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Kurzarbeit am JadeWeserPort - am PatchWorkPort

Zu kurz gedacht -
zu kurz gegriffen,
nach des Weltmeer’s großen Schiffen.
Milliarden in den Sand gesetzt -
Natur zu Tode bald verletzt.
dem Patchworkport fehlt die Bewegung -
Schrottkahn dümpelt vor sich hin,
die Brücken stehen ohne Regung,
was hatt’ der Bau für einen Sinn?
Feste wurden groß gefeiert -
man prunkt’ und protzte ungemein,
lobgeredet und geleiert,
als würd’ nichts auf Erd’ noch schöner sein.
Minister gaben sich die Ehre
und die Klinken in die Hand -
fern des Alltags Erdenschwere
rauschte die Kiste vor die Wand.
Kurzarbeit kam dabei raus,
die man erwägt sie einzuführen -
der Werker zweitesschlimmster Graus,
vor Schlange steh’n an JobCent’ Türen.
Doch weiter wird es schön geschrieben,
dies Unsinnswerk an Jades Küste –
weil es so schön viel Geld getrieben
in Richtung der Erbauer Lüste.

ewaldeden©2013-02-12

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4 Kommentare

... und genau so träumt man hier - sowie man dort, wo man sich an den - von den Steuerzahlern abgesahnten - Investitions-Milliarden gesundgestoßen hat, und noch stößt, hofft, dass die Träumer nicht ihre Macht verlieren.

Wilhelmshaven, du ewige Braut …

Wie oft, du altes Fräulein,
hat man dir schon was vorgemacht?
Wie oft, du altes Fräulein,
hat echt für dich das Glück gelacht?

Mit Königsprunk und Kaisergehabe
großmächtig in die Welt gesetzt
dein erstes Kleid in Preußens Farbe
wurd’ schon bald darauf zerfetzt

Das war das Ende deiner Jugend
fortan gingst du in Lumpen nur
verdecktest schamhaft deine Tugend
verwischtest deiner Unschuld Spur

Jedoch die Freier waren rege
erkannten deines Leibes Kraft
ein Braunauer kreuzt deine Wege
hat deinen Widerstand geschafft

Mit Brautversprechen und Geschenken
hat er dich willenlos gemacht
so konnt’ bedenkenlos er lenken
dich zu Heilsgeschrei und Eisen kracht

Was hat man dir nicht all versprochen
an Gütern und Gesellschaftsweihen
für lichte tausend Ehejahre
die reichten bis zum Morgengrauen
denn da war alles schon zerbrochen

Wieder gingst du arg in Lumpen
mit zerschlag’nen Gliedern
deine Beine waren Stumpen
nix war mehr mit Heldenliedern

Als du endlich dann genesen
konntest wieder dich am Körper freu’n
trat das nächste Freierswesen
an – und tat dir Blumen streu’n

Dein Lechzen nach des Lebens Blüte
machte dir das Denken blind
du schautest gar nicht in die Tüte
warst wie ein ausgehungert Kind

Und wieder tönten die Trompeten
von Wohlstand und von Arbeit satt
doch als du dann zum Tanz gebeten
war nichts mehr da als nur noch Watt

Der Strand, die Düne und die Sandbank
war vieler Binnenländer Traum
der Ruhrpotthimmel machte krank
Genesung gab’s am Jadesaum

Du hast dich gut damit beschieden
und wurd’st zum kleinen Paradies
doch irgendwer hat’s dir gemieden
und griff erneut zum Hochzeitsvlies

Man kannte deine wunden Stellen
dein Sehnen nach der großen Welt
drum schlug man riesengroße Wellen
hat dir damit den Blick verstellt

Alu wollt man produzieren
als der Zukunft tragend Säule
doch nach hin und herprobieren
wurd daraus ’ne Chlorgaskeule

Als dann die fremde Lust befriedigt
stand’st du erneut alleine da
hast sogar noch den verteidigt
der mit dir Teufels Kind gebar

Ich frage dich du ew’ge Braut
wie schnell erholen sich deine Schätze
weil schon der nächste Freier schaut
zu fangen dich in seinem Netze

Man macht dir wieder groß’ Versprechen
übertrumpft sich in der Größe Wahn
und ist dabei sie schon zu brechen
bevor die Hochzeitsnacht fängt an

Man qualmt dass bald die Schlote krachen
sogar das Schlafgemach dir voll
wenn du erstickst dann hört man Lachen
und reden dass doch alles toll

Gewiß wirst du auch dieses Werben
noch einmal leidlich überstehn
doch wenn die letzten Bürger sterben
wie wird’s mit dir dann weitergeh’n

ewaldeden©2013-02-13

Ischa nun wirklich Pech, dass alle Bemühungen um Wilhelmshaven - über die Jahrzehnte hinweg - zu so wenig Erfolg geführt haben.

Des Kaisers schwimmende Wehr, mit der er sicher zu stellen trachtete, dass das Deutsche Reich nicht nach der britischen Pfeife zu tanzen brauchte - wir dürfen ja nicht vergessen: Die auf Expansionskurs befindlichen Engländer und Amerikaner wollten den übrigen Staaten vorschreiben, wie groß ihre Flotten sein dürften - und damit ihre Bedeutung in der Welt. Aus manchem Grund erschien da Schlickort, wo vorher, wie der Volksmund sagt, "der letzte Hund verfroren war" ein geeignetes Plätzchen zu sein, um in der strategisch ungünstigen Lage, in der sich das Kaiserreich befand, wenigsten ein wenig dagegen zu halten.

Das "Zwölfjährige Reich" setzte dann die Marine-Tradition deshalb dort fort, weil sich der Neubau entsprechender Hafenanlagen erübrigte - und die Bundesrepublik Deutschland machte es später ähnlich.

Allein, die kleine Bundesmarine - nun Deutsche Marine - ist natürlich nicht in der Lage, der Stadt ein wirtschaftliches Rückgrat zu bieten. Handel und Industrie mussten her. Doch nichts war von Dauer. Anders als bei der Einrichtung gedacht, konnte ein Wirtschaftsunternehmen nach dem anderen den sich verändernden Verhältnissen auf dem Weltmarkt nicht mehr standhalten. Schreib- und Büromaschinen wurden durch den Computer ersetzt, die Ölpier, in die man soviel Hoffnung gesetzt hatte, wurde nicht mehr gebraucht, weil die dazu gehörige Industrie an dem Standort ihre Konkurrenzfähigkeit verlor. Schließlich fällt die Eröffnung des JadeWeserPorts in eine Zeit der Transportflaute in der Schifffahrt.

Es geht dabei nicht ums Absahnen durch Investoren oder Firmen, die an den kritischen Standort sowieso nur mit sehr viel Überredungskunst zu locken sind. Wir fühlen aber mit Euch, liebe W'havener, dass ihr immer und ewig die Karte zieht, deren Namen ich hier nicht nennen will.

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