Uuus Uwe“: Normalerweise ein ganz netter Kerl, aber in der Webserie mimt der beliebte Künstler „Hajo Keller“, einen ziemlich eingebildete Größe seines Fachs. Ein enttäuschter weiblicher Fan nimmt bittere Rache. (Foto: ploenpferd.de)
 
Die Beiden haben jede Menge Spaß. Das ist mal sicher. Aber wer von ihnen muss als nächstes über den Jordan schwimmen? Chris Murray /links) oder Yngve Gasoy Romdal (rechts?. Gute Frage, nächste Frage. (Foto: Florian Caspar Richter)
Fände der Plot seine Entsprechung im realen Leben, das deutschsprachige Musical könnte einpacken. Weil es ihm an zugkräftigen Hauptdarstellern fehlen würde. Die größten Namen der Szene verabschieden sich nach und nach in die ewigen Jagdgründe – allerdings nicht ganz freiwillig. So steht es im Script eines völlig neuen Unterhaltungsformates, das das Genre etwas auf die Schippe nimmt, andererseits aber Sympathien für selbiges generiert und ganz nebenbei die touristische Werbetrommel für Schleswig-Holstein rührt. (Es hätte aber auch jedes andere Bundesland treffen können.) Eine ziemlich ungewöhnliche Melange.
Mit "Das tote Pferd von Plön" ist das Ganze benannt. Ein ebenso bezeichnender wie verwirrender Titel. Immerhin beinhaltet er einen geografischen Hinweis auf den Schauplatz des turbulent-schrägen Geschehens. Willkommen in der hügeligen Seenlandschaft der Holsteinischen Schweiz. Daselbst, am Großen Plöner See, dem größten Binnensee des Landes, findet sich das gleichnamige, 8700 Einwohner zählende Kreisstädtchen, das nicht nur eine Marineunteroffiziersschule beherbergt, sondern auch Sitz des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie ist. Aber das nur nebenbei.

Sterben müssen sie alle!

Ja und hier genau wird die illustre Riege exponierter Musicalstars dezimiert. Und das auf ziemlich unkonventionelle Art und Weise. Das Wie und Warum vermittelt eine ausschließlich für das Internet konzipierte und zunächst auf sechs jeweils fünfminütige Folgen ausgelegte Mini-Fortsetzungsserie. Motto: Ein Song, ein Mord. Teil 1 soll Anfang nächsten Jahres online gehen. Einen anschaulichen Teaser dazu gibt es hier: www.ploenpferd.de
Wie reimte schon der olle Schiller?

Wer trabt denn so spät durch Nacht und Wind,
es ist der Chris Murray, doch er reitet kein Rind,
auch Krögers Uwe hält im Sattel sich topp,
seine Kollegen, sie rasen in vollem Galopp,
durch die Holstein'sche Schweiz, gar landschaftlich schön
auf dem Rücken des toten Pferdes aus Plön.

Tatata! Späßchen…
Hinter dem Projekt stehen Rainer Niermann und Florian Caspar Richter, zwei musical-affine Kreative, deren künstlerische Wurzeln allesamt im Bereich des Musiktheaters liegen und die ihre Präferenzen inzwischen in einer gemeinsamen Produktionsfirma, "Play On Films", bündeln und ausleben. Beide können u.a. auf zahlreiche preisgekrönte Kurzfilme verweisen, die auf Festivals in der ganzen Welt gezeigt wurden. Aber mit dem toten Plöner Gaul betreten auch sie Neuland. Und mit ihnen einige der beliebtesten Bühnenkünstler des deutschsprachigen Raumes: Uwe Kröger, Yngve Gasoy-Romdal, Pia Douwes, Chris Murray, Sabrina Weckerlin, Andreas Bieber, Jan Ammann, Kevin Tarte, Isabel Dörfler, Roberta Valentini, Eric Lee Johnson, Sarah Schütz und andere. Mit im Sattel des todgeweihten Pferdes auch einige Soap-Opera Stars wie Eva-Mona Rodekirchen („GZSZ“, Maren Seefeld), Ulrike Frank („GZSZ“, Katrin Flemming) und Show -Größen wie die Ex-Disco-Queen Penny McLean („Lady Bump“, „Fly Robin Fly“). Und, sicher ist: So hat man diese Künstler noch nie erlebt!

Hochkarätiges Line-Up und tolle Melodien

Aber nicht nur dieses hochkarätige Line-Up garantiert exquisite Kost. Mit Komponist Marc Schubring und Texter Heiko Wohlgemuth sind zwei weitere Schwergewichte der Branche mit im Boot. Da kann eigentlich nix mehr schief gehen.
Eine lokale Musical-Produktion anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten des Landes Schleswig-Holstein ist Ausgangs-, Dreh- und Angelpunkt der aberwitzigen, grotesken Geschichte. Eine Serie mysteriöser und ungewöhnlicher Todesfälle überschattet die Proben. Dass ausgerechnet die Täterin, im Zivilberuf Polizeibeamtin, mit der Untersuchung des Falls/der Fälle betraut wird, unterstreicht das Aberwitzige der Storyline.
Anika Schönhaube (Kerstin Dietrich) hat ihren Jahresurlaub geopfert, um im Amateurchor der Musicalproduktion Seit an Seit mit ihren Idolen mitzuwirken. Doch hier regiert das Chaos. Die Extravaganz und der Egoismus der verpflichteten Künstler, denen es nicht um die Inszenierung, sondern nur um sich selbst geht, rauben der jungen Frau alle Illusionen – und die Nerven. Als sie zufällig eine Lampe umstößt, die, unglücklicher Zufall, einen der just in diesem Moment in einem lächerlichen Pferdkostüm über die Bühne hüpfenden Star erschlägt (die Geburts- und Todesstunde besagten Plöner Pferdes), ist das der Beginn einer ganzen Kette tödlich verlaufender Zwischenfälle. Die aber werden in Folge ganz bewusst und ganz gezielt von Anika Schönhaube herbeigeführt. In dieser Hinsicht erweist sie sich als ebenso kreativ und erfinderisch wie beim Verwischen der Spuren, auf die sie ja selbst als Tatermittlerin stoßen muss... Und so nimmt das Unheil seinen Lauf, bis… Nee, wird natürlich nicht verraten.

Temporeich, lustig, grotesk und abgedreht

Eingebettet ist die groteske und mit viel schwarzem Humor garnierte Handlung in eine Fülle prächtig-eingängiger Schubring'scher Melodien, gewürzt mit ebenso pointierten, treffenden und witzigen Texten aus der Feder Wohlgemuths. Schnelle Schnitte und perspektivisch geschickt kombinierte Szenenwechsel zwischen herrlichen Landschaftspanoramen und dunklen Bühnenwinkeln; große Stimmen und souverän agierende Protagonisten. Die Handlung ist ebenso temporeich und lustig wie absurd, abgedreht und surreal. Wir begegnen blendend disponierten Musicalgrößen, die sich und ihr Genre mal gar nicht so ernst, sondern auf die Schippe nehmen. Und wir sehen Schleswig-Holsteins Schokoladenseiten. Mehr über das Projekt hier: www.ploenpferd.de
Der aufwändige Spaß, und solchen haben die Beteiligten sichtlich allemal ebenfalls, kostet natürlich ein paar Euro. Und es ist, wie erste Einblicke zeigen, alles andere als eine billige Null-Acht-Fuffzehn-Produktion. Im Gegenteil: Um die doch relativ kurzen Folgen in den Kasten zu bekommen, haben die Macher einen immensen Aufwand betrieben und nix dem Zufall überlassen. Sie hoffen, die hohen Auslagen unter anderem auch über eine Crowdfunding-Kampagne wieder herein zu bekommen – zumindest teilweise. Diese läuft in diesen Tagen an. Darüber hinaus ist dieses ambitionierte Projekt auch für die Filmförderung angemeldet.
Den Konzept-Teaser zum Projekt gibt es hier:
http://www.youtube.com/watch?v=v7zKdZ780ag
Klappe, die Erste.
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