Betroffenenbericht

Im Gespräch mit seinem Meister | Foto: SCHWARZE-art-PHOTOGRAPHIE

Frank H., erkrankt an MS


Frank H., 10 Jahre POS, gelernter Zerspanungsfacharbeiter hat sich 1989 den Kopf gestoßen, dann war ein Auge weg. So fängt es ja meistens an, sagt Frank H.. Heute weiß er es, dass war der Anfang der MS – der Krankheit mit den 1000 Gesichtern.

Nach der „Wende“ arbeitete Frank H. als Fensterputzer, mit MS und allen seinen Facetten. Eine Arbeit die ihm richtigen Spaß gemacht hat. Noch 10 Jahre hat es dann gedauert bis die Krankheit, MS durch seine Hausärztin festgestellt wurde. Das war 1998. Kurz danach, ist er dann in Rente gegangen.

Am Anfang konnte er nichts mit der Krankheit MS anfangen, erst nach und nach wurde ihm klar wie schwer er wirklich erkrankt ist. Ein Arzt hat mal zu ihm gesagt: Fragen sie sich nie warum gerade ich! „Nur“ 30% der erkrankten sind Männer, daran halte mich, sonst wird man verrückt, sagt Frank H.

1990 habt er zu Gott gefunden und sich taufen lassen. Gott gibt mir Kraft in den dunklen Zeiten, sagt er.
Sehr schnell hat er Anschluss gefunden. Eine Selbsthilfegruppe wurde ein fester Anlaufpunkt. Es gibt sehr viele Menschen die an der MS leiden. In Deutschland sind 120.000 bis 140.000. Die Dunkelziffer dürfte sehr viel höher sein.

Ich war verbittert. Meine Ehe ging auseinander. Mein Glück, sagt er heute. Ich hatte ja nichts weiter zu tun als auf meine Frau zu warten, bis sie von der Arbeit kam. So ist er von einem Dorf nach Erfurt gezogen. Eine kleine Wohnung im Norden der Stadt, wurde sein neues zu Hause.

Die Selbsthilfegruppe ist ihm eine Familie geworden. Auch nach seinem Umzug in die Stadt ist Frank H. dieser SHG treu geblieben. Er schätzt nicht nur die gute Beratung dort. Die monatlichen Treffen geben ihm viel Kraft. Auch die gemeinsamen Ausflüge und vor allem das Reiten machen großen Spaß.

2005 ging dann gar nichts mehr. 5 Wochen Psychiatrie. Dort hat ihm eine der Schwestern vom Karate für Behinderte erzählt hat. Ein Spruch von Hermann Hesse kam ihm in den Sinn. Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. Frank H. meldet sich an, bei einem Karateverein an. Zweimal in der Woche macht er sich auf den Weg um zu trainieren. Er hat es bis zum blauen Gürtel geschafft und kann durchaus auf Erfolge zurückblicken.

Auch sonst war ich nicht mehr allein. Freunde haben mir geholfen. Sie nehmen mich mit zum Fußball, immer noch meine Leidenschaft oder zum Bikertreffen und auch zu Konzerten.

Zurzeit lebt Frank H. allein. Nicht gern wie er mir verrät. Er hatte sich noch mal verliebt und ist mit einer Frau in eine wunderschöne, größere, Behindertengerechte Wohnung gezogen. Die Liebe hat nicht gehalten. So ist es nun mal im Leben. Aufgeben gibt es nicht, sagt er.

In dieser Wohnung gibt einen Hausnotruf. Das ist sehr wichtig und gibt Sicherheit. Die Ergo und Physiotherapie kommt regelmäßig ins Haus. Das macht das Leben ein wenig leichter.

Vor etwa 2 Jahren ist Frank H. nachts ausgerutscht und gefallen. Seit dem sitzt er zeitweise im Rollstuhl. Mit Hilfe von Freunden versucht er seinen Haushalt selbst zu erledigen. Zum bügeln kommt eine Frau. Das ist so gar nichts für ihn.

Mit freundlicher Genehmigung aller beteiligten.
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7 Kommentare
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Gaby Floer aus Garbsen | 17.12.2014 | 06:44  
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Karin Wagner-Lehmann aus Rockenhausen | 17.12.2014 | 08:16  
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