"Ein Haus voll Glorie schauet" - Die Ellgauer Kirche feierte 20. Geburtstag

Die Kirchweihfahne weht im Morgenwind. Das "alte" Ellgauer Kirchlein lädt zum Festgottesdienst
 
Zu Beginn des Festgottesdienstes Geistlicher Rat Hermann-Josef Lampart (links) und Pfarrer Franz Walden.
Ein Haus voll Glorie schauet
Die "neue" Ellgauer Kirche wurde 20 Jahre alt

Von Rosmarie Gumpp

Ellgau: Ein Geburtstag muss gefeiert werden, zumal es auch noch ein "runder" Ehrentag ist. Am 13. November 1994 weihte der damalige Diözesanbischof Dr. Viktor Josef Dammertz die "neue" Ellgauer Ulrichskirche. Den 20. Weihetag ihrer Kirche feierten die Ellgauer mit einem Festgottesdienst, den Pfarrer Franz Walden und Geistlicher Rat i.R. Hermann-Josef Lampart zelebrierten. Pfarrer Lampart war von 1988 bis zum Jahre 2000 Pfarrer in Ellgau und Nordendorf. Unter seiner Regie wurde das Ellgauer Gotteshaus gebaut. Große Unterstützung bekam er vom damaligen Ellgauer Kirchenpfleger Georg Zwerger. Immer wieder kommt Geistlicher Rat Hermann-Josef Lampart, der in seinem Ruhestand in Bergheim bei Augsburg lebt, in "seine" Ellgauer Kirche. Der Kirchenchor unter Konrad und Elke Eser erfreute mit der "Deutschen Händel-Messe", die Musikkapelle Ellgau umrahmte die festliche Eucharistie mit mehreren Chorälen. Ergreifend und schön zugleich am Ende der Messfeier das "Te deum" mit Orgel, Musikkapelle und Volk. In seiner Ansprache würdigte Pfarrer Franz Walden die Talente und Fähigkeiten der Menschen, die diese Kirche geschaffen haben, die ihren Neu- und Umbau ermöglichten. Viele leisteten hervorragende Arbeit im Hintergrund. Ein kurzer Rückblick sei gestattet: Die Vorbereitungen dauern bei derartigen Bauvorhaben meist länger als der eigentliche Um- und Neubau. Das war auch in Ellgau nicht anders. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hatte eine Reihe von Wünschen, Vorschriften und Bedingungen. Staatliche und kirchliche Behörden wollten und mussten einbezogen werden. Es stellte sich die Frage: Wieviel alte Kirche ist nötig und wieviel neue Kirche ist möglich? Die sachgerechte Aufbewahrung der Kunst- und Wertgegenstände musste geregelt werden. Ebenso die angemessene Umbettung einiger Gräber auf einen anderen Platz im Friedhof. Bevor der Neubau des Gotteshauses begonnen werden konnte, musste nach einer "Notkirche" Ausschau gehalten werden, die sich in den Geschäftsräumen der Familie Faidherbe anbot. Am Volkstrauertag 1991 wurde das Allerheiligste in einer feierlichen Prozession in die "Ersatzkirche" überführt, wenige Tage später bewältigten viele fleißige Hände den weiteren Umzug. Somit war die bestehende alte Kirche endgültig für die Umbauarbeiten hergerichtet. Am 25. und 26. April 1992 konnte die Gemeinde erstmals das Modell des künftigen neuen Gotteshauses Sankt Ulrich bewundern. Ende Juli 1992 gab der Bau- und Finanzausschuss der Diözese grünes Licht, im Oktober des gleichen Jahres wurde der außerordentliche Haushaltsplan genehmigt: 5,7 Millionen Mark Gesamtkosten - 4,8 Millionen für den Neubau, 0,9 Millionen für die Sanierung der Werktagskirche oder auch Kapelle. Die Gemeinde Ellgau hatte eine Gesamtsumme von 1,55 Millionen Mark aus Eigenleistungen aufzubringen. Die Bauarbeiten starteten im Oktober/November 1992, am 29. Januar 1993 erfolgte der Spatenstich zum Kirchenneubau. Stück für Stück wuchs das neue Gotteshaus. Am 3. Juli 1993, am Vorabend des Ulrichsfestes, fand bei strahlendem Wetter die Grundsteinlegung fest. Der geweihte Grundstein wurde in den neu entstehenden Kirchenbau eingegliedert. Das Richtfest wurde am 22. Oktober 1993 gefeiert. Während der äußeren Bauphase musste auch die neue Inneneinrichtung der Kirche geregelt werden. Altar, Tabernakel, Ambo, Gestaltung der Altarrückwand und einiges mehr wurden bei dem Künstler und Bildhauer Norbert Zagel in Eggelhof/Achsheim in Auftrag gegeben. Der Kleinaitinger Kunstmaler Franz Kugelmann wurde beauftragt, das Hauptaltargemälde der alten Kirche, die Verherrlichung des heiligen Bischofs Ulrich, als originaltreue Kopie neu zu malen. Das Original ließ sich nicht mehr sinnvoll restaurieren. Die Gemeindemitglieder beteiligten sich immer mehr an den Kosten. So wurden beispielsweise Fenster übernommen, eine neue Glocke bezahlt oder auch für die Turmspitze gespendet. So machten die Ellgauer deutlich, dass dieses neue Gotteshaus auch wirklich ihre Kirche sein sollte. Im Herbst 1994 gingen die Arbeiten mit Hochdruck der Vollendung entgegen. Und so konnte am Sonntag, 13. November 1994 bei strömendem Regen Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes die "neue" und "alte" Ellgauer Kirche ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben. Als Architekten ihrer Kirche werden Hugo Fischer und Harald Lachenmayer in die Ellgauer Annalen eingehen."Die Kirche braucht begeisterte Menschen", so Pfarrer Franz Walden bei seiner Predigt am 20. Weihetag der Ellgauer Pfarrkirche St. Ulrich. Nach dem Gedenken am Ehrenmal traf man sich zum Gedankenaustausch mit Pfarrer Hermann-Josef Lampart im Pfarrheim. Viele Erinnerungen an die Zeiten des Kirchenneu- und -umbaus wurden dabei aufgefrischt.
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Gundu la aus Mannheim | 20.11.2014 | 18:37  
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