620. Newsletter Südharzstrecke - Fahrplanwechsel mit zahlreichen Neuerungen im Südharz (Stand 07.12.2014)

Baureihe VT 648 fährt am 8.11.2014 zur Zugtaufe in den Bahnhof Ellrich ein
 
Baureihe VT 648 fährt am 8.11.2014 zur Zugtaufe in den Bahnhof Ellrich ein.
 
Die Ehrengäste v.l.n.r. Michael Eisenhauer (DB Regio), Landrätin Birgit Keller, Bürgermeister Matthias Ehrhold, Arne Behrens (Geschäftsführer NVS) und MdB Dr. Roy Kühne taufen den Zug auf den Namen "Ellrich"

Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

Am 14.12.2014 tritt der neue Jahresfahrplan bei der Eisenbahn in Kraft. Auch einige Südharzer Buslinien passen dann ihre Fahrpläne an, aber viele Linien tun dies erst nach der Einstellung des Osteroder Stadtbusses zum 6.1.2015. Der Fahrplanwechsel auf der Schiene ist dieses Mal ein durchaus besonderer, denn zeitgleich treten die Ergebnisse der Ausschreibung des Dieselnetzes Niedersachsen Süd-Ost (DINSO) in Kraft.
Auf der Süd- und Westharzstrecke sowie auf der Sollingbahn ist der alte Betreiber aber auch der neue, nämlich die Deutsche Bahn Regio mit 27 roten Triebwagen der Baureihe VT 648 LINT. Diese Fahrzeuge erhalten jedoch nach und nach eine Auffrischungskur, in der unter anderem Streckdosen, Informations-Bildschirme und eine Behinderten-Rufsäule nachgerüstet werden. Zwei umgebaute Triebwagen („Seesen“ und „Ellrich“) sind bereits im Einsatz. (siehe Fotos)

Im Nordharz übernimmt „ErixX“ den Verkehr auf zwei Strecken von der DB. Dort sind die Änderungen deutlich umfangreicher, wie überhaupt der Nordharz zum wiederholten Male bei Fahrplanwechseln besser abschneidet als der Südharz denn hierzulande gibt es neben einigen Neuleistungen auch Streichungen – in Niedersachsen nach Ausschreibungen ein Novum. Doch der Reihe nach:

Auf der Südharzstrecke Northeim – Herzberg – Nordhausen bleibt der bewährte stündliche Grundtakt erhalten. Auch die Fahrzeiten ändern sich praktisch nicht. Eine kleine Anpassung in Nordhausen, wo die Züge künftig zur Minute .39 statt .38 abfahren werden, beschert dem Südharz alle zwei Stunden neue Anschlüsse aus Richtung Kassel – Eichenberg – Leinefelde mit einer Übergangszeit von 5 Minuten. Die fehlende Minute wird bis Ellrich wieder eingefahren. Zusatzzüge verkehren Montag-Freitag nur noch ab und bis Herzberg am Harz, ihre teilweise Verlängerung nach Walkenried und Ellrich wird gestrichen. Angeboten werden noch ein Frühzug Herzberg – Göttingen und neu ein nachmittäglicher Zug von Göttingen nach Herzberg, der Montag-Donnerstag um 17.24 und Freitag schon um 15.27 im Oberzentrum abfährt. In allen drei Fällen gibt es in Northeim schlanke Metronom-Anschlüsse nach und von Hannover. Für Pendler dorthin bleiben auch die 3 IC-Halte in Northeim bestehen.
Neu ist zudem ein täglicher Spätzug Göttingen (21.49 Uhr) – Herzberg, der leider nur Freitag und Samstag bis Nordhausen durchlaufen wird. In der Gegenrichtung wird ein neuer Zug an Samstagen um 21.39 Uhr ab Nordhausen nach Northeim angeboten.

Leider bleiben tagsüber die schlechten Anschlüsse zum und vom Metronom in Northeim bestehen.

Die Züge der Südharzstrecke fahren wie bisher alle 2 Stunden durchgehend bis und ab Göttingen und neu praktisch ohne Ausnahme alle 2 Stunden bis und ab Bodenfelde, wo es gute Anschlüsse in und aus Richtung Ottbergen – Paderborn – Ruhrgebiet gibt. Nachdem die Umbauarbeiten in Ottbergen nun begonnen haben, können die Südharzer mit dem Wegfall eines weiteren Umsteigevorgangs rechnen, dies allerdings wohl erst im nächsten Fahrplanjahr.

Die Westharzstrecke Braunschweig – Herzberg profitiert deutlich vom neuen Konzept. Zum einen wird die tägliche Betriebszeit am Abend um eine Stunde verlängert. Die letzten Züge verlassen nun Herzberg um 21.34 Uhr nach Braunschweig und Braunschweig um 21.03 Uhr nach Herzberg (Ankunft 22.21 Uhr mit Anschlüssen nach Northeim und Freitag und Samstag auch nach Nordhausen). Zum anderen wird der Stundentakt nun auf den ganzen Samstag ausgedehnt. An Sonn- und Feiertagen bleibt es beim zweistündlichen Angebot. Die Zahl der Anschlüsse in Seesen nach und von Kreiensen - Hannover wird abends um einen pro Richtung erweitert.

Bad Lauterberg bleibt auch nach dem 06.01.2015 per Bus stündlich in beiden Richtungen an den Bahnhof Herzberg angebunden. Durch die Inbetriebnahme der neuen Bushaltestelle „Barbis Bahnhof Nordseite“ in Richtung Bad Lauterberg haben sich aber auch die Umsteigemöglichkeiten in Barbis zur Linie 471 verbessert.

Zwei Damoklesschwerter schweben über unserem Streckennetz



Nicht unerwähnt bleiben dürfen gleich zwei Damoklesschwerter, die über all dem schweben. Das eine, der Streik der Lokführergewerkschaft GDL, geht kurzfristig nieder und bringt immer wieder ärgerliche Unterbrechungen des Betriebes vor allem für Pendler – mit durchaus gravierenden Folgen, denn der eine oder andere wird auf das Auto umsteigen und der Schiene den Rücken kehren. Das Letzte, was die beiden Strecken gebrauchen können, wäre jedoch ein Rückgang der Fahrgastzahlen. Das andere Schwert hängt noch weiter oben, sein Niedergehen hätte noch viel größere Folgen: Der Bund verweigert bisher die von den Ländern geforderte Erhöhung der Regionalisierungsmittel und verschließt sich sogar der Dynamisierung der bisherigen Mittel. Bliebe es bei dieser Haltung, sind massive Folgen gerade für die schwächer genutzten Strecken nicht auszuschließen.

„Es ist traurig, dass wir, anstatt uneingeschränkt über den neuen Fahrplan berichten zu können, Themen wie den Lokführerstreik und den Streit um die Regionalisierungsmittel in den Vordergrund rücken müssen. Aber hier ticken eine kleinere und eine größere Zeitbombe gerade für den Verkehr in der Fläche. Zu allererst muss man sich wohl Sorgen um die Sollingbahn machen, aber auch unsere Strecken wären vor Einschränkungen an bestimmten Wochentagen wohl nicht sicher“ erläutert Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ das Problem. Die Initiative will sich verstärkt um eine Verbesserung der Anschlüsse nach und von Hannover einsetzen, denn hier schneidet der Südharz auch nach dem Fahrplanwechsel sehr schlecht ab.

„Harz-Kursbuch“ wird wieder angeboten


Das von der Initiative seit Jahren herausgegebene „Harz-Kursbuch“ wird es auch dieses Jahr wieder an den bekannten Verkaufsstellen geben. Allerdings wird es wegen der enormen Fülle an Änderungen und deren zum Teil erst sehr später Verfügbarkeit gerade erst gedruckt und steht frühestens ab Mitte Dezember zum Verkauf bereit.

Michael Reinboth

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"
37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de

Fotos: Archiv Bernd Jackisch
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