AWO Helsen fährt am Steinhuder Meer

Vortrag zur Bergung der Ju-52
 
Die Ju-52
Am Samstag, den 13. September war es wieder soweit für die Tagesfahrt der Arbeiterwohlfahrt. Mit vollbesetztem Bus sind wir zum Steinhuder Meer gefahren. Das Steinhuder Meer ist der größte See Nordwestdeutschlands und liegt auf dem Gebiet der Stadt Wunstorf in Niedersachsen. Die Fläche des Sees umfasst etwa 29 km², er ist 8 km lang und 4,5 km breit. Die Wassertiefe beträgt durchschnittlich nur 1,35 m, an der tiefsten Stelle 2,9 m.
Das erste Ziel des Tages war die Ju-52-Halle in Wunstorf. Die Ju-52-Halle ist ein im westlichen Teil des Fliegerhorstes Wunstorf gelegenes, von der Traditionsgemeinschaft Lufttransport Wunstorf betriebenes Luftfahrzeugmuseum.
Seit April 2004 führt die Traditionsgemeinschaft Lufttransport Wunstorf e. V. das 1990 eröffnete Museum. Dieser Verein war ursprünglich ein Zusammenschluss von Angehörigen des Lufttransportgeschwaders 62, der sich dann aber für Interessierte am militärischen Lufttransport geöffnet hat.
Wichtigstes Ausstellungsstück ist eine 1939 gebaute Ju 52, die 1986 durch ein Team der dafür gegründeten Interessengemeinschaft JU 52 vom Grund des norwegischen Hartvikvann-Sees nahe Narvik geborgen wurde. Nach der Restaurierung auf dem Fliegerhorst Wunstorf wurde sie in der Halle aufgestellt. Das Museum umfasst daneben eine Sammlung von Exponaten mit dem Schwerpunkt militärischer Lufttransport. Vor Besichtigung des Museums bekamen wir eine ausführliche Erklärung über Einsatz und Bergung des Flugzeugs.
Dann ging es weiter nach Steinhude, der berühmte Touristenort am Südufer des Steinhuder Meeres. Einst ein kleines beschauliches Fischerdorf, ist Steinhude heute bekannt als Erholungsort im Naturpark Steinhuder Meer.
An diesem Tag fand auch das Fischtival, ein einladendes Straßenfest statt.
Obwohl sich Steinhude in den letzten 100 Jahren vom kleinen Fischerort zu einem beliebten Urlaubsort entwickelt hat, ist das alte Handwerk der Fischer erhalten geblieben.
Dann sind wir mit dem Auswandererboot zur Insel Wilhelmstein gefahren.
Der Auswanderer ist ein offener Segel-Jolle, die ausschließlich auf dem Steinhuder Meer als Ausflugsboote eingesetzt wird. Der Name geht auf die Anfangszeit des Tourismus am Steinhuder Meer zurück: Die Segelboote fuhren damals vom Schaumburg-Lippischen Steinhude ins Preußisch-Hannoversche „Ausland“ und wanderten somit aus.
Die Skipper dieser Boote haben sich zur Steinhuder Personenschifffahrt zusammengetan. Sie befördern Touristen zur Insel Wilhelmstein und von Steinhude nach Mardorf.
Unser Ziel war die Insel Wilhelmstein, eine 1,25 ha große, künstliche Insel im Steinhuder Meer, die im 18. Jahrhundert aus militärischen Gründen geschaffen wurde. Auf ihr befindet sich seither die Festung Wilhelmstein.
Der Ausflugsverkehr zur Insel setzte früh ein. Der erste Besucher trug sich bereits im Fertigstellungsjahr der Festung 1767 in das Fremdenbuch ein. Anfangs handelte es sich bei den Besuchern, im Schnitt um die 50 im Jahr, um Adlige oder hohe Militärangehörige. Eine weitere Zunahme des Fremdenverkehrs zur Insel setzte um 1900 ein, wofür auch die 1898 in Betrieb genommene Steinhuder Meer-Bahn sorgte. Für die Fischer des Steinhuder Meeres bedeutete der Tourismus zur Insel eine neue Einnahmequelle. Sie schafften sich zur Personenbeförderung größere Boote in Form der Auswandererboote an.
Im 21. Jahrhundert ließ der Inselbesitzer Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe zwischen 2005 und 2009 für rund 1 Million Euro umfangreiche Renovierungen an den historischen Inselgebäuden vornehmen, um die Insel attraktiver für den Fremdenverkehr zu machen.
Die im Steinhuder Meer liegende Insel Wilhelmstein ist im Besitz der Adelsfamilie Schaumburg-Lippe. Sie wird heute von einem Inselvogt der fürstlichen Hofkammer in Bückeburg verwaltet. Die gesamte Festung ist heute ein Museum.
Der Kunstverein Meerkunstraum e.V. präsentiert seit 2003 auf der Insel Wilhelmstein eine Reihe von Freiluft-Ausstellungen unter dem Titel Durch-Blick. Im Museum konnten wir uns über das erste deutsche Tauchboot informieren. Von der Insel aus wurde 1772 der „Steinhuder Hecht“ zu Wasser gelassen.
Auf der Rückfahrt sind kulinarische Leckereien verlost worden, hierbei mehrere Exemplare des Steinhuder Räucheraals. Dieser ist inzwischen weit über die Grenzen Steinhudes hinaus berühmt geworden. Es ist die besondere Art des Räucherns über Buchenholz, die den Aal zur Spezialität werden lässt. Und so werden auch die vielen, in Steinhude lebend aus Norwegen, Schweden und anderen Ländern angelieferten Aale in einer der zahlreichen Räuchereien zum Steinhuder Rauchaal gemacht.
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