AWO Bad Arolsen: frische Waffeln und Dracula

Johann Rosenberger berichtet über Dracula und Siebenbürgen
 
Neues Mitglied Irmhild Hufeisen und Werberin Elfriede Moll
Die Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt haben sich getroffen um Waffeln zu essen, neue Mitglieder zu begrüßen und Bingo zu spielen. Aber als Hauptthema berichtete das Mitglied Johann Rosenberger über seine Heimat Schäßburg und die damit verbundene Dracula-Legende.
Ohne familiären siebenbürgisch-sächsischen Hintergrund beschränkten sich die Bezüge der meisten Anwesenden zu Rumänien und Siebenbürgen zunächst nur auf vage Kenntnisse. Sie haben sich nach dem Waffelessen gerne informieren lassen.
Sighișoara (deutsch Schäßburg) ist eine der bedeutenderen Städte im Kreis Mureș in Siebenbürgen, Rumänien. Schäßburg wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern, Siebenbürger Sachsen, gegründet.
Die Stadt war seit ihrer Gründung jahrhundertelang überwiegend von Siebenbürger Sachsen bewohnt. Bis 1930 stellten sie noch die zahlenmäßig größte ethnische Bevölkerungsgruppe. Danach erlangten die Rumänen die Mehrheit. Trotz stetiger Auswanderung seit Mitte der 1970er Jahre lebten 1977 noch 5492 (17,7 %) Deutsche in der Stadt. Nach dem Fall des Kommunismus in Rumänien setzte
eine massive Auswanderungswelle ein. Ihr Anteil sank in den 1990er Jahren weiter schnell und stetig, im März 2002 hatten nur noch 623 Deutschsprachige ihren
Wohnsitz in Sighișoara.
Dennoch konnte die Stadt ihren multikulturellen Charakter beibehalten. Schäßburg ist offiziell mittlerweile wieder dreisprachig. Die Ortstafeln und die touristischen Informationen sind Rumänisch, Deutsch und Ungarisch beschriftet. Es gibt Kindergärten, in denen Deutsch gesprochen wird, sowie eine Grundschule und ein
Gymnasium, in denen Deutsch als Unterrichtssprache benutzt wird.
Die Stadt unterhält stadtpartnerschaftliche Beziehungen zu Dinkelsbühl.
Das „Historische Zentrum“, die sogenannte Burg, ist als Unesco-Weltkulturerbe aufgeführt und stellt mit seinen Gebäuden eine bedeutende Sehenswürdigkeit dar.
Die literarische Gestalt „Dracula“ von Bram Stoker wird mit Schäßburg in Verbindung
gebracht, Vlad Țepeș (Vlad III. Drăculea, der Pfähler), Sohn des Vlad II. Dracul (der
Drache), wurde möglicherweise dort geboren. Zwischen 1431 und 1436 soll er in der Stadt gewohnt haben.
Historische Bekanntheit erlangte Vlad III. zum einen durch seinen Widerstand gegen das Osmanische Reich und dessen Expansion auf dem Balkan, zum anderen
wegen der ihm nachgesagten Grausamkeit. So soll er eine Vorliebe für Hinrichtungen durch Pfählung gehabt haben.
Die ursprünglich politisch motivierten Legenden über angebliche Gräueltaten des Woiwoden fanden während des 15. und 16. Jahrhunderts besonders im deutschen
und russischen Raum weite Verbreitung. So dürfte Vlad III. auch den irischen Schriftsteller Bram Stoker zu seiner Romanfigur Dracula inspiriert haben.
Inwieweit dieser diese Schriften gekannt hat, ist nicht ersichtlich. Es ging ja dem Autor auch nicht darum, einen historischen Roman zu schreiben. Er behandelt auch nicht die Gräueltaten von Vlad Tepes dem Pfähler, sondern lässt ihn als Vampir auferstehen. Damit behandelt er einen Stoff der südosteuropäischen
slawische und rumänische Mythenwelt. So kommt es, dass viele Westeuropäer und Amerikaner fälschlicherweise Dracula mit Transsylvanien verbinden und natürlich gierig sind, den Spuren des Vampirs zu folgen. Das sind wichtige Devisenbringer und deshalb kommt ihnen das rumänische Touristen-Amt dabei großzügig entgegen, obwohl den Rumänen das Bild vom Vampir nicht ins Klischee ihres glorifizierten Fürsten Tepes passt. Auch Rosenberger passte diese ganze Gruselgeschichte nicht in seinem Heimatbild.
Nach dem Vortrag ging man über zum gemütlichen Teil, das neue Mitglied Irmhild Hufeisen wurde mit einem Präsent in die Runde begrüßt, auch die Werberin Elfriede Moll bekam eine Prämie. Beim anschließenden Bingo-Spiel wurden wieder schöne Preise eingesetzt. Gewonnen haben Inge Banze, Helga Emde und Robin Delaruelle.
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