662. Newsletter Südharzstrecke - Flyer Harzer fernverbindungen aktualisiert - Niedersachsen-Ticket mit Sommerbonus - Rückbau Bahnhof Scharzfeld - Bahnverkehr Braunschweig – Herzberg unerträglich

Flyer Harzer Fernverbindungen (Foto: Höchste Eisenbahn)
 
ehemaliger Bahnhof Scharzfeld
 
ehemaliger Bahnhof Scharzfeld
 
ehemaliger Güterahnhof Scharzfeld
Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

1. Harz: Flyer Harzer Fernverbindungen aktualisiert (Stand: 12.06.2016)


Im Rahmen der Initiative "Ein Harz" (Arbeitsgruppe Verkehrsinfrastruktur) wurde die Aktualisierung der Harzer Fernverbindungen mit Stand 12.06.2016 abgeschlossen.
• Durch die Umsetzung der Flügelung in Vienenburg gibt es nun täglich mehr und zudem direkte Verbindungen zwischen Braunschweig, Goslar und Bad Harzburg, die sich positiv auf einige Anschlüsse auswirken
• Umgekehrt wird es mit der Flügelung/dem Zusammenkuppeln der Züge in Sangerhausen weiterhin nichts. Geflügelt und "beigefahren" wird dort seltsamerweise weiter nur am Wochenende, Mo-Fr muss man (beim RE19) umsteigen. Dies wiederum wirkt sich leider negativ aus.

Michael Reinboth

2. Niedersachsen: Niedersachsen-Ticket kommt mit "Sommerferien Bonus" und gilt schon vor 9 Uhr (Stand: 12.06.2016)


Eine feine Sache: in den Sommerferien Niedersachsen-Ticket schon vor 9 Uhr gültig
Wer im VSN-Gebiet leben muss, registriert die Existenz der NITAG, also der „Niedersachsentarif GmbH“ mit großer Freude, denn diese sorgt im Unterschied zum heimischen Verbund wenigstens ab und zu für positive Momente. So auch jetzt:
Während der Sommerferien, also vom 23.06. bis zum 03.08.2016, ist das Niedersachsen-Ticket auch unter der Woche schon vor 9 Uhr gültig. Der Reisebereich eines gewöhnlichen Südharzers wächst somit immerhin um 3 ½ oder 3 Stunden, je nach Wohnort, denn die ersten Züge verlassen Herzberg in Richtung Göttingen und Braunschweig um 5.30 Uhr, Bad Sachsa oder Walkenried um 6 Uhr. Damit kommt man schon sehr weit, auch wenn sich natürlich an den mäßigen Anschlüssen an den „metronom“ in Northeim nichts ändert. Die sind in den Sommerferien genau so schlecht wie sonst auch.
Die Wartezeit von 25-30 Minuten im schönen Bahnhof Northeim (Kaffee und Brötchen gibt es dort auch schon am frühen Morgen) hat jedoch immerhin zur Folge, dass wir Südharzer während des uns in den Sommerferien erneut ereilenden Schienenersatzverkehrs dennoch eben diese „metronome“ trotz längerer Reisezeit mit dem Bus erreichen, genau so auch in der Gegenrichtung. Die Aussage von dem 3 oder 3 ½-Stunden größeren Radius bleibt somit auch während der zwei SEV-Wochen gültig.
Kleine Auswahl, bezogen auf Herzberg: Für schlappe 23 € (allein) bzw. je 4 € pro weiteren Mitreisenden kommt man in den Ferien nach
Braunschweig bis 06.50 Uhr
Bremen bis 09.40 Uhr
Bremerhaven bis 10.30 Uhr
Emden bis 11.30 Uhr
Celle bis 08.10 Uhr
Hamburg bis 10.00 Uhr
Hannover bis 07.30 Uhr
Hildesheim bis 07.20 Uhr
Lüneburg bis 09.30 Uhr
Oldenburg bis 10.20 Uhr
Osnabrück bis 09.10 Uhr (über Elze und Bünde)
Die Vor-9-Uhr-Regelung in den Sommerferien gilt auch im VSN und im ZGB, also auch in den im Harz startenden Linienbussen in den Kreisen Osterode und Goslar. Notiz am Rande: Damit ist das Niedersachsen-Ticket in dieser Zeit auch bei Fahrten nach Göttingen unschlagbar günstig. Immerhin erreicht man das Oberzentrum aus Herzberg ja schon um 6.05 Uhr, aus Walkenried um 7.10 Uhr. Viele Wander- und Ausflugsziele rücken natürlich auch ein ganzes Stück näher.
Eine feine Sache. Weiter so, NITAG!

Michael Reinboth
Weitere Infos: https://www.bahn.de/regional/view/regionen/nieders...

3. Südharzstrecke: Rückbau des Bahnhofs Scharzfeld erst nach Erweiterung des Bahnhofs Ellrich (Stand: 12.06.2016)


Baumaßnahmen der DB Netz AG sind hierzulande zu mehr als 90 Prozent „Rückbauten“ zur Senkung der Kosten. Hierbei muss höllisch aufgepasst werden, dass nicht zu viele Gleise und Weichen verschwinden und dadurch die Kapazität und – mindestens ebenso wichtig – die Betriebsqualität nicht in unzumutbarer Weise leiden. Leider erfahren die betroffenen Reisenden zumeist erst dann von einer solchen Maßnahme, wenn der Rückbau bereits erfolgt ist und das Kind somit schon im Brunnen liegt, da die zuständige Genehmigungs-behörde, das Eisenbahn-Bundesamt, die Planungen nicht in breiter Form bekanntgibt, sondern nur auf Insidern bekannten Kanälen im Internet publiziert.
Nach diversen negativen Erfahrungen – so ist die Betriebsqualität auf der Strecke Braunschweig – Herzberg infolge fehlender Begegnungsabschnitte und massenhaft reduzierter Kreuzungsmöglichkeiten grottenschlecht – haben wir uns angewöhnt, jedem Hinweis auf geplante Rückbauten nachzugehen. Im Falle der Umwandlung des Bahnhofs Scharzfeld in eine „Ausweichanschlussstelle“ und der damit verbundenen drastischen Reduzierung der Infrastruktur haben wir es nun erstmals gewagt, dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA), ganz genau der Außenstelle in Hannover, Bedenken hinsichtlich der zu erwartenden schlechteren Betriebsqualität vorzutragen. Diese wurden nicht etwa ignoriert, sondern ganz ordentlich bearbeitet, was das Einholen einer zusätzlichen Stellungnahme bei der DB Netz AG einschloss. Insoweit kann man Fahrgastverbände nur ermuntern, bei fundierten Bedenken diese auch im Rahmen des Verfahrens vorzubringen.
Im Falle Scharzfeld haben wir geltend gemacht, dass die Ausweichanschlussstelle Scharzfeld sowohl aus und in Richtung Herzberg als auch – und dies ist wegen der Entfernungen und Fahrzeiten wichtiger – aus und in Richtung Walkenried bei jeweils einer Fahrt nur über das „falsche“ Gleis erreichbar ist, und haben vorgerechnet, dass bei der gegebenen übrigen Infrastruktur entweder Reisezüge dann regelmäßig auf dem falschen Gleis verkehren oder aber, wenn dies nicht geht, die Güterzüge in die Nachstunden verdrängt werden würden. Beides ist unzumutbar.
Die DB Netz hat nun, vom EBA hierzu aufgefordert, dargelegt, dass man einerseits beim Umstieg auf ESTW-Technik im Gleiswechselbetrieb zu fahren gedenke und andererseits ein „Gleis 4“ in Ellrich als zusätzliches Kreuzungs- und Wartegleis für Güterzüge genutzt werden solle, im Normalfall also keine Beschränkung des Reisezugverkehrs erfolgen müsse. Neu hieran ist besagtes Gleis 4, denn der Bahnhof Ellrich verfügt derzeit nur über zwei funktionsfähige Gleise, die einmal pro Stunde von den sich hier kreuzenden Reisezügen belegt sind. Ein zusätzlich verkehrender Güterzug kann also hier nur „geparkt“ werden, wenn ein drittes Gleis mit den zugehörigen Weichen in Ellrich neu erbaut wird. Um also in Scharzfeld (fast) alles herausreißen zu können, muss erst einmal in Ellrich ordentlich investiert werden. Und nicht nur hier: Der Fahrplan lässt sich nur einhalten, wenn auch der Bahnhof Walkenried verschlankt und um zwei seiner gegenwärtig drei Weichen erleichtert wird und zudem die Fahrgäste hier durch den Neubau eines Außenbahnsteiges zu weiten Umwegen (vor allem in Bezug auf die Bushaltestelle) gezwungen werden. „Entfall des höhengleichen Reisendenüberwegs“ heißt das im Bahnsprech. Will heißen: Den Zugang zum zweiten Bahnsteig regelt die Schranke an einer vor allem von Lkw vielbefahrenen Straße – auch für Schüler aller Altersgruppen.
Verunglückte Schüler, die, ihren Bus vor Augen, schnell noch über die Straße rennen, zählen in der Argumentationskette von DB Netz jedoch nicht. Hier zählt nur der eigene Gewinn. Mit der Genehmigung des Umbaus Scharzfeld und der (nachrichtlichen, auf Zusagen von DB Netz basierenden, also nicht verbindlichen) Festlegung, dieses erst nach Umbau von Ellrich und Walkenried tun zu wollen, hat das EBA den Rückbau von Walkenried quasi gleich mit genehmigt, und trägt ein weiteres Mal dazu bei, dass die Fahrgäste gegenüber heute schlechter gestellt werden. Schöne neue Bahnwelt…
Doch immerhin: Es ist nun quasi amtlich festgestellt, dass unsere vorgetragenen Bedenken vollkommen zutreffen, denn:
„Die Vorhabenträgerin erklärt dazu in ihrer Gegenäußerung vom 06.04.2016 unter Beifügung mehrerer (Fahrplan-) Skizzen, sie plane die Kreuzung zwischen dem SPNV und dem SGV im Bahnhof Ellrich. Hier stünden drei Gleise zur Verfügung…“ (Anmerkung PRO BAHN: Derzeit eben gerade nicht – das dritte Gleis muss ja erst wieder gebaut werden). Durch die geplanten Verbesserungen in Walkenried (Spurplananpassung, durch Bau eines zweiten Außenbahnsteigs Entfall des höhengleichen Reisendenüberwegs) und Ellrich (neu: gleichzeitige Einfahrten) stehe ein ausreichendes Zeitfenster für die Fahrt Ellrich – Scharzfeld zur Verfügung.“
Stimmt. Das Zeitfenster ist nach Durchführung der Umbauten da. Derzeit nicht! Und es wird mit erheblichen Erschwernissen, ja sogar der Heraufbeschwörung kritischer Verkehrssituationen für die in Walkenried ein- und austeigenden Fahrgäste erkauft. Aktuell finden dort die Umsteigevorgänge im Umfeld von 10 Metern im Rahmen einer sehr wenig befahrenen Busschleife statt, zukünftig muss man, wie erwähnt, über eine ständig von Gips-Lkw und vielen Pkw befahrende Straße rennen. Ja, rennen, denn die Züge aus Richtung Herzberg sind häufig später dran, und die Busse wollen weg. Sichtkontakt Zug – Bus ist aktuell vorhanden, zukünftig wird er ebenfalls fehlen.
Gut daran: Der Umbau Walkenried muss erst noch genehmigt werden. Gelegenheit also, Einsprüche geltend zu machen, eine Ampel zu fordern und anderes mehr. Da muss dann auch die Kommune mit ran. Es sind Walkenrieder, Zorger und Wiedaer Kinder, die da planmäßig auf die Straße gelenkt werden sollen. Anderswo tut man alles, um Gefahren des Straßenverkehrs von Kindern abzuwenden. Hier wird der gegensätzliche Weg beschritten. Aber dies nur am Rande.
Auch zum Störungsfall, also dem Fahren eines Reisezuges auf dem falschen Gleis, hat sich das EBA kundig gemacht. O-Ton DB Netz: „Sollte der SPNV im Störungsfalle auf dem Gegengleis fahren, gebe der Streckenfahrdienstleiter in der örtlichen Bedienzentrale in Göttingen die Gleisänderung in die Leittechnik ein, so dass die Reisenden über die Anzeige am Bahnsteig umgehend und rechtzeitig über Änderungen informiert würden.“ Selig wird, wer dies glaubt. Im Regelfall wird nämlich genau diese Information der Reisenden nicht oder sehr spät erfolgen, und dann geht das Gerenne – in allen drei Stationen sind dann erhebliche Wege zurückzulegen! – los. Im schönen Bahnhof Halle an der Saale erfolgte kürzlich genau diese Information an die lieben Reisenden exakt zwei Minuten vor der Abfahrt des Zuges, und so ein Streckenfahrdienstleiter im fernen Göttingen hat viel zu tun… In der Theorie jedoch ein schöner Satz. Schauen wir mal.
Fazit: Zufrieden kann man nicht sein. Aber gelohnt hat sich der Einsatz dennoch. Die Reihenfolge der Baumaßnahmen ist nun so festgelegt, dass wenigstens die gröbsten negativen Einflüsse auf den Fahrplan der Reisezüge vermieden werden. Vielleicht war das ja vorher auch so vorgesehen, aber was man schwarz auf weiß besitzt... Wir lesen:
„… erläuterte die Vorhabenträgerin… die Planung eingehend und sagte dabei zu, dass das Gleis 4 in Ellrich noch vor der Inbetriebnahme von ESTW-Technik und der Durchführung von Baumaßnahmen in Scharzfeld (jeweils für 2018 vorgesehen) im Laufe des Jahres 2017 erneuert werde.“
Hoffentlich ohne wochenlangen SEV, ist man geneigt hinzuzufügen….

Michael Reinboth

4. Harz: Ab 01.01.2018 auch im Landkreis Goslar kostenlose Kurgast-Beförderung mit dem Harz-Ticket (HATIX) - Landkreis Osterode bleibt weiterhin außen vor (Stand: 17.06.2016)

Landkreis Goslar. Die Einführung des Harz-Tickets „HATIX“ nimmt Fahrt auf. Mit dem Ticket soll es Kurgästen ermöglicht werden, kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen (regionalHeute.de berichtete).
Auf Bitte der Städte Goslar, Langelsheim und Clausthal-Zellerfeld wird der Landkreis das Vorhaben koordinieren.
In der Kreisverwaltung wurde bereits vor Jahren ein umsetzbares Konzept des „HATIX“ erstellt, die Einführung scheiterte 2012/2013 jedoch an den rechtlichen Rahmenbedingungen. Diese Hürde wird mit der Novelle des Niedersächsischen
Kommunalabgabengesetzes (NKAG) behoben sein. Die Städte und der Landkreis hoffen auf schnelle Umsetzung seitens der Landesregierung. Geplant ist die Einführung des „HATIX“ nun zum 1. Januar 2018, bis dahin wollen die „Starter-Kommunen“ die notwendigen Vorbereitungen treffen. In der Stadt Braunlage können sich Hotel- und Übernachtungsbetriebe in einem ersten Schritt direkt an dem System beteiligen. Dasselbe Angebot gilt selbstverständlich auch für alle anderen Kommunen im Landkreis.
Das Harz-Ticket, das über den Kurbeitrag finanziert werden soll, bietet Touristen und Besuchern zunächst die kostenlose Nutzung des öffentlichen Busverkehrs in den Landkreisen Goslar und Harz. Die beteiligten Städte versprechen sich vom „HATIX“ einen echten Mehrwert für ihre Touristen und die Sicherung des öffentlichen Nahverkehrsnetzes. In Urlaubsgebieten wie dem Schwarzwald oder dem Bayerischen Wald werden ähnliche Konzepte bereits erfolgreich praktiziert. Für ein tragfähiges Finanzierungskonzept legen die Verantwortlichen 1 bis 1,2 Millionen Übernachtungen zu Grunde. Nach den Sommerferien wird eine Arbeitsgruppe mit Vertreten der beteiligten Städte und des Landkreises tätig, um die Feinabstimmung zur Einführung des Harz-Tickets vorzunehmen.
Quelle: http://regionalgoslar.de/kostenlose-kurgast-befoer...

5. Süd-Westharzstrecke: Verhältnisse im Bahnverkehr Braunschweig – Herzberg sind unerträglich geworden (Stand: 20.06.2016)


Montag, 20.06.2016: Der Zug Herzberg – Braunschweig, Herzberg ab 7.30 Uhr, hat in Richtung Braunschweig mehr als 20 Minuten Verspätung. Der Gegenzug, welcher Herzberg eigentlich um 8.21 Uhr hätte erreichen sollen, läuft mit rund 10 Minuten Verspätung. In Braunschweig, Seesen und Herzberg gehen reihenweise Anschlüsse verloren, Fahrgäste müssen sich bis zu einer Stunde gedulden.
„Kein Einzelfall“ weiß Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“. Die Strecke Braunschweig – Herzberg ist vor allem wegen ihrer heruntergekommenen und extrem zurückgebauten Infrastruktur seit Jahren ein Sorgenkind. Aktuell kriselt es – einmal mehr – in den Bahnhöfen Gittelde-Bad Grund und Münchehof. Während es in Gittelde seit mehreren Jahren immer wieder Störungen wegen maroder Stelldrähte im restlos veralteten Stellwerk gibt, sind in Münchehof seit Monaten einige Signale dauerhaft gestört und quasi außer Betrieb, was Züge zur Langsamfahrt zwingt.
Womöglich noch jahrelang. DB Netz in Gestalt des Harz-Weser-Netzes macht keine Anstalten, die Probleme grundlegend zu beheben, sondern sitzt sie bis zur geplanten und nun für 2018 vorgesehenen Umstellung auf die elektronische Stellwerkstechnik aus. Es wird bestenfalls ein wenig repariert, und dies nach Stunden, während derer der Bahnverkehr erheblich gestört ist.
Die Strecke Braunschweig – Herzberg kennt nach diversen Rückbauten nur noch zwei Kreuzungsstellen, an denen sich die stündlich fahrenden Züge begegnen können: Gittelde und Salzgitter-Ringelheim. Läuft ein Zug mit Verspätung, wird diese mithin umgehend auch auf den in einem dieser Bahnhöfe wartenden Gegenzüge übertragen, der sie wiederum zum nächsten Kreuzungsbahnhof mitnimmt – und so weiter. Läuft in der Frühe etwas aus dem Ruder, ist der Bahnverkehr den ganzen Tag über mit Verspätungen und Anschlussbrüchen belastet.
„Wir haben die Probleme der Westharzstrecke schon häufig mit DB Netz, DB Regio und auch der Landesnahverkehrsgesellschaft erörtert. Passiert ist nichts. DB Regio als Verkehrsunternehmen darf gegenüber DB Netz im eigenen Konzern nichts sagen – übrigens auch ein Grund für die rigorose Streichung aller DB-Züge während der Bauarbeiten auf der Schnellfahrstrecke. Die Züge der Konkurrenz (CANTUS, metronom, NWB und ErixX) durften rollen. Die LNVG und auch der ZGB, der für den Abschnitt Seesen – Braunschweig verantwortlich zeichnet, nehmen die für den Fahrgast nicht mehr zumutbaren Verhältnisse offensichtlich nur zur Kenntnis. Was bedeutet, dass sich die Kunden der Westharzstrecke bis 2018 mit den Unzulänglichkeiten, verpassten Anschlüssen und dauerhaften Verspätungen abfinden müssten.
Bei „Höchste Eisenbahn“ schüttelt man nur noch den Kopf. „Das sich anbahnende Desaster in Stuttgart ist offenbar nur die Spitze des Eisberges. An allen Ecken und Enden des Netzes wird gespart, werden nötige Investitionen immer wieder verschoben, verkommt die Infrastruktur – trotz aller Erfolgsmeldungen über immer höhere Investitionen. Diese fließen in einige wenige und wenig Nutzen stiftende Prestigeprojekte, während landauf, landab immer weniger Gleise und Weichen zur Verfügung stellen und Störungen an Weichen, Signalen und Schranken überhand nehmen“ formuliert Reinboth, der das Problem in den nächsten Tagen erneut bei der Landesnahverkehrsgesellschaft ansprechen wird. „Wenn alles nichts hilft, bringt ein runder Tisch mit allen Beteiligten vielleicht eine Lösung.“
Die Initiative, gegründet zur Rettung des Schienenverkehrs im Südharz, verweist verzweifelnde Osteroder Reisende auf die Busse der Linie Osterode – Wulften – Bilshausen, die Montag bis Freitag mehrere zuverlässige Anschlüsse im Bahnhof Wulften vermitteln. Der Fußweg von der Bushaltestelle zum Bahnsteig beträgt ca. 40 Meter, die Übergangszeit ist ausreichend. Leider werden nicht die direkt nach Göttingen fahrenden Züge erreicht, sondern „nur“ die nach Bodenfelde, bei denen der Anschluss in Northeim nach Göttingen aber gut funktioniert. Die Gegenrichtung, also Göttingen nach Osterode, ist übrigens unkritisch – den Anschluss nach Osterode erreicht man in Herzberg immer. Im Zweifel hat er ja Verspätung…

Michael Reinboth

Nachtrag vom 23.06.2016:
Heute (Donnerstag) ging das üble Treiben auf der Strecke Braunschweig - Herzberg munter weiter, wegen eines gestörten Bahnübergangs (oder wohl gleich mehrerer) hatten und haben die Züge 10-30 Minuten Verspätung.
Anschlüsse: Fehlanzeige.
Auf der Strecke Braunschweig - Herzberg vergeht kein Tag mehr ohne kleinere und größere Störungen. Das ist eine locker belegbare Behauptung. Das Verkehrsunternehmen DB Regio darf gegenüber dem Netzbetreiber wohl nicht wirklich heftig auftreten, die Landesnahverkehrsgesellschaft, bei der ich gestern war, verweist wiederum auf das Verkehrsunternehmen... und passieren tut nichts.
Sollen wir bis 2018 (oder gar darüber hinaus, bisher ist ja noch kein Inbetriebnahmetermin für das ESTW eingehalten worden) mit diesem absolut unerträglichen Zuständen leben?
Wir von "Höchste Eisenbahn" meinen: Nein.

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"
Scharzfelder Str. 98
37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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