Werksbesichtigung Südzucker Rain am Lech am 16.11.16 unter energetischen Gesichtspunkten.

Gruppenfoto muß sein!
  Ein ganz besonderes "Zuckerchen" war die Spezialführung im Südzuckerwerk in Rain am Lech, an der ca. 40 interessierte Mitglieder und Freunde der Bürgerinitiativen Donau Lech gegen Monsterstromtrassen teilnahmen. Die BI Megatrasse-VG-Nordendorf hatte in Zusammenarbeit mir der BI Rain/Sallach zu dieser Veranstaltung eingeladen. Die Südzucker AG in Rain ist ein gutes Beispiel dafür, wie verschiedene Produktionsprozesse umweltschonend, energieeffizient und dabei kostensparend aufeinander abgestimmt werden können. Ca. 2800 Landwirte aus der Region beliefern das Werk mit den Zuckerrüben. Während der Kampagne von September bis ca. Januar werden pro Tag rund 12000 Tonnen Rüben im 24 Stunden-Betrieb verarbeitet. Eine Zuckerrübe besteht zu 75% aus Wasser, welches zum Entladen der Fahrzeuge und zur Zuckerextraktion verwendet wird. Über eine Wasseraufbereitungsanlage gelangt es wieder in diesen Kreislauf zurück. Die benötigte Energie zum Zerkleinern, Erhitzen und Entzuckern der Rüben wird über ein BHKW (Kraft-Wärme-Kopplung) gewonnen. Bilanziell erzeugt das Zuckerwerk seinen gesamten Strom selbst. Bei der Reinigung des Rohsaftes entsteht Carbokalk, der als Dünger wieder den Feldern zugeführt wird. Das werkseigene Labor analysiert hierzu Bodenproben und kann so ganz genaue Düngeempfehlungen für ein optimales Boden-Pflanzen-Gleichgewicht geben. Entzuckerte Rübenschnitzel werden abgepresst, pelletiert und zur Viehfütterung verwendet. Andere Abfallprodukte werden der Biogasanlage zugeführt. So gibt es nur eine sehr geringe Menge an Restabfällen. Bei der Führung erfuhren die Teilnehmer außerdem, dass für 1 kg Zucker ca. 7 Rüben benötigt werden. Das Werk in Rain hat mit seinen inzwischen sieben Silos eine Lagerkapazität von rund 145000 Tonnen Zucker. Ca. 10% der Produktion sind für Privathaushalte bestimmt, der Rest geht an versch. Industriezweige, Bäckereien und die Getränkeindustrie.

Zucker ist ein reines Naturprodukt, das in der Pflanze als Reserve gespeichert wird. Im Südzuckerwerk wird dieser Zucker regional durch den Anbau von Zuckerrüben gewonnen. Im Gegensatz zu den meisten im Ausland gewonnenen Rohrzuckern gibt es keine so langen Transportwege und auch kein Abholzen von Regenwäldern. Das Werk zeigt vorbildlich durch effiziente, optimierte Produktionsprozesse, wie eine Grossproduktion mit unserer Umwelt in Einklang gebracht werden kann. Natürlich gibt es auch noch Luft nach oben, wie z.B. das Betreiben des Fuhrparks mit erneuerbaren Alternativen, ein Umstellen auf LED-Beleuchtung im gesamten Werk und dem Errichten von PV-Anlagen auf dem Werksgelände. Aber Rom wurde ja auch nicht an einem Tag gebaut.

Die Organisatorin Anita Dieminger bedankte sich recht herzlich bei Herrn Trenkler, Herrn Ebert und Herrn Hierath, die sich sehr viel Zeit genommen hatten, komplexe Vorgänge und Fragen vor Ort zu erläutern. Ebenso geht ein herzliches Dankeschön an das Kantinenteam für die wunderbare Bewirtung und an die Firma Südzucker für die Einladung zu dieser energetischen Spezialführung.
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