C R U Z -- das Böse - Reflektion
zum nachdenken |
C R U Z
D A S B Ö S E -
R E F L E K T I O N
Ist der Mensch gut?
Gottes Ebenbild?
Oder Belzebub Beherrscher der Welt?
Es zersprengt mir die Stirn
Und die Kopfhaut bebt
Wann fing es an?
War es immer so?
Abel und Kain
Was war der Grund für die Sintflut?
Und warum wurde Sodom verbrannt?
Goliath, Ismael, Ahasveros, Haman, Holofernes
Der Genozid an den Amalekitern
David und Saul und Jonathan und Verrat
die Historie ist voll davon . . .
Schierlingsbecher, Hektors Tod, Brutus und der Dolch, nein die Dolche
Salome und Herodes, Hochverrat, Kreuzigung
Homo sapiens?
Ist der Mensch gut?
Pilatus wusch die Hände in Unschuld
Und Kolumbus wußte von nichts
Aguirre, Cortez, Pizarro - was aber stieß den Inkas zu?
und und und
Und was ist Wahrheit?
Ecce homo!
Homo sapiens?
Ist der Mensch gut?
Wallenstein, Glaubenskriege, Macbeth
Sitting Bull, Sklaverei, Commonwealth
Guernica, Faschismus, Lebensraum, Größenwahn
Der Gelbe Stern - und Oswiencim
Ist der Mensch gut?
Indochina, Hiroshima, Vietnam, My Lay
Napalm
Verbrannte Erde - und Oswiencim
Ist der Mensch gut?
Bikini-Atoll, Handlanger, Pol Pot, Rote Khmer
RAF, Tutsi und Hutu, Völkermord
Notstandsgesetze, Willkür, Menschenmaterial
Genmanipulation, Rosenstolz-Akten
Twin Tower, Fundamentalisten, Osama bin Laden
Palästina, Irak - und Oswiencim
Ist der Mensch gut?
Oder ist er ein Dämon?
Pinochet, Milosevic, Srebrenica, Kosovo
Golfkriegssyndrom, Kriegsverbrecher
Taliban, Al-Qaida, Guantanamo
Fußketten, Handschellen, Stacheldraht
Menschenkäfige - Menschenrechte?
Ist der Mensch gut?
Kamikaze, Entführung, Selbstmordattentat
Terrorist oder Freiheitskämpfer?
Ist der Mensch gut?
Die Großen und die Kleinen Täter
Die Alltäglichen und die Banalitäten
Das gequälte Kind, die geschlagene Frau
Vergewaltigung, die Axt im Kopf
Der Schrei
Der Schlag auf die Wange
Das zusammenbrechende Haus, weil der Bauherr sparte
Und das mißbrauchte Kind
Brandstiftung, Handtaschenraub, Autobomben
Mauern im Kopf
Ist der Mensch gut?
Denken
Nicht denken
Beiseite sehn
Nichts sehen
Nichts hören
Nichts wissen
Nichts wissen wollen
Ich vergehe vor Scham
Ist der Mensch gut?
Schweigende Eltern
Die gleichgültige Frau, der schlagende Mann
Trunkenheit
Alleingelassene Kinder, unwissende Lehrer
Der Knebel im Mund
Homo sapiens?
Und meine Lippen beben
Und meine Augen flattern
Ist der Mensch gut?
Der Engel in dir?
Oder Belzebub?
Der Mensch ist gut, heißt es!
Ist der Mensch gut?
--
© IO.RO 17. September 2007
Ach, liebe Romi,
jetzt hatte ich Dir einen ganz langen Kommentar geschrieben - plötzlich war er weg! Da siehst Du: Der Mensch ist gut - die Technik schlecht! Schade! Hab heute leider keine Kraft mehr ... ist ja schon wieder Morgen!
und morgen schreibe ich auch -- der Tag ist wie in Nu verflogen..
Es bleibt eine ewige Frage -
es bleibt ein quälendes Ahnen
so wischen wir durch die Tage
in verwirbelten unkenntlich' Bahnen ...
Eines ist klar:
Der Mensch ist mehr als die Summe seiner schlecht geratenen Exemplare!
Wie wenige sind dies doch - im Vergleich zu den Milliarden, von denen niemand spricht!
Die anonym und unbeachtet als Sklaven, als Leibeigene, als Knechte, als geschundene Hausfrauen, als helfende Engel, als stressgeplagte Krankenschwestern ... ihren Weg wunderbar gemacht haben!
Ja, der Mensch an sich ist gut - wenn auch nicht ganz so gut, wie ihn sich Gott gewünscht hätte ...
@Roland, aber jetzt solltest Du die Philosophie zu Bett schicken und Dich gleich mit dazu ..
es reicht doch, wenn ich die Nacht zum Tage mache
(Brief -"Schulden" von drei Wochen fordern ihren Tribut)
Alles klar, liebe Romi,
"müde bin ich, geh zur Ruh',
ab ins )---( - und Äuglein zu ..." %-)
oder:
stille, peterle stille, der Mond trägt eine Bri-ille
Hallo Romi,
gleich am Morgen eine Frage: Von wem ist der Text?
Von Dir allein kann diese Reflexion (Titel) wohl kaum sein; für eine so geballte Info über die Schreckensnamen der Geschichte braucht man doch extrem viel Zeit ... ???
ja viel Zeit, genau 4 Stunden, und das auch nur, weil ich mir bei einigen Namen nicht ganz klar über die Reihenfolge war und nachsehn mußte, ich erinnere mich lebhaft an den Tag, weil es unmittelbar nach meinem Geburtstag war..
vergessen hab ich den unmittelbaren Anlass, aber ich glaube, es waren die üblichen Schreckensnachrichten über Guantanamo und, jetzt fällt es mir wieder ein, Jehuda Bacon hatte am Vorabend bei uns über sein Leben erzählt..
--
das © steht jetzt drunter, ich weiß nicht, warum ich das gestern Nacht weggelassen habe, denn im Original hier stehts
Das ist der Wahnsinn, liebe Romi,
wenn ich mir vorstelle, wie viele Namen und Zusammenhänge ich da nicht kenne!
*schäm ganz laut*
Was hattest Du denn als Quelle - so aus dem Kopf bringt das doch keiner hin ...
Himmel Roland, ich hatte meinen Kopf und meinen Zorn, reicht das nicht?????
und übrigens, ich kann doch auch nichts dafür, daß ich das eben alles weiß und, um mal ironisch zu werden, das bringt halt die 'humanistische Bildung' in der DDR --- aber nur, wenn man von Anfang an im Widerstand ist..
Siehst Du, liebe Romi,
bín halt nur ein humanistisch gebildeter Wessi - da treten ja Klüfte zutage!
Also bei mir würde kein Zorn reichen, um das alles abrufen zu können. Aber das Gedankengebäude, das versteh ich gut, den "roten Faden" sozusagen.
Da warst Du mächtig in Rage!
Übrigens: Hat Dir je jemand für Deinen Widerstand gedankt - nach 1989 ...?
"Der Mensch ist gut, heißt es! Ist der Mensch gut?"
Gut... schlecht... das ist ja schon mal relativ... Ansichtssache... Definitionssache...
Und wenn definiert, gilt: Der Mensch ist.
Und dabei ist er immer so gut, wie die Umstände es erlauben und immer so schlecht, wie die Umstände es erfordern oder erzwingen.
Liebe Romi,
ich denke in jedem dieser Beispiele liegt Beides, liegt Gut und Böse. Auch in den schwärzesten Zeiten gab es helle Flecken - und umgekehrt.
Am meisten erschreckt mich immer noch die Geschichte von der biblischen Sintflut - auch wenn alle Menschen - bis auf Noah´s Familie - vom Säugling bis zum Greis, Männlein und Weiblein so "schlecht" gewesen sind daß der Gott des AT beschloß sie auszurotten - und dazu alle Tiere an Land (waren die Fische besser als die Vögel?) und die Fauna (was haben die Rosen und das Korn verbrochen?) - das ist für mich so als wenn ein Vater seinen Sohn tötet weil er "schlecht" ist (heutige Bezeichnung: "Ehrenmord")- und zu seiner Frau sagt "Komm, wir machen einen neuen...".... Für mich einfach unvorstellbar.
Ich weiß das ich gute Seiten wie auch schlechte Seiten habe. Ich bin hilfsbereit - und habe dennoch schon Menschen nicht geholfen obwohl ich es hätte können; ich behandle meine Mitmenschen nicht immer so wie ich es eigentlich möchte, es rutscht mir manchmal etwas heraus was ich hinterher bereue gesagt zu haben.
Ich glaube nicht an Gott als "das Gute" oder einen Satan als "das Böse", ich weiß daß es Weiß und Schwarz in mir gibt, Ying und Yang oder das musivische Pflaster.
Mein "Gebet" ist die Reflektion dessen was mir über den Tag passiert ist, und ich denke darüber nach, versuche das Gute zu stärken und das Böse zu minimieren.
Für mich verfügen gerade die Indianer (ich weiß, es ist der falsche, es ist ein "weißer" Ausdruck für diese Menschen) über eine das Christentum weit überragende Weltanschauung - und einer von ihnen schrieb:
Dieser Tag ist vorüber
Wenn der Tag vorüber ist,
denke ich an alles, was ich getan habe.
Habe ich den Tag vergeudet,
oder habe ich etwas erreicht?
Habe ich mir einen neuen Freund gemacht
oder einen Feind?
War ich wütend auf alle, oder war ich freundlich?
Was ich auch heute getan habe,
es ist vorbei.
Während ich schlafe,
bringt die Welt einen neuen, strahlenden Tag hervor,
den ich gebrauchen kann
oder vergeuden,
oder was immer ich will.
Heute abend nehme ich mir vor:
ich werde gut sein,
ich werde freundlich sein,
ich werde etwas tun,
was wert ist, getan zu werden.
Calvin O. John , *1946, Denver
Damit ist alles gesagt, liebe Freunde...
Gäbe es kein "böse" - woher wüßten wir, was "gut "ist?
Gäbe es keine Kälte - woher wüßten wir, was Wärme ist? usw. ...
Es gibt das eine nicht ohne das andere. Wir alle haben das Gute und das Böse in uns. Was die einen als gut begreifen, erleben andere als bitterböse, geprägt durch die unterschiedlichsten Kulturen und Religionen und gelenkt von den jeweiligen Lebensumständen.
Böse?
ganz kurz:
darum ging es mir nicht
nicht ursächlich -
nicht wie ICH mich verhalte, wie WIR uns verhalten, nicht um unterschiedliche Kulturkreise und das alles – das alles natürlich auch, aber eben nicht ursächlich.
ein Bespiel, das seit Jahrzehnten in meinem Kopf kreist:
Wie konnte ein Josef Mengele in Auschwitz vormittags seine Experimente machen und am Nachmittag seelenruhig mit seiner Familie Kaffee trinken..
Ich habe mindestens 2 Dutzend gute Bekannte, die (damals Kinder – aber ich kannte auch die Eltern, die jetzt natürlich schon gestorben sind) – Häftlinge in Auschwitz, Buchenwald usw. waren - Überlebende. Daher kenne ich den Alltag dort und die alltäglichen unnötigen Grausamkeiten der Aufseher. Und diese Aufseher waren Menschen wie ich und du…
Oder - ich war im letzten September in der Gedenkstätte Pirna, einer der allerersten Vergasungsanstalten in Deutschland.
Vom Marktplatz aus SIEHT man den Sonnenstein, Dutzende Einwohner haben damals dort gearbeitet – es sind höchstens 20 Minuten Fußweg den Berg hinauf. Fast JEDER in dieser Kleinstadt „wußte“ um den Euthanasiemord, mußte es einfach wissen, mindestens einer aus Familie oder Freundeskreis arbeitete dort.
Aber sie haben allesamt von nichts gewußt.
.
Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Ich dachte an die Ausrottung der Indianer, in Christi Namen…
Und ich dachte an Vietnam. Wer die Bilder nicht kennt, sollte googeln.
Mit den kleinen Grausamkeiten fängt es an. Aber WIE Menschen, ganz normale Menschen, so werden können, so unbarmherzig ihren Mitmenschen gegenüber werden können… das ist mir immer noch nicht klar.
-------------------
Edgard, danke für den Text! (ich kannte ihn nicht)
Da wirfst Du Fragen auf, liebe Romi,
die wohl keiner je völlig beantworten kann: "vormittags seine Experimente machen und am Nachmittag seelenruhig mit seiner Familie Kaffee trinken..."
Oder vormittags in Srebrenica 8.000 Männer genüsslich ermorden - und kurze Zeit später von allen versteckt und gedeckt zu werden bis heute (Ratko Mladic; Miroslav Karadzic, der ja als Psychiater in Wien arbeitete ...).
Nein, es hat sich nicht viel geändert bis heute - und wenn man nach Darfur schaut - anderer Kontinent, andere Hautfarbe, andere Religion, andere Lebensperspektiven, dann könnte man glauben, es würde sich nie was ändern.
Und doch ist es die Minderheit derer, die die Befehle dazu geben. Aber mit einer Generalverweigerung bzw. einem Generalstreik könnte man sehr viel oder gar alles verhindern. Die Geschichte hat es bewiesen:
Wenn die Hausmeister und die niederen Beamten sich verweigern, scheitert jede große Unternehmung. Leider sind gerade die häufig sehr linientreu und unterwürfig.
> Aber mit einer Generalverweigerung bzw. einem Generalstreik könnte man sehr viel oder gar alles verhindern. Die Geschichte hat es bewiesen:
Wenn die Hausmeister und die niederen Beamten sich verweigern, scheitert jede große Unternehmung. Leider sind gerade die häufig sehr linientreu und unterwürfig. <
Die Erkenntnis, lieber Roland, benennt den rechten Weg, nur - wie hätten oder würden wir uns verhalten als zum Beispiel Hausmeister oder niederer Beamter?
Ich habe an anderer Stelle einmal geschrieben: Wenn sich im zwölf Jahre währenden "Tausendjährigen Reich" alle Lokomotivführer geweigert hätten Deportationszüge zu fahren - gleich ob nach Theresienstadt, Dachau, Oranienburg oder sonstwohin, dann müßte Deutschland sich nicht in die Reihe der 'Holocaust' Staaten einreihen.
die Reihe derer ist übrigens gar nicht so kurz.
Um dieses Feld aber mit dem passenden Pflug zu beackern fehlt hier wohl der Raum.
Ich wünsche allen einen gesegneten Sonntag
Dein Beispiel mit den Lokführern ist sehr gut, lieber Ewald;
im Vergleich zum Ruhrstreik - dem einzig erfolgreichen Generalstreik der deutschen Geschichte - hat sich halt einiges verändert:
Es gibt keine Telefonistinnen mehr, die die Weiterleitung von Gesprächen verweigern könnten; wenn die Lokführer streiken, setzen Bahn und Bund einfach verbeamtete Lokführer, Straßenbahn- und Busfahrer ein - und schon klappt alles super. Denn Beamte sind auch nur Menschen, die ihren Job nicht verlieren wollen, weil sie ihre Familie ernähren müssen - ich möchte da nicht Richter spielen!
Aber die Deportationszüge, ja: Hätten die Amerikaner 1943 die Gleiszufahrten zu den KZs bombardiert, wäre es mit dem todgeweihten Nachschub vorbei gewesen. Erst im verg. Jahr haben die USA das zum 1. Mal als Fehler eingeräumt. Zufallsfeher, Gleichgültigkeit oder Absicht - auch in den USA waren und sind die Juden nicht gerade begeistert gefeierte Mitbürger - sei mal dahingestell.
Aber wir haben ja das Thema der gesamten Weltgeschichte ... wobei mir das Wort "CRUZ" noch immer nicht ganz klar ist (vom Begriff her schon, aber im Kontext noch nicht).
Die Verweigerung ist eine Sache, ist aber nur eine Reaktion. Romi´s Anliegen aber ist doch diese unbegreifliche Diskrepanz zwischen dem absolut, unbegreiflichem Bösen und dem Normalen, "Guten" in einem Menschen.
Ist es ein Ansatz daß es - von seelischer Erkrankung (mir fällt kein besserer Ausdruck ein) abgesehen - eines "übergeordneten" Anlasses bedarf - einer politischen oder religiösen Überzeugung oder, die bei Mengele zu vermuten, eines alles Humane vergessenden, verdrängenden Ehrgeizes in beruflicher oder wissenschaftlicher Hinsicht......?
Menschen, die einer wie auch immer gearteten radikalen Überzeugung verfallen sind neigen m.E. dazu alles, aber auch alles andere ihrem Ziel unterzuordnen....
Natürlich hast Du recht, lieber Ewald,
doch jene Menschen, die auf die Weise eines Herrn Mengele "seelisch erkrankt" sind, können nur dann alles ihrer radikalen Überzeugung unterordnen, wenn sie Helfershelfer haben, die da (begeistert) mitmachen - wegen Machtstreben, Karrieresucht, Mangel an Geist oder Mangel an moralischer Gesinnung.
Im KZ Dachau wurden z.B. grausamste Menschenversuche durch den Arzt Dr. Sigmund Rascher durchgeführt; weil er sich manchmal dabei "zierte", bot sich seine übereifrige Frau Nini Rascher bei der Reichsleitung an, an seiner Stelle die Versuche durchzuführen - und bedankte sich im gleichen Schreiben für Schokolade, die sie zu Weihnachten bekommen hatte für ihre Kinder ...
Ja, da fragt man zu Recht nach dem Guten im Menschen ...
Lieber Roland,
"Natürlich hast Du recht, lieber Ewald, ..."
Das soll doch keine Anspielung sein, oder ?? ;-)))
"an seiner Stelle die Versuche durchzuführen - und bedankte sich im gleichen Schreiben für Schokolade, die sie zu Weihnachten bekommen hatte für ihre Kinder ."
Genau das - diese sicherlich liebende Mutter und vielleicht auch Ehefrau die auf der anderen Seite kalten Herzens solche Grausamkeiten durchzog.
Die Titelstory im letzten "Spiegel" befasst sich mit den Helfern des Faschismus in den besetzten (und anderen) Ländern. Ob jemand aus Habgier oder Antisemitismus Juden verriet (oder ihnen, wie in Dänemark half, wobei viele deutsche Soldaten wohl bewußt weggesehen haben), ob die Amtskirchen die Gunst der Stunde nutzten um bestimmte "Rivalen" loszuwerden, ob jemand eine alte Rechnung mit einem Nachbarn beglich oder, wie Herr Steinmeyer (der schon daher für mich nicht wählbar ist) Herrn Kurnaz aus politischem Kalkül nicht aus den Folterkellern half - das ist für mich Sinnbild moralischen Versagens.
Möglich ist das in meinen Augen auch durch bewußte Entmenschlichung bestimmter Gruppen - was ja u.a. von den Nazis, aber auch z.B. der US-Regierung praktiziert wird und in der BILD seine Nachfolge gefunden hat. Dieser Entmenschlichung gilt es entgegenzutreten, ob bei Juden"witzen" oder abfälligen Bemerkungen - wobei auch hier das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden darf - "Political Correctness" ist genauso schlimm - ein Negerkuss bleibt für mich ein Negerkuss....
Nein, lieber Edgar - reine Oberflächlichkeit beim Lesen! Sorry!
Frau Rascher war - wie viele andere - sicherlich eine Überzeugungstäterin; sie hatte wohl über Jahre hinweg die Parolen über Juden und andere 'Volksschädlinge' (Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuelle, 'Tagediebe' ...) verinnerlicht, weitergegeben und sie zu einem Teil ihres Lebens gemacht, über den zu reflektieren sie nicht mehr in der Lage war. Das ist also ein bewusstes und konkretes Unterstützen dieser Politik.
Gewísse Probleme habe ich allerdings, diese Ereignisse nahtlos mit heutigem politischem Versagen in einem Atemzug zu nennen. Vor mir liegt das Buch von Murat Kurnaz: "Fünf Jahre meines Lebens". Es ist erschütternd, aber primär für die amerikan. Geheimdienste. Darüber, wie sehr Herr Steinmeyer dabei unter Druck gesetzt wurde, weiß ich wenig und möchte mich nicht zum Richter aufspielen. Ansonsten hast Du in Bezug auf "Entmenschlichung" natürlich meine volle Unterstützung.
Der Widerspruch ist keiner.
Wenn man mit Wesen experimentiert, die in der eigenen - und gesellschaftlichen - Wahrnehmung keine Mitwesen darstellen sondern Objekte, verfügbares Material, Unterwesen, usw., dann hat man auch nicht die Probleme, Gewissensbisse, etc., die Dritte damit haben.
Dann gibt es noch die Distanzierung - da wird der Patient zum Fall, der Mensch zum Fleisch, der Verstorbene zum Geschäft, das Mordopfer zum Beweisstück, der nette Affe zum medizinischen Hoffnungsträger, das niedliche Küken zum Filet. Alles weit weg geschoben bzw. weit weg definiert, damit es keine hinderlichen Gefühle geben kann.
Und nicht zuletzt sind Gut und Böse schlicht relativ und Ansichts- und Definitionssache. Das Böse IST dann eben das Gute, wenn man es sich selbst oder von anderen vermittelt bekommt.
Und viele tun wissentlich Böses im Glauben, weil sie damit angeblich Gutes tun.
"..."Political Correctness" ist genauso schlimm - ein Negerkuss bleibt für mich ein Negerkuss...."
Eben.
p.c. ist Neusprech/Undenk.
Siehe: http://zeitgeistlos.de/neusprech/orwell.html
@ Andreas: Danke für den Hinweis zum Link (Neusprech..). Geahnt hat man es ja, ist gestolpert über dies und das. Doch dass wir alle schon lange so tief drinstecken in dieser Sprachmanipulation ohne es bewußt bemerkt zu haben, macht wütend, rüttelt aber auch auf, zukünftig noch wacher und kritischer zu werden.
Übrigens, auch für mich bleibt ein Negerkuss ein Negerkuss -- egal, ob andere das als gut oder böse sehen! (reine Definitionssache)
ich habe hier kein Wort mehr gesagt, weil ich nicht in Computernähe war –
und JETZT ist es TAGE her und veraltet ...
aber etwas muss hier noch rein:
>die kleinen Leute sich weigern<
ich habe viele Fotos gesehen aus diesen 12 Jahren vom „DRITTEN REICH”
[das ist übrigens eine meiner größte Verwunderungen: es dauerte samt Krieg nur ZWÖLF JAHRE, wie in dieser kurzen Zeit das alles passieren konnte ....]
auf diesen Fotos leuchtet der Fanatismus dem ganz normalen Bürger auf der Straße aus den Augen (dito den seltsamen Paraden in der DDR – NOCH am 8. Oktober 1989)
.
diese >kleine/große Masse< wird sich eben nie weigern!
Seinen eigenen Erinnerungen kann man aus dem Weg gehen, Geschriebenes kann verändert werden, Fotos aber sind Dokumente, die zeigen, wie es wirklich war.
das sind leider vollkommen unausgegorene Gedanken ---------------
.
zum Balkan würde ich gern schreiben, eine englische Freundin wohnt seit 20 Jahren in Albanien, ab und an erzählte sie darüber.
.
es tauchte eine Frage auf – von RONALD:
„... wobei mir das Wort "CRUZ" noch immer nicht ganz klar ist …“
so ähnlich habe ich gedacht:
der „Sündenfall” ~~ die „Erbsünde” ---> unser Kreuz = CRUZ
.
ja natürlich hätte ich es auch auf Lateinisch sagen können – CRUX,
aber meine Gedanken kreisten damals nebenbei um den Jakobsweg...
.
NOCH ETWAS
ich habe mal im PC geblättert und ‘briefliche Gedanken’ zu genau DIESEM Thema herausgeholt – ich kopier sie hier ein – es geht dabei auch um meine schlesische Familie...
„GUT + BÖSE -- DIE FAMILIE UND DAS HORST-WESSEL-LIED“
Auszug aus einem mail an Georg vom Oktober 2006:
-- GUT + BÖSE -- DIE GESPRÄCHE MIT DIR WERFEN ABER AUCH GEDANKEN AUF …
(lies mal das Kästner-Gedicht ‚Der Mensch ist gut’)
Was ich glaube und was ich glauben will, ist manchmal nicht genau dasselbe
– also tief im Inneren bin ich doch davon überzeugt, daß der Mensch GUT ist
(daß ich oft danach handele und logischerweise Ohrfeigen bekomme, ändert nicht viel daran) –
‚Der Mensch’ ist nur oft träge und da „GUTSEIN“ beschwerlich sein kann, wählt er den Weg des geringsten Widerstandes – aber muß das notwendigerweise schön BÖSE sein?
UND:
man sollte die Dummheit nicht unterschätzen, Dummheit in allen Schattierungen, die absolut nichts mit dem Intellekt zu tun hat.
.
Ich weiß nicht, wie es in Deiner Familie war (Dein Großvater: der weise alte Bauer)
-- in meiner gab’s das nicht (bis auf den sibirischen Großvater – der war wirklich weise)
-- aber der ganze große Rest funkelte nur so vor Dummheit!
(Vater hatte 10 Geschwister, Mutter 3 …)
- HERZENSGUTE LEUTE – Sonntag war Kirchgang und ab Montag wurden Knechte, Kinder und Frauen geprügelt (nicht, daß die Frauen besser waren, im Gegenteil) …
UND AUF FAMILIENFOTOS SIEHT MAN KLEINE HAUSALTÄRE MIT HITLERBILD.
.
Ich bin September 43 geboren und als ich ca. 20 war, stellte ich verblüfft fest, daß ich, höre ich die 1.Zeile des Horst-Wessel-Liedes, den ganzen Text auswendig hersingen kann – und nun frage ich mich:
WOHER KENNE ICH DEN?
.
Ich muß das Lied in der frühen Kindheit oft und oft gehört haben (also Jahre nach 1945) – sicher bei Onkel-Tanten-Geburtstagen in der abendlichen Bier- und Schnapsseligkeit – und allesamt haben sie von gar nichts gewußt - - - diese ganze Bande von Familie (die ich natürlich auch liebe!) – die ist nicht böse – nur träge und unendlich dumm . . . . . .
. EMAILAUSZUG ENDE .
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„LTI – Lingua tertii imperii“ - die Sprache des 3. Reiches (Victor Klemperer) --
Anfang der Siebziger Jahre habe ich mir dieses Buch gekauft und jahrelang bei jedem Urlaub im Rucksack gehabt, mindestens 5 mal von vorn bis hinten gelesen –
so wie wir reden, so denken wir
Schlußpunkt für heute – sonst schreibe ich noch eine Seite
Ro.
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(Marie-Luise Kaschnitz)
… “UND ICH BEGEHRE, NICHT SCHULD DARAN ZU SEIN.“
Aufzustellen wäre das Schuldregister:
Schuld unsere Erste: Blindheit (Wir übersehen das Kommende).
Schuld unsere Zweite: Taubheit (Wir überhören die Warnung).
Schuld unsere Dritte: Stummheit (Wir verschweigen, was gesagt werden musste).
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In meinem Büchlein "In der Sonne frieren" ist vieles vom Geschehen im 'zwölf Jahre währenden Tausendjährigen Reich' nach den Empfindungen eines kleinen Butschers der Nachkriegszeit dargestellt - und keine Angst, die Seele des kleinen Butschers hatte auch damals schon große Augen und Ohren.
Kein Verlag, liebe Romi. Es scheint mir manchmal, als wenn meinem Geschriebenen in gewissen Kreisen eine bestimmte Angst begegnet.
Ich fertige nach wie vor und unverdrossen selber.
Wenn Du magst, schicke ich Dir gerne eine 'Kostprobe' zu. Das aber nur an Deine direkte Mailadresse.
Herzlichst
Ewald
mach das Ewald, bitte mach das bald!
ich müßte dir sowie etwas schreiben..
zum „Buchverlagswilderer” und den Poetry-Salons...
"auf diesen Fotos leuchtet der Fanatismus dem ganz normalen Bürger auf der Straße aus den Augen (dito den seltsamen Paraden in der DDR – NOCH am 8. Oktober 1989)"
Paraden, Aufmärsche, Massenkundgebungen, Fackelumzüge, usw. waren damals für die Leute halt Events. Die hatten nichts anderes - kaum Radio, kein TV, kein Internet, kein Telefon, keine Musik.
Da kamen solche Veranstaltungen grad recht - und wirkten an sich schon auf den Zuschauer, egal ob der nun besonders fanatisch war oder nicht.
Wer zu diesen Zeilen:
"Die hatten nichts anderes - kaum Radio, kein TV, kein Internet, kein Telefon, keine Musik ..."
mal einen ehemaligen DDR-Bürger befragt, wird eine vollkommen andere Antwort bekommen. Auch wir hatten damals noch sehr wenige Privatsender in Radio und TV, Internet ohnehin nicht. Kein Telefon ...? Alle Leute aus der DDR, die ich kannte, hatten Telefon.
So ganz mag das Argument nicht überzeugen, dass die ja nichts Anderes als ihren Fanatismus hatten. Vielleicht liest das hier ja zufällig ein Ex-DDR-ler und sagt was dazu ...?
! und ganz genau das, was Roland schrieb, wollte ich schon vor zwei stunden schreiben, als ich nach Haus kam und den PC anmachte, aber es gab dringende sachen ---
Falls Andreas die 30-ger/40ger Jahre meint --- sogar dafür stimmt es nicht ganz.
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Die Leute lebten anders wir heute, sie hatten andere Dinge (Vereine, Kneipen, Hausmusik etc), viele lebten in Großfamilien, es wurde länger gearbeitet, Kino war Nr.1; Besuche großgeschrieben...
was ich meine – es blieb gar keine Zeit für Events, die es angeblich nicht gab – denn es gab sie, nur anders.
Und RADIO gab es selbst im allerärmsten Haushalt – ich schwörs!
Radio, Bücher, Zeitungen Briefe ersetzen den TV – denn was man nich kannte, hat man auch nicht vermißt.
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Und die DDR: WIR HATTEN KEINE EVENTS ???
KEIN RADIO, KEIN TV ????? lach
Sogar in meinem Minihaushalt in der Studentenbude standen 3 Radios und ab ca. 1966 ein TV.
So ab 1960 hatte JEDER einen Fernseher, natürlich bis auf die, die keinen wollten.
Ich weiß das 1000%ig !!!!, seit Anfang-Mitte 59 stand so ein Ding auch im Elternhaushalt ...
(ich habe selber jahrelang TV’s repariert, Vater zeigte mir das und Röhren warn billig, Handwerker aber rar...
ich könnte jetzt lange Romane schreiben über dieses Kapitel – ich laß es lieber :-))
.
Telefon dagegen hatten wenige – (@ Roland, du kennst die falschen Leute? sorry, war nicht so gemeint) - -
Tel. hatten noch nicht mal alle Ärzte (aber viele), dafür aber jeder einzelne Stasi-Spitzel
.
Über die menschliche Nähe sage ich lieber nichts, das könnte falsch verstanden werden...
Und über die Kirchen und drumherum – das würde Seiten füllen-
.
Events – grrr – klar gab es die, nur hießen die anders, nie habe ich alle Termine geschafft, von dem, was ich sehen, wo ich dabei sein wollte.
Zu diesen traurigen 1.Mai-Paraden und zum 7. Oktober gingen die meisten eben nur gezwungen hin (ich selber NIE!) -- genau deshalb wunderte ich mich ja schon damals über über den Fanatismus in den Augen, denn persönlich kannte ich eben keinen aus dieser Riege...
GENUG – das will eh keiner hören.
Aber eines noch: Lest mal Brigitte Reimann (Franziska Linderhand), Christa Wolf, Stefan Heym, Günter Kunert, Jurek Becke, Willfried Völlger, F.R. Fries, Jürgen Höpfner (Gleisverwerfung), Heinz Knobloch, Strittmatter, Günter de Bruyn, Peter Edel, Fred Wander, Herbert Otto, Ulrich Plenzdorf, Volker Braun, Klaus Schlesinger ...
das sind die Namen, die mir auf Anhieb so einfallen – sie haben geschrieben, wie es war.
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für Rückfragen jederzeit erreichbar
sorry die Tippfehler, ich habe zu schnell geschrieben
IO, du hattest vom Dritten Reich gesprochen - darauf bezog ich mich - das mag missverständlich geworden sein.
In beiden Regimen sei aber noch der staatliche Zwang und der Gruppenzwang bezüglich der Veranstaltungen erwähnt. Selbst wenn man nicht vom Staat hinbefohlen wurde, ging man doch manchmal allein schon deshalb hin, um nicht durch Abwesenheit aufzufallen.
Und wenn man schon da ist, kann man ja auch seinen Spaß haben - der dann auf Fotos falsch rüberkommen kann.
Jeder Verbrecher - oder Verbrecherische Systeme - gleich welcher 'Täterschaft' man ihn oder sie bezichtigt, hat und haben natürlich auch eine oder mehrere für andere Menschen liebenswerte Seite oder Eigenschaften. Nur eben für das oder die Opfer nicht.
Nur 'böse' Individuen gibt es dagegen äußerst selten. Selbst an Schlächtern wie Idi Amin oder Pol Poth werden Mitmenschen noch gute Verhaltensweisen gesehen haben - aus ihrer Sicht natürlich.
Die vermeintlich - oder tatsächlich 'guten Seiten und Wesenszüge' sollten aber doch keine mildernde Wirkung bei der Beurteilung haben.
Für mein Gefühl wird in dieser richtigen und wichtigen Diskussion ein wenig viel theoretisiert und querverwiesen.
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In der Sonne frieren ...
Dieses Büchlein möchte ich dem Gedenken an die Menschen widmen, die in einem grausamen Abschnitt der jüngeren deutschen Geschichte unsägliches Leid erfahren haben. Aber auch denjenigen die vergeblich versuchten, dieses Leid zu verhindern, oder es zu mildern bemüht waren. Vielleicht bewegt es die Menschen heute und in der Zukunft, ihren weltlichen und geistlichen Führungen nicht mehr bedingungslos zu folgen.
Vorweg ein Wort . . .
Deutschland hat ein Stück Geschichte hinter sich, daß, trotz aller Bemühungen es zu polieren, keinen rechten Glanz bekommt. Ich denke, man mag es oftmals nicht herzeigen – wie ein unansehnliches Besteck, das nur im engeren Alltagsgebrauch auf dem Tisch erscheint. Auf meinem Weg durch die Zeit bewegt mich immer wieder aufs Neue die Leere im Erinnern vieler Menschen, denen ich begegne. Sei es, daß sie noch den Schwamm in der Hand halten, mit dem sie die Bilder fortgewischt haben – sei es, daß sie auf einen unbefleckten Bogen Papier sehen, auf den niemand geschrieben hat.
Wer von den dabei gewesenen seinen ‚Ich weiß es noch’ Tresor ausgeräumt hat, mag sein Alter genießen und dieses Büchlein beiseite legen. Wer in seinem Wissen über diesen Abschnitt Vergangenheit Lücken sieht, dem empfehle ich weiter zu lesen. Meine regional begrenzten Erinnerungen an Erzähltes und Erlebtes mögen vielleicht in dem einen oder anderen Fall dazu beitragen, diese Lücken zu schließen. Ich danke allen, die über diese Zeit mit mir gesprochen haben – besonders denen, die eigenes Fehlverhalten als solches erkannt – und es nicht verschwiegen haben.
Besonders danke ich meiner Mutter, dass sie mir ihr Bild der Zeit vermittelt hat.
Der Mensch ist nicht gut
und darum auch nicht gut für die Erde!
Der Mensch ist schlecht,
weil er mehr will als er zum Leben braucht!
Wer mehr von den Ressorcen will als er braucht,
nimmt es den Anderen weg!
Er ist also nicht für,
sondern gegen Etwas!
Er stört durch seine Habgier
den Kreislauf der Natur!
Er kämpft also im Endeffekt
gegeb sich selbst!
Dadurch hilft die Natur sich
um weiter zu existieren!
Klaus Wilhelm von Ameln
10.10.2009
SOL Y SOMBRA
(Licht und Schatten)
Es gab einmal den GROSSEN ADAM (GRADAM - die Natur) und weil er nicht gestorben ist, lebt er auch noch heut`!
GRADAM war ein Nimmersatt. Er bekam einfach nicht genug und verschlang alles, was über ihn, was unter ihn, was neben ihn, also um ihn herum vorhanden war. Dies war das Böse in ihm. Das Gute in ihm war, dass er der Nährboden für alles Leben wurde. So entstand Gut und Böse, Schwarz und Weiß, Hell und Dunkel, Plus und Minus, Yin und Yang und und und ... und nicht zuletzt, Himmel und Erde. Weil er so viel fraß, gab es auf einmal einen fürchterlichen Knall, den ...Ururururknall und GRADAM zerplatzte in milliarden und abermilliarden untergeordneten Teilchen, die sich im ganzen All verteilten. Nach einem Mythos war eines davon Sophia (die Weisheit), die ein Verlangen verspürte, das nicht erkennbare Höchste zu erkennen. In jedes dieser Teilchen war der Urgenetische Codes - Gut und Böse - enthalten und aus eines entwickelte sich unsere Erde, die von Anbeginn an die Saat des Lebens auf sich trug und alles, was auf ihr existierte, stand in einer Wechselbeziehung zum Ganzen. „Das Licht wird niemals ohne Schatten sein“ und „Wo Schatten ist, da ist auch Licht!“
Am Anfang schuf GRADAM Himmel und Erde. Die Erde war noch leer und öd, Dunkel bedeckte sie und wogendes Wasser und über den Fluten schwebte GRADAM`s Geist. Da sprach GRADAM: „Licht entstehe!“ Und das Licht strahlte auf. GRADAM sah das Licht an und es war gut. Dann trennte GRADAM das Licht von der Dunkelheit und nannte das Licht Tag, die Dunkelheit Nacht. Es wurde Abend und wieder Morgen, der erste Tag.
Dann sprach GRADAM: „Im Wasser soll ein Gewölbe entstehen, eine Scheidewand zwischen den Wassermassen!“ So geschah es, GRADAM machte ein Gewölbe und trennte so das Wasser unter dem Gewölbe von dem Wasser, das darüber war. Und GRADAM nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und wieder Morgen, der zweite Tag.
Dann sprach GRADAM: „Das Wasser unter dem Himmelsgewölbe soll sich alles an einer Stelle sammeln, damit das Land hervortritt!“ So geschah es und GRADAM nannte das Land Erde, die Sammlung des Wassers nannte er Meer. GRADAM sah das alles an und es war gut. Dann sprach GRADAM: „Die Erde lasse frisches Grün aussprießen, Pflanzen und Bäume von jeder Art, die Samen und samenhaltige Früchte tragen!“ So geschah es. Die Erde brachte frisches Grün hervor, Pflanzen jeder Art mit ihrem Samen und alle Arten von Bäumen mit samenhaltigen Früchten. Und GRADAM sah das alles an, es war gut. Es wurde Abend und wieder Morgen, der dritte Tag.
Dann sprach GRADAM: „Am Himmel sollen Lichter entstehen, die Tag und Nacht von einander scheiden, leuchtende Zeichen, um die Zeiten zu bestimmen, Tage und Feste und Jahre. Sie sollen am Himmelsgewölbe leuchten, damit sie der Erde Licht geben!“ So geschah es, GRADAM machte zwei große Lichter, ein größeres, das den Tag beherrscht und ein kleineres für die Nacht, dazu auch das ganze Heer der Sterne. GRADAM setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit sie der Erde Licht geben, den Tag und die Nacht regieren und Licht und Dunkelheit von einander scheiden. GRADAM sah das alles an und es war gut. Es wurde Abend und wieder Morgen, der vierte Tag.
Dann sprach GRADAM: „Das Wasser soll von Leben wimmeln und in der Luft sollen Vögel fliegen!“ So schuf GRADAM alle Arten von Wassertieren, ebenso jede Art von Vögeln und geflügelten Tieren. GRADAM sah das alles an, es war gut so und er segnete seine Geschöpfe und sagte: „Seid fruchtbar, vermehret euch und füllt die Meere. Und ihr Vögel, vermehrt euch auf der Erde!“ Es wurde Abend und wieder Morgen, der fünfte Tag.
Dann sprach GRADAM: „Die Erde soll weiteres Leben hervorbringen, alle Arten von Vieh und wilden Tieren und alles, was auf der Erde kriecht!“ So geschah es, GRADAM machte die wilden Tiere, das Vieh und alles, was auf dem Boden kriecht, alle die verschiedenen Arten. Jedes Leben gab etwas von sich und seinen Vorfahren weiter, wobei die starken Gene prägender waren als die schwachen, sowie die dominierenden Farben auf der Palette beim mischen den Ton angeben. Es geht nichts verloren, alles wird weitergegeben an die Nachfahren, aber dies nach dem Zufallsprinzip, immer in veränderten Mischungsverhältnissen, sowie es die Natur nach den Naturgesetzen verlangt. Und GRADAM sah das alles an, es war gut.
Dann sprach GRADAM: „Der Tisch ist gedeckt, nun wird es Zeit den Menschen zu erschaffen. Und er schuf den Menschen und ließ ihn über alles herrschen, wie auch er über alles herrschte, so erschuf er die Menschen nach seinem Ebenbild. Weil er sich von Anbeginn an einsam und allein fühlte, hat er sich seinen Traum erfüllt und nach den männlichen und weiblichen Pflanzen und Tieren nun auch den Menschen als Mann und Frau, als KLEINER ADAM (KLADAM) und Eva, erschaffen. Ehemals war alles gleich. Und so nahm alles seinen Lauf nach den Naturgesetzen, wobei Gleiches sich abstößt und Ungleiches sich anzieht. GRADAM segnete die Menschen und sagte zu ihnen: „Seid fruchtbar und vermehret euch! Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz! Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alles, was auf der Erde lebt und vertraue sie eurer Fürsorge an!“ Weiter sagte GRADAM zu den Menschen: „Als Nahrung gebe ich euch den Samen der Pflanzen und die Früchte, die an den Bäumen wachsen, überall auf der ganzen Erde. Den Landtieren aber und den Vögeln und allem, was auf dem Boden kriecht, allen Geschöpfen, die den Lebenshauch in sich tragen, weise ich Gräser und Blätter zur Nahrung zu!“ So geschah es. Und GRADAM sah alles an, was er geschaffen hatte, und sah, dass es sehr gut war. Es wurde Abend und wieder Morgen, der sechste Tag.
So entstanden Himmel und Erde mit allem, was lebt. Am siebten Tage hat GRADAM sein Werk vollendet und ruhte von aller seiner Arbeit aus. Er betrachtete seine Arbeit und bemerkte, dass selbst er nicht anders konnte, als Fehler zu machen. Ein Fehler war, den Menschen nach seinem Ebenbild zu erschaffen, denn auch er gab Gut und Böse an die Menschen weiter. Das Böse, sich alles einzuverleiben, hatte auch den Menschen beseelt, der nun alles, was auf der Erde lebte, seinen Zwängen unterwarf. Dann machte GRADAM für die Menschen Kleider aus Fellen um ihre Bedürftigkeit damit zu bedecken und sagte: „Es darf nicht sein, dass der Mensch vom Baum des Lebens isst, sonst wird er ewig leben!“ Und er schickte den Menschen aus dem Garten Eden weg, damit er den Ackerboden bearbeite, aus dem er gemacht ist. Daraufhin ging der Mensch sogar so weit, dass er die Tiere schlachtete und aß. Fürsorge wandelte er um in FÜR SICH SORGEN und so wird es einmal geschehen, dass der Mensch über die Natur gesiegt hat und geplatzt ist an der Gier nach mehr; dann hat die Natur ihn ausgemerzt.
Wie in einem Zeittunnel verflog ein Teil der Ewigkeit, in der alles Lebende einem ständigen Evolutionsprozess unterliegt. Man stelle sich eine dicke, große Kumuluswolke vor und man erkennt, wie mal oben unten und mal innen außen ist, wie sich alles einmal berührt und Kontakt aufnimmt. So wie scheinbar alles in der Kumuluswolke miteinander kommuniziert, so kommuniziert auch alles Leben in der Ursuppe miteinander. Alles wirkt miteinander aufeinander. Und, wenn etwas noch so unscheinbar ist, es wirkt auf alles und ist genauso wichtig, wenn nicht wichtiger, als das scheinbar Große, denn in einer Kette ist das schwächste Glied das wichtigste, damit die Kette ein Ganzes, eine Einheit bleibt. Im All geht nichts verloren, es wird nichts aufgebraucht, alles wird nur be- und genutzt. Deswegen ist es einerlei, wie lange etwas in einer SEINFORM aufeinander wirkt, denn ist die eine Seinform zu Ende, beginnt daran nahtlos die nächste Seinform. Wenn einem gerade noch der Anblick einer schönen Blüte ein wohltuendes Gefühl vermittelte, dann sättigte schon etwas später die Frucht den Hunger und noch etwas später freute sich der Ackerboden über den Dung, der letztendlich im Kreislauf wieder das neue Leben versorgt.
KWvA 10.10.2009


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