Ab 5. Oktober 2014 Schienenersatzverkehr und Züge ohne Anschlüsse - Südharzstrecke wird vom Thüringer Zentralraum abgehängt

Regionalbahn auf der Südharzstrecke bei Bartolfelde
"Kritik der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"

Südharz.

Schlechte Nachrichten für alle Reisenden, die aus dem Südharz über Nordhausen in Richtung Erfurt und den Thüringer Zentralraum reisen wollen: Ab 05.10.2014 fallen wegen Bauarbeiten für rund ein Jahr fast alle Züge zwischen Nordhausen und Wolkramshausen aus. An ihrer Stelle verkehren zeitweise Omnibusse mit deutlich längeren Fahrzeiten im Schienen-Ersatzverkehr, zeitweise muss – mit Wartezeiten zwischen 12 und 18 Minuten – in Züge der Kasseler Strecke umgestiegen werden.

Während für Kunden aus Nordhausen „nur“ deutlich längere Reisezeiten und zusätzliches Umsteigen erforderlich werden, trifft es Reisende aus Richtung Erfurt in Richtung Ellrich und darüber hinaus deutlich härter. Sie verlieren die gewohnte stündliche Verbindung, da die alle zwei Stunden angebotene Umsteigeverbindung auf die Kasseler Züge dazu führt, dass es in Nordhausen keinen Anschluss in Richtung Northeim gibt. Was bleibt, ist die zweistündliche Verbindung mittels Omnibus ab Wolkramshausen. In den Bussen allerdings gibt es gravierende Einschränkungen, da Fahrräder, Kinderwagen, Rollstühle nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang mitgenommen werden können. Reisegruppen werden praktisch auch ausgeschlossen. Diese Kundengruppen bleiben folglich ab 5. Oktober bis mindestens Mitte Dezember von Erfurt und dem Thüringer Zentralraum abgeschnitten – es sei denn, sie nehmen zusätzlich zum Umstieg in Wolkramshausen auch noch einen fast einstündigen Aufenthalt in Nordhausen in Kauf.
Die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ hatte sich schon im Frühjahr nach Bekanntwerden der schlechten Fahrpläne an die NVS in Erfurt gewandt und darum gebeten, einen Übergang zwischen den Kasseler Zügen und den Zügen in Richtung Northeim zu ermöglichen. Eine Antwort von dort hat man bis heute nicht erhalten. Wesentlich gesprächsbereiter zeigte sich die LNVG in Hannover, die für die Zeit nach dem Fahrplanwechsel im Dezember eine Verbesserung der Anschluss-Situation in Aussicht gestellt hat. Denn es geht um nur wenige Minuten, die zwischen den beiden Zügen für einen geordneten Umsteigevorgang fehlen.
Bei „Höchste Eisenbahn“ ist man ob der erheblichen Verschlechterungen ab 5. Oktober sehr verärgert. „Wir bemühen uns darum, zusätzliche Kunden für die Südharzstrecke gerade im Abschnitt von Walkenried bis Nordhausen zu gewinnen. Ein derart schlechter Ersatzfahrplan, wie er nun für ein Jahr zwischen Nordhausen und Erfurt angeboten werden soll, ist da absolut kontraproduktiv“ meint Michael Reinboth, Sprecher der Initiative aus Walkenried, zu den vorgesehenen Zeiten. Man müsse die Fahrzeiten der Kasseler Züge und die der Züge nach Northeim bereits ab 5.10. und nicht erst ab Mitte Dezember um die 1 bis 2 Minuten anpassen, die für die Anschlüsse erforderlich seien.
„Noch ist es ja Zeit, um über den Sommer eine auskömmliche und vor allem für Kundengruppen mit Mobilitätseinschränkungen akzeptable Lösung zu schaffen“ meint Michael Reinboth.
Durch die erheblich längeren Fahrzeiten der Omnibusse geht auch jeder zweite Anschluss zwischen Sondershausen und Sangerhausen und zurück verloren. Die Busse verlassen Nordhausen, bevor der Zug aus Richtung Halle eintrifft, und kommen erst nach dessen Abfahrt in Nordhausen an. Hier stehen aber immerhin alle 2 Stunden in beiden Richtungen brauchbare und auch für Reisende mit Handicaps nutzbare Verbindungen zur Verfügung, was aus Richtung Erfurt in Richtung Ellrich -Northeim eben nicht der Fall ist.
Michael Reinboth

Pressemitteilung der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz" vom 21.06.2014

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"
37431 Bad Lauterberg

Foto: Bernd Jackisch
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