Ausgesprochen kurzweiliges Festkonzert des Celler Frauenchores im Beckmannsaal

Jetzt bereits einer der Konzerthöhepunkte in diesem Jahr: das Frauenchor-Konzert im Beckmannsaal.
Der Celler Frauenchor hat mit einem ausgesprochen kurzweiligen Festkonzert sein 90-jähriges Bestehen gefeiert. „Das ist eine lange Zeit“, sagte Kreischorverbandsvorsitzender Egon Ziesmann zurückblickend. „Vielleicht schaffen Sie die 100 auch noch. Ich würde mich freuen.“ Bürgermeister Udo Hörstmann betonte, ihm sei die Muse nicht gegeben. „Versuche im Chor sind leider gescheitert, und nach meiner ersten Klavierstunde erlitt mein Lehrer einen Herzinfarkt“, sagte er.
Was der Frauenchor in den gut zwei Stunden vor einem großen Publikum darbot, war „großes Kino“. Perfekt stieg er ein mit „Uns’re kleine Nachtmusik“. Intonation, der freie Blick nach vorne – alles passte. Und auch die neue Chorleiterin Angelina Soller hinterließ von Beginn an einen hervorragenden Eindruck. Der Beckmannsaal verlieh dem Auftritt einen besonderen Rahmen.
Kurz und knackig folgte „Im Park“, dann, im schönen Glanz, „Drei schöne Dinge fein“. Die Sängerinnen ließen die Notenmappen fallen und zeigten mit „Come follow me“, dass sie mit der Zeit gehen. Mit „Siyahamba“ zeigten sie eindrucksvoll, wie gut sie ihr Repertoire beherrschten. Die etwa 30 Goldkehlchen schunkelten dazu im Rhythmus. Eine kleine Gruppe aus Christina Worthmann (Klavier), Sabine Kaufmann (Flöte) und Johannes Keller (Kontrabass) spielte sich nun mit „Badinerie“ (aus der h-Moll-Suite) und „A Modern Badinerie“ in die Herzen des Publikums, gefolgt von einer Riesenüberraschung: Die Sängerin und Schauspielerin Beate Josten betrat die Bühne und sang „Die Kleptomanin“ und „Frauen sind keine Engel“, was man ihr auch unumwunden abnehmen konnte. Ihre Darbietung riss die Besucher in ihren Bann.
Ein wunderschönes Zusammenspiel von Klavier, Flöte und Kontrabass folgte bei „Sentimentale“, und das Publikum kam nicht umhin, in Gedanken zu versinken. Beate Josten sang das Lied „Benjamin, ich hab’ nichts anzuziehn“ von Fritz Löhner-Beda und Jara Benes und drohte ihrem Verehrer an, sie werde gegebenenfalls das Haus im Negligé verlassen. Am Ende des abwechslungsreichen Liedes „Waltz“ aus der „Suite antique“ von John Rutter schafften die beiden brünetten Solistinnen an Flöte und Klavier eine perfekte Punktlandung. Beate Josten sang das zeitlose „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und überzeugte damit auf ganzer Linie. Mit dem Lied „Mit roten Rosen fängt die Liebe meistens an“ entführte sie das Auditorium auf eine weite Reise.
Mit der Messe „Body and soul“ von Lorenz Maierhofer folgte nach einer Pause der Höhepunkt des Abends. Immer wieder eingeleitet von Erläuterungen von Beate Josten gaben sich die Sängerinnen mit modernen, englischen Weisen frisch, abwechslungsreich und zeitgemäß. Die Konzertbesucher wurden immer wieder aufs Neue auf eine große Reise mitgenommen.
Der Celler Frauenchor war einfach schön anzusehen und zu hören. Dass die Sängerinnen ihre Chorleiterin mögen, war und ist offensichtlich.
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