Männerchorfestival in Wunstorf erweist sich als Geniestreich

Die Chorgemeinschaft „Germania“ Wettmar/„Immergrün“ Neuwarmbüchen mit Basssängern des Gesangvereins Nienhagen unter der Leitung von Matthias Blazek. (Foto: Lara-Malin Blazek)
 
Der gastgebende Männerchor „Wunstorfer Doppelquartett“ von 1923 unter der Leitung von Ulrich Behler.
Der Männerchor „Wunstorfer Doppelquartett“ von 1923 passt in die Welt. Nicht nur, dass er durch eine hervorragende Präsentation besticht; nein, er ist ein Vorreiter zu einem einzigartigen Projekt. So hat er ein Männerchorfestival im Stil früherer Sängerfeste ins Leben gerufen und dieses nun bereits zum zehnten Mal wiederholt. Und es war die Crème de la Crème, die sich im Rathausinnenhof in Wunstorf eingefunden hat. Da war zunächst der gastgebende Männerchor selbst unter der Leitung von Ulrich Behler, der sich als Garant für perfekte musikalische Unterhaltung erwies. Er sang beispielsweise die Lieder „Mein kleiner grüner Kaktus“ (in einer bestechend guten Version), „Die Diplomatenjagd“, bei der aus Versehen der Außenminister die tödliche Ladung Schrot abbekam, „Frauen sind anders“ und „Ein Freund, ein guter Freund“. Insgesamt waren es sieben Männerchöre, die in der Regel in drei einzelnen Gesangsblöcken vier Lieder zum Besten gaben. Durch das Programm führte sehr lebendig und mitunter persönlich der „Doppelquartett“-Vorsitzende Harald Fischer.
Der Männergesangverein Eldagsen kam unter der Leitung von Michael Troczynski und sang stimmungsvolle Lieder, wie „Rote Lippen soll man küssen“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Als dritter Männerchor folgte die Chorgemeinschaft „Germania“ Wettmar/„Immergrün“ Neuwarmbüchen, verstärkt von Basssängern des Gesangvereins Nienhagen, unter der Leitung von Matthias Blazek, der zunächst mit einem plattdeutschen Gesangsblock aufwartete und später ins Traditionelle umschwenkte. Kurzfristig setzte er wegen des fehlenden Weines auf den Tischen und mit Blick auf seine Verbundenheit zu Skandinavien statt des angekündigten „Chianti-Liedes“ eine schwedische Volksweise mit dem Namen „Vem kan segla förutan vind?“ ein. Der Männergesangverein Porta Westfalica unter der Leitung von Karl-Heinz Isenberg war gewiss der Traum eines jeden Chorleiters. Auf der Bühne stand plötzlich eine Stimmpracht, wie sie sonst nur selten zu sehen ist. Und wie gut und kraftvoll sie sang. „Lieder der Sehnsucht“, „Kalinka“ und „Zigeuner spiel uns auf“ sind nur einige besondere Beispiele ihres großen Könnens. Danach folgte der Männergesangverein Vechelde mit schönen Weisen, wie „Samba Lele, kleiner Chico“, „Übern See“ und „Konjunktur Cha-Cha“. Geleitet wurde dieser Männerchor von Hans Mesecke. Der Männergesangverein Kaltenweide betrat unter der Leitung von Holger Pohl die Szene, um beispielsweise „Dat du min Leevsten büst“, „Auf der Lüneburger Heide“, „Der Hahn von Onkel Giacometo“ und „Doswidanja“ vorzutragen. Der „Albert-Fischer-Chor“ Sondershausen schließlich kam ohne Chorleiter und meisterte diese Situation bravourös. Er sang unter anderem „Im Abendrot“, „Untreue (In einem kühlen Grunde)“ und „Abschied“.
Das 10. Männerchorfestival begann bereits um 11 Uhr im Armin-Mandel-Hof und endete knapp fünf Stunden später mit dem gemeinsam von allen Chören vorgetragenen „Bierlied“, einer Komposition von Robert Pappert. Es war angemessen und gewiss auch überfällig. Das Publikum hat sehr gut mitgemacht, es ließ sich von jedem Chor mitreißen und honorierte dies stets mit einem besonderen Applaus.
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