Ständig alter Wein in neuen Schläuchen

Schleierhaft …

Die Bezeichnung ‚schleierhaft’ trifft vielleicht nicht direkt des Pudels Kern – ‚unverständlich’ wäre sicher besser und zutreffender für das, was ich meine und was mir wie ein dauernder Seenebel seit mehr als zwei Jahrzehnten über der Stadt zu liegen scheint. Ich meine die immer wieder auftauchenden und zum Thema werdenden „Altlasten“ innerhalb der Stadtgrenzen, wie zum Beispiel das Areal der ehemaligen städtischen Müllkippe an Kirchreihe und Neuengrodener Weg. Wie zum Beispiel das alte Hafenbecken binnerseits des Fliegerdeiches (das man so schön klingend als ‚Banter See’ benannt hat – die Bezeichnung lehnt sich irgendwie an ‚Silbersee’ an und hat gewiß auch über einen langen Zeitraum hinweg die Sehnsucht vieler, vor allem jüngerer und mittelalter Jadestädter, nach ein wenig mehr Romantik in ihrer „Reißbrettstadt“ gestillt ), und in das man kurz vor dem Einmarsch der polnischen Exilarmee alles das, was in der Kriegswaffengiftologie der Zeit Rang und Namen hatte kopf- und rücksichtslos versenkte, um es [das verseuchte Hafenbecken] dann nach dem Ende der Kriegshändeleien mit einem Damm - aus den Trümmern der durch Bomben zerstörten Existenzen vieler Wilhelmshavener - gegen die übrigen Hafenbecken abzuschotten. Das Schicksal des jetzt schon fast ungeliebten sog. „Banter See“ teilt übrigens auch das Gewässer rings um das kaiserliche „Rüstersieler Fort“. Auch da wurde auf Teufel komm raus kurz vor dem drohenden Einmarsch der Siegermächte alles Angstmachende hineinverklappt. (Welch schöner ziviler Ausdruck für eine von der Angst getriebene Kriegsgiftentsorgung). Zwischen diesen genannten Schwerpunkten innerhalb des Stadtgebietes besteht nur ein kleiner, aber gravierender Unterschied – die erstgenannten kochen in schöner Regelmäßigkeit und zu jeweils gegebenen Anlässen immer wieder heiß hoch und überraschen und verblüffen die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung stets als etwas völlig Neues und Unbekanntes, dem man denn wieder mit teuer bezahlten externen Gutachten zu Leibe zu rücken vorgibt, während es um die giftige Misere des Fortgrabens allezeit relativ still zugegangen ist und geht. Mit Grabesruhe habe ich es vor Jahren angesichts einer Reihe toter Wildgänse und Schwäne auf dem Rüstersieler Gewässer einmal benannt (sinnigerweise residiert ja inmitten dieses Totengewässers die „lebendige“ Vogelwarte Helgoland – Institut für Vogelforschung).
Mein Resümee aus diesen Fakten ist die Erkenntnis, dass in Schlicktau in der Mehrzahl Bürger leben, die blind und taub zu sein scheinen und von einer offensichtlich verantwortungslosen Stadtspitze immer wieder in die Irre geführt werden.

ewaldeden

Bürgerreporter:in:

Ewald Eden aus Wilhelmshaven

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