607. Newsletter Südharzstrecke - Kein Mittel gegen den Pflanzenbewuchs im Gleis - Die nächste Langsamfahrstelle kommt bestimmt

Bewachsene Gleise der Südharzstrecke (Foto: Höchste Eisenbahn für den Südharz)
Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

Man kann den Verantwortlichen des „Harz-Weser-Netzes“ der DB Netz kaum den Vorwurf machen, in den letzten Jahren zu wenig für die Sanierung und Instandhaltung der Gleisanlagen getan zu haben, denn es wurde – nicht zuletzt aufgrund vertraglich zugesicherter Zugbestellungen durch das Land – viel erneuert. Manche Langsamfahrstelle ist verschwunden, die Geschwindigkeiten wurden hier und da angehoben.

Aber die schönste Gleiserneuerung nutzt nichts, wenn anschließend der Unterhalt vernachlässigt wird. Zur Gleispflege gehört es auch, den Pflanzenbewuchs zwischen den Schienen und Schwellen im Schotter und zwischen den beiden Streckengleisen zu bekämpfen. Setzen sich die Pflanzen erst einmal fest, sammelt sich Erde um sie herum, der Abfluss des Regenwassers wird behindert und am Ende verschlechtert sich die Gleislage. Auf manchen Abschnitten der Südharzstrecke sieht es eher nach Biotop als nach intakter Strecke aus. Laut „Harz-Weser-Netz“ fährt der Sprühzug regelmäßig, darf aber an einigen Stellen nichts tun. Hier muss die Pflanzenbekämpfung auf andere Weise erfolgen, aber leider tut sich nichts, und so kann man Jahr um Jahr dem Wachstum ganzer Bäume im Gleisbereich zuschauen.
Bei der polnischen Staatsbahn PKP gab es von Güterzügen bediente Strecken, wo diese selbst Gleis und Profil durch Befahren frei hielten. Den Kopf aus dem Fenster zu strecken, war nicht ratsam, denn der Umriss von Lok und Waggons zeichnete sich exakt im Baumbewuchs ab. Freilich wurde dort nur noch mit 30 km/h gebummelt. Inzwischen ist im Nachbarland diesbezüglich eine Menge geschehen, und es scheint, dass die Versuchsreihe „wie viel Grün wollen wir uns im Gleis erlauben“ nun bei der DB fortgesetzt wird. Leider werden wie hier zwischen Bad Sachsa und Walkenried demnächst Temporeduzierungen erfolgen, wenn weiterhin nichts getan wird. Das passt dann gut zur Inbetriebnahme der Umgehungsstraße von Barbis und Osterhagen – schneller auf der Straße, langsamer auf der Schiene. Ob auf diese Weise zusätzliche Kunden gewonnen werden können, ist freilich in Frage zu stellen.
Hoffen wir, dass demnächst eine mechanische Reinigung der Abschnitte erfolgt, auf denen eine chemische Reinigung nicht möglich ist. Einfach abzuwarten, ist jedenfalls keine gute Lösung.

Michael Reinboth (Stand 09.07.2014)

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"

37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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