Feuerwehr-Nofalldienst: Pilotprojekt im Lahn-Dill-Kreis - Süße Versuchung als rettender Engel im Milka-Chic-Design

Macht was her, keine Frage: Die Feuerwehr steigt in den Rettungsdienst ein. Die Einsatzfahrzeuge sind im dezenten Milka-Design gehalten. Die Namensgebung gilt aber noch als Provisorium.. (Foto: Artemtation)
Die Feuerwehr steigt in den Rettungsdienst ein. Was sich andernorts bewährt hat, soll nun auch im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis greifen. Im Zuge der Neuorganisation des Rettungswesens werden auch die Florianer in selbiges eingebunden, weil sie nachweislich mehr können als nur zu löschen. Erklärtes Ziel der Verantwortlichen ist es, in jeder Großgemeinde einen Standort, in der Regel die Feuerwehrgerätehäuser, vorzuhalten, der von den örtlichen Einsatzkräften bedient und personell bestückt wird. So soll es möglich sein, im Fall der Notfälle die Reaktions- und Eintreffzeiten auch in entlegenen Regionen – und davon gibt es ja hierzulande einige – noch einmal zu reduzieren.
Ob das Ganze funktioniert, will man im Rahmen eines auf sechs Monate Dauer angelegten Pilotversuchs testen, für den die Feuerwehr im Siegbacher Ortsteil Tringenstein ausgesucht worden ist. Die Brandbekämpfer waren ja jüngst zu zweifelhaften medialem Ruhm gelangt, nachdem die vermeintlich linke Berliner Tageszeitung sie wegen „merkwürdiger Trinkrituale“ diskreditiert hatte. Für sie nun eine willkommene Gelegenheit zur Imagepflege.
Die farbliche Gestaltung des neuen Rettungsfahrzeuges war durch die Festlegung auf (ein wie immer geartetes) Blau von Anfang an eingegrenzt. Dieser Farbreiz wird wahrgenommen, wenn Licht mit einer spektralen Verteilung ins Auge fällt, bei der Wellenlängen im Intervall zwischen 460 und 480 nm dominieren. Das machen sich ja auch die deutschen Cops zunutze. Deren grün-kack-beigen Uniformen waren ja schon vor Jahren durch ein gediegenes, seriöses und Vertrauenswürdigkeit ausstrahlendes Dunkelblau abgelöst worden. Eine hellere Variante in Kombination mit Silber wählten die Sheriffs hingegen für die Lackierung der Dienstfahrzeuge.
Blau als Symbol für Ferne, Sehnsucht und Klarheit
Das Bläuliche, von Anfang an unumstritten und akzeptiert, ist also der größte (oder kleinste?) gemeinsame Nenner, der signalisiert: Wir gehören doch alle zu einer Familie! Andererseits, so die Intention, sollten sich die Feuerwehr-Rettungsfahrzeuge wiederum von den früheren grünen Minnas, die inzwischen ja keine mehr sind, abheben. Ein eigens gebildeter Arbeitskreis der Einsatzabteilung „Freude durch Blau“ hat sich daraufhin intensiv mit Farbtheorie, Farbenlehre und, davon ausgehend, den relevanten psychologischen Aspekten auseinandergesetzt.
Vor dem Hintergrund, dass Blau, begünstigt durch das Blau des Himmels und dessen Widerspiegelung im Wasser per se und in seiner Signalwirkung für Ferne, Sehnsucht und Klarheit steht und ihm deshalb eine emotional ausgleichende, beruhigende und mäßigende Wirkung zugeschrieben wird, hatte man auch keine Bedenken zur Variation. Man entschied sich letztendlich für die Design-Variante „Milka“, die zwar etwas ins Lila sticht, dennoch aber zur Spektralverwandtschaft gehört. Außerdem repräsentiert deren reale, süße Entsprechung aus dem baden-württembergischen Lörrach die Honorigkeit einer großen, beliebten Marke. Und die entsprechend designten Kühe kennen ja sogar Großstadtkinder, die ja Fischstäbchen sonst auch ausschließlich in Nord- und Ostsee verorten.
Nun braucht das Kind auch einen Namen. Der gewählte gilt nur als Provisorium, so lange, bis jemanden in Tringenstein etwas Besseres einfällt. Denn es soll ja nicht die „letzte Rettung“ sein, die dieser kecke, mit Hybridantrieb, GPS und Zielerfassungsradar ausgestattete Bolide bringt und verheißt. Besetzt ist er in der Basisversion neben dem Fahrer mit einem Rettungssystemoffizier und einem Rettungssanitäter.
PS: Das ist kein Aprilscherz; PPS: Aber ein Oktoberscherz
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