NICHT MECKERN, MITMACHEN!

Vor- und Rückseite einer Postwurfsendung
 

NICHT MECKERN, MITMACHEN!


Hilfe, jetzt werde ich tatsächlich dazu aufgefordert, bei dem was ich zu bemeckern habe, auch noch mitzumachen!
In unserem Briefkasten fand ich jetzt die vordergründig ROTE KARTE.
Bei der Suche nach einer eMail-Adresse informierte mich das System GOGGLE darüber, dass das Bürgerbüro auch unter dem Namen "SPD-Bürgerbüro Till Backhaus" firmiert. Für Ortsfremde sei angemerkt "Till Backhaus" ist kein Name aus der Sagen- oder Historien-Welt, sondern der Besagte weilt unter uns und gestaltet Politik in Mecklenburg-Vorpommern mit.
"Sie denken sozialdemokratisch und möchten sich mit Ihren Ideen in die Kommunalpolitik einbringen - dann melden Sie sich bei uns. Wir brauchen Sie!
Nicht meckern, mitmachen!
"

Ich mache mir nichts vor, auf de Postkarte könnten statt SPD auch CDU und LINKE und FDP zu lesen sein, und statt sozialdemokratisch solch ebenfalls reizvolle Begriffe wie "christlich", "liberal" oder "sozialistisch". Vielleicht habe ich deren Postkarten oä. schon längst übersehen.

Doch wie ernst kann ich in unserem Staat die halbwegs demokratie-orientierten Parteien wirklich nehmen? - Aus aktueller Sichtweise beschränke ich mich mit meinem Nachdenken auf die SPD, aber es wird einem kritischen Menschen bewusst bleiben, das folgende gilt auch für die anderen.

Da schreien die Parteimitglieder dieser Partei schon wahrlich lange hart und unverdrossen, wo es in unserem Land brennt und welche Fehl-Entwicklungen allein in den vergangenen 20 Jahren eingeleitet und fortgetragen wurden. Doch beim Blick in den Koalotionsvertrag, der doch angeblich die "klare Handschrift der SPD" trägt, ist nicht erkennbar, wo der Aufschrei wirklich sich als erhört niederschlägt.

Oder bleibe ich "kommunalpolitisch", dann erlebe ich mit einem Herrn Till Backhaus als Minister, dass er mit seiner Partei plus CDU seit geraumer Zeit wirklich alles tut, die Kommunalpolitik unmöglich zu machen. Die Spitzenidee der aktuell durchgesetzten Gerichtsreform (CDU-Hoheit - nachweislich ohne erkennbaren Nutzen für das Land und die Bürger) hat überhaupt keine Rücksicht auf die Bürgereinwände genommen. - Der ÖPNV (CDU-Hoheit) in diesem Land wird nur noch im engsten Bereich der Städte über 20.000 Einwohner und an der touristisch überlaufenen Küste gefördert.
Ich habe mich in der Vergangenheit durch Anschreiben an die einzelnen Parteien und (hier im Landkreis) an die einzelnen Abgeordneten nicht mit billigem Meckern eingebracht, sondern Denkansätze geliefert und in einem Fall sogar Grundzüge eines Konzeptes vorgelegt. - REAKTION seitens der SPD (und der anderen) gleich NULL.
Mitmachen ist nicht wirklich erwünscht.

Ein Blick zurück, wie innerhalb dern Parteien die Menschen (Mitglieder) gehört werden, die etwas zu sagen haben, lässt mich als Gast erzittern vor der Ensthaftigkeit der Ignoranz. Die Prominenz ist nur anwesend, wenn sie selbst meint was zu sagen zu müssen und ansonsten geht sie lieber Bänder durchschneiden und Gelder an die Habenden verteilen (das gilt wirklich für alle Parteien - achtet drauf!)
Ich erinnere mich an die wirklich kleine Runde mit einem Ex-Bundesminister innerhalb eines Seminars einer Gewerkschaft. Dort staunten wir anwesenden über die klaren Worte dieses Menschen, der aus der Ebene der Macht kam. Jeden Satz konnten wir unterstreichen und dann folgte aus der Runde die Frage: "Warum hörten wir in den letzten Jahren nicht solche Aussagen? - Da klang das alles ganz anders!" - Es gäbe da so etwas wie eine Partei-Disziplin, da kann nicht einfach jeder sagen, was er für richtig hält und wenn man nach oben kommen will, dann muss man sich eben umsehen, wohin die Reise zur Zeit geht...
Bei einem Bezirksparteitag, der vor allem die Kandidatenauswahl für eine bevorstehende Wahl auf dem Programm abarbeiten musste, war ganz schnell klar, wer die Wahl für den Listenplatz Eins zu gewinnen hatte. Denn dieser hatte genug Geld zur Verfügung, um auch die passende Werbung zu organisieren. Das Argument des viel zu neuen Namens galt nicht, die beiden anderen Bewerber brachten ein Konzept für ihre Aufgabe als gewählte Volksvertreter mit, das war unwichtig, schließlich würde das Wahlkampfprogramm der Landespartei zählen...
SORRY! das ist der Tod im Topf. Ich bin nicht der einzige und erste Gast bei solch einer Scheinheiligen-Versammlung.

Ich erinnere mich an einen ganz süßen Anwerbe-Versuch seitens der FDP. Und wer mich kennt, ich gebe jedem, der mich um ein Gespräch bittet, um mir etwas vorzustellen eine neutrale Chance - auch wenn ich selbst gar nicht um dieses Gespräch ersucht hatte. - Und als ich den Besucher dann nach seiner Einleitung und Einladung fragte, welches denn aus seiner Einschätzung wirklich dafür sprechen sollte, dass ich in seiner Partei Mitglied werde, klappte mir schon nach dem ersten Argument innerlich der Mund herunter. Ich ließ ihn aber erst einmal weiter auflisten, in dem er sie wichtigsten Ziele aus seiner Sicht Stichwortartig benannte. - Und dann folgte meine eher emotionsarm gehaltene Frage: "Wie kommen Sie darauf, dass die Abschaffung der Kirchensteuer für mich ein wesentliche Ziel sei, das umgesetzt werden müsste?" - er würde mich als vernünftigen Menschen einschätzen, der sein Geld auch ganz gut anders anlegen möchte. Mit meiner zweiten Frage verband ich dann aber auch die Bitte, vielleicht von einer weiteren Anwerbung bei mir abzusehen. "Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass Sie mich mit einem Vorurteil belegen und mich nicht einmal nach beruflichen Tätigkeit gefragt haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihre Partei auch bis zur Bundesebene hinauf so arbeitet. Solch eine Partei brauche ich wirklich nicht!"

Wenn eine SPD, CDU, usw nur aus der Sicht des Parteiapparates denken und handeln kann, dann lässt sich nur sagen: DANKE, BRAUCHE ICH NICHT!

Vielleicht kommt Politik irgendwann mal wieder auf dem Boden der Wirklichkeit an.

Deutschland hat sich in den letzten Jahren wirtschaftlich so gut entwickelt wie kaum ein anderer Staat in Europa. Die Wirtschaft geht in das fünfte Wachstumsjahr in Folge, die Beschäftigung liegt auf Rekordniveau, die Einnahmen von Staat und Sozialversicherungen sind gestiegen und haben die öffentlichen Finanzen spürbar entspannt,...

Der Satz stammt nicht von mir, der steht ihm paraphierten Koalitionsvertrag 2013
14% der Menschen in der BRD leben am Rande oder sogar schon in der Armut... Wie Frau Müller (80J) aus ihrem Dorf zum Arzt kommen soll, weiß sie nicht, die 2x24Euro Taxi kann sie sich nicht jeden Monat leisten, denn der Linienbus zu ihrem Dorf fährt nur an Schultagen und nicht zu den Sprechzeiten ihrer Ärzte und ihrer Rente liegt grad über der Befreiungsgrenze...
-- NICHT MECKERN, MITMACHEN! --

Demnächst ist in unserem Bundesland Kommunalwahl - es fehlt schon jetzt erkennbar an Bürgermeister-Kandidaten, viel zu viele der Aktiven haben wegen des zu geringen Gestaltungsrahmens die "Nase voll!"
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6 Kommentare
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Erster Geschichtenerzähler aus Naumburg (Saale) | 29.11.2013 | 11:02  
12.341
Christel Pruessner aus Dersenow | 29.11.2013 | 11:04  
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Erster Geschichtenerzähler aus Naumburg (Saale) | 29.11.2013 | 11:07  
23.102
Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 29.11.2013 | 11:19  
12.341
Christel Pruessner aus Dersenow | 29.11.2013 | 11:37  
23.102
Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 29.11.2013 | 11:48  
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