Volkschor „Thalia“ beschreitet mit Sommerkonzert neue Wege

Eine lobenswerte Veranstaltung mit Chor, Rocktail und Dance Factory am Sonntag in der St. Hedwig-Kirche.
 
Und altogether: „Bohemian Rhapsody“ mit Chor und Band und dem Leadgesang von Danny Metchenski und mit ganz viel Rocktail.
Chor meets Rock in der St. Hedwig-Kirche

„Mama, just killed a man, put a gun against his head, pulled my trigger, now he‘s dead.“ – Mama, habe gerade einen Mann getötet, habe eine Waffe an seinen Kopf gehalten, habe meinen Abzug abgedrückt, jetzt ist er tot. Diese berühmten Zeilen der britischen Rockband Queen erklangen gleich zweimal am vergangenen Sonntag in der St. Hedwig-Kirche.


Rocktail, die Dance Factory, der Volkschor „Thalia“ Celle, die SuRi Tribaltänzerinnen und das Löns-Duo – all das zusammen, zur Musik des Queen-Klassikers „Bohemian Rhapsody“, in der St. Hedwig-Kirche, das lässt hoffen auf ein neues Kapitel der Chormusik im Celleschen. Was dort in Spielfilmlänge präsentiert wurde, war außergewöhnlich erstklassig. Es war modern, groß und ansprechend, was im Rahmen eines Sommer-Konzerts zum Besten gegeben wurde. „Das war mir ein wirkliches Weihnachtsfest“, freute sich Chorleiter Stephan Heib, dass er die vielen Gastmusiker und Tänzer, mit denen der Chor zusammengearbeitet hat, noch einmal auf der Bühne sehen durfte. Und die Zusammenarbeit mit dem Celler Vorzeigeprojekt Rocktail hat sich als ein Glücksgriff erwiesen. Volkschor-Pressesprecher Anton Weiß weiß zu erzählen, dass alles mit „Mixit“ begonnen habe. Im Frühjahr hatten sich auf Einladung des Kulturdezernates der Stadt Chöre, Orchester, Amateurtheater, Tänzer und Bands präsentiert. Sie waren dazu aufgerufen, ihre Beiträge in einem munteren „Crossover“ miteinander zu verquicken. „Stephan Heib hat dann gesagt: ‚Ich übernehme auch einen Teil‘, und so kam die Zusammenarbeit mit Rocktail zustande. In zweieinhalb Monaten hat er mit uns intensiv ‚Bohemian Rhapsody‘ von Queen einstudiert.“
Der Volkschor „Thalia“ hat mit seinem Konzertreigen bewiesen, dass er zu den modernsten Chören in unserem Kulturkreis zählt. Was er geleistet hat, ist nachahmenswert. Mit „Schau auf die Welt“ stieg der Chor so fulminant in sein Sommer-Konzert ein, wie man es sonst nur selten erlebt. Die St. Hedwig-Kirche bietet aber auch Kulisse und Raum für einen einmaligen Klang, den sich mancher Musiker nur wünschen kann. Und als Christiane Siemsen in das, wie es scheint, nur für sie von Franz Schubert komponierte „Ave Maria“ einsteigt, ihr Gesang mit dem des Chores verschmilzt, da erreicht das Konzert seinen ersten Höhepunkt. Dann singt der Chor beschwingt „Get you ready“ aus der Feder des Chorleiters Georg Zimnol und vermittelt dabei den Eindruck von Text- und Sprachsicherheit. Zum Applaudieren bleibt kaum Zeit; denn schon bald stimmt Stephan Heib bereits die Klaviertöne zum nächsten Lied an. „Kein schöner Land in dieser Zeit“ in der abwechslungsreichen Version von Heinz Lemmermann lädt zum Träumen ein. Wenig später präsentiert sich frisch das Löns-Duo aus Klaus und Jörg Engling, das bei seinen Vorträgen immer wieder eindrucksvoll mit dem Chorgesang verschmilzt. Stephan Heib präsentiert an der Orgel „Toccata“ aus der Orgelsymphonie, und es wird zunehmend rhythmischer links und rechts des Altars. Wiebke Dralle erscheint auf der Bühne und singt „Herrn Pastor sien Koh“ unter tänzerischer Begleitung der SuRi Tribaltänzerinnen aus Celle, die sich hier als sympathische Kuhherde präsentieren. Überzeugend interpretiert Dralle gemeinsam mit dem Chor „Lili Marleen“ und „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Ihre Stimme passt bei diesen Evergreens wie angegossen. Sänger Martin Connell übernimmt, die Abwechslung kennt keine Grenzen. Zu „New York, New York“ tanzen sechs attraktive Damen der Dance Factory, und dann kommt das Finale: „Bohemian Rhapsody“ mit Chor und Band und dem Leadgesang von Danny Metchenski und mit ganz viel Rocktail um den Altar herum. In der Zugabe gab es „Barbara Ann“ mit Chor, Band und Dance Factory und schließlich noch einmal den Queen-Klassiker. Die Besucher sind an diesem Sonntagnachmittag auf ihre Kosten gekommen. Chorarbeit wurde in einer neuen, zukunftsträchtigen Weise präsentiert. Es bleibt zu hoffen, dass der Volkschor „Thalia“ diesen Weg auch weiter beschreitet. Das Publikum wird es ihm danken.
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