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Hartmut Falkenberg: "Die Menschen machen das Leben in Evestorf lebenswert"

  • Hartmut Falkenberg mit seinen Enkeln Noah und Lasse (1 Jahr und 11 Monate).
  • Foto: Hartmut Falkenberg
  • hochgeladen von Annika Kamissek

Hartmut Falkenberg ist Chef der Evestorfer Dorfgemeinschaft und war von 2003 bis 2009 Ortsbürgermeister von Evestorf. Im myheimat E-Mail-Interview verrät er, was den kleinen Ort am Deister lebenswert macht und welche Ecken von Evestorf er Touristen zeigen würde.

Herr Falkenberg, seit wann leben Sie in Evestorf, wann waren Sie Ortsbürgermeister und seit wann sind Sie Vorsitzender der Dorfgemeinschaft?

Ich lebe mit meiner Frau seit 1974 in Evestorf. Unsere beiden Töchter sind in Evestorf groß geworden. Sie sind inzwischen verheiratet, eine lebt in Evestorf, die andere in Bredenbeck. Sie sind dem Deister also treu geblieben. Vor meiner Wahl zum Ortsbürgermeister von Evestorf im Januar 2003 war ich bereits Mitglied im Ortsbeirat von 1992 bis 1996 und ab 2001 im neu gebildeten Ortsrat. Im Januar 2009 bin ich als Ortsbürgermeister aus privaten Gründen zurückgetreten, gehöre dem Ortsrat aber weiterhin an. Den Vorsitz im Verein Dorfgemeinschaft Evestorf habe ich im Februar 2009 übernommen, nachdem ich diese Aufgabe schon einige Zeit zuvor kommissarisch ausgeübt hatte.

Wenn jemand überlegt, ob er mit seiner Familie nach Evestorf ziehen soll: Mit welchen Argumenten würden Sie für den Ort werben? Was macht Evestorf lebenswert?

Wenn man das ruhige Leben auf dem Land mag, dann ist Evestorf aus verschiedenen Gründen interessant. Nach der sich über mehrere Jahrzehnte hinziehenden Planung einer Ortsumgehung ist diese im Jahr 2002 endlich fertiggestellt worden. Seither ist die Verkehrs- und Lärmbelastung auch an der Hauptstraße nur noch gering. Noch ruhiger ist es im Ort selbst.
Evestorf liegt im beschaulichen Deistervorland, Rad- und Wanderwege sind reichlich vorhanden. Die Verkehrsanbindung nach Hannover ist über die B 217 und durch Busse bzw. die S-Bahn von Weetzen bzw. Sorsum oder die Straßenbahn ab Wettbergen gut gelöst. Auch in südliche Richtung nach Springe oder Hameln geht es über die B 217 oder die S-Bahn ab Weetzen bzw. Holtensen schnell und komfortabel.
Das Dorfgemeinschaftsleben wird geprägt durch die örtlichen Vereine, das sind die Chorgemeinschaft Fidelia Evestorf, die Freiwillige Feuerwehr, das DRK Evestorf, den Männerkochclub (EEMKC) und den Verein Dorfgemeinschaft Evestorf, dessen wichtigste Aufgabe die Verwaltung und Unterhaltung des Dorfgemeinschaftshauses ist. Dazu gehört auch die Planung und Durchführung von größeren Veranstaltungen, z. B. Open-Air-Konzerte. Und es sind schließlich die Evestorfer selbst, die das Leben in Evestorf so lebenswert machen.

Was könnte in Evestorf noch besser werden, damit die Wohnqualität steigt?

Seit der Eröffnung der Ortsumgehung 2002 fordern wir eine ortsgerechte Herichtung der alten Bundesstraße mit Verkehrsberuhigungsmaßnahmen. Die breite und sehr gerade verlaufende Ortsdurchfahrt verleitet viele Autofahrer leider dazu, zu schnell zu fahren. Das ist gerade für die Schulkinder und ältere Einwohner nicht ungefährlich. Es stehen jetzt wieder Verhandlungen mit der Straßenbaubehörde an und wir hoffen sehr, dass wir im nächsten Jahr zu einem vernünftigen Ergebnis kommen. Dazu gehört auch die Erneuerung des Fuß- und Radwegs entlang der Ortsdurchfahrt einschließlich Straßenrandgestaltung (Gosse, Buchten, Pflanzbereiche). Auch im Ort selbst sind Straßendecken und Fußwege zu sanieren.

Welche schönen Ecken von Evestorf würden Sie Touristen zeigen?

Nicht unbedingt für Touristen, aber für unsere Einwohner und deren Besucher sowie für Jung und Alt aus der näheren Umgebung ist unser ideal am Ortsrand gelegenes Dorfgemeinschaftshaus mit dem großen, mit vielen interessanten Spielgeräten ausgestatteten Spiel- und Bolzplatz sowie einer Boulebahn eine Attraktion. Weiter laden Rad- und Wanderwege zu kleinen Spaziergängen aber auch größeren Touren ein. Besonders beliebt sind die Wege entlang der „Beeke“. Am Zusammenfluss des Bredenbecker Baches mit dem Wennigser Mühlbach erinnert der „Ihmestein“ seit 2009 daran, dass die Ihme hier ihren Ursprung hat.

Gibt es noch Evestorfer Veranstaltungen in diesem Jahr, auf die Sie sich besonders freuen?

Ja, auf die Silvesterfeier im Dorfgemeinschaftshaus, die mit circa 60 Einwohnern aus Evestorf und Umgebung sowie 16 Kindern, für die ein eigener Raum zur Verfügung steht, eine überaus positive Resonanz gefunden hat. Das wird eine schwungvolle und fröhliche Jahresendveranstaltung!
Für 2011 stehen schon zwei größere Veranstaltungen fest. Die Freiwillige Feuerwehr Evestorf feiert am 21. und 22. Mai ihr 85-jähriges Bestehen und der Norddeutsche Frühschoppen 2011 findet am Sonntag dem 3. Juli ab 11 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus Evestorf statt.

Wenn Sie an die Evestorfer Geschichte denken: Woher stammt eigentlich der Name Evestorf?

Das Datum der Entstehung von Evestorf lässt sich nicht genau bestimmen. Im Jahr 2002 haben wir die erste urkundliche Erwähnung vor 750 Jahren, also im Jahr 1252, gefeiert. Ebenso ist auch die Herkunft des Ortsnamens nicht exakt überliefert. In der Urkunde lautet der Name „Euerdestorpe“, unterzeichnet von einem „Johannes de Euerdestorpe“ bzw. auch „Johannes de Eversdorp“, der sich wohl als ritterlicher Zeitpächter nach dem Ort benannte, in dem er seinen Besitz hatte. Das alles und noch viel mehr kann man in den beiden Bänden der „Chronik eines Calenberger Dorfes – Evestorf“ nachlesen. Die Chronik wurde von dem Evestorfer Horst Schmiedchen verfasst und ist im September 2004 erschienen. Sie umfasst über 1000 Seiten, ist reich bebildert und kann beim Verfasser bezogen werden.

Wo sehen Sie Evestorf in zehn Jahren?

Die jungen Familien von heute werden das Dorfgemeinschaftsleben in Evestorf im Wesentlichen bestimmen. Sie werden auch in den Vereinen und Gremien des Ortes den Ton angeben und auch angeben müssen. Die dann (noch) ältere Generation wird gern dabei helfen und ihre Erfahrung einbringen, aber auch gern beobachten, was die „Jungen Leute“ so auf die Beine stellen.
Die Ortschaft selbst wird hoffentlich, ausgehend von einer sanierten und verkehrsberuhigten Ortsdurchfahrt, durch Modernisierung und Verschönerung von Häusern und Gärten (noch) besser dastehen als heute. Die wenigen Baulücken werden geschlossen sein – und – wer weiß, vielleicht wird dann auch ein neues Baugebiet ausgewiesen sein und Evestorf noch einen großen Schritt voranbringen können.

Was zeichnet den Verein Dorfgemeinschaft Evestorf aus? Und wo zwickt es?

Der Verein Dorfgemeinschaft Evestorf e.V. (DG-Verein) ist der Trägerverein des Dorfgemeinschaftshauses (DGH). Er verwaltet und vermietet das DGH und führt zusammen mit örtlichen Vereinen größere Veranstaltungen durch, die für einzelne Vereine allein zu groß bzw. riskant wären.
Die Abgrenzung solcher Veranstaltungen ist manchmal nicht einfach und führt immer wieder mal zu Diskussionen. Durch die Berücksichtigung der örtlichen Vereine bei der Besetzung des Vorstands des DG-Vereins sollen solche Reibereien vermieden werden.

Viele Vereine beklagen das fehlende Engagement des Nachwuchses. Welche Beobachtungen machen Sie bei den Evestorfer Vereinen?

Die Einbindung der jungen Generation in die örtlichen Vereine und Gremien ist auch in Evestorf noch nicht überall zufriedenstellend gelungen. Es gibt aber einige gute Ansätze und es ist eine vordringliche Aufgabe der derzeitigen Vereinsführungen, diese zu fördern. Dem DRK Evestorf ist es bereits gelungen, einen jungen und engagierten Vorstand zu etablieren.

Seit zwei Jahren schreiben Bürgerreporter aus Wennigsen auf dem Mitmachportal der Calenberger Zeitung, myheimat. Was halten Sie von dem Projekt?

Ich sehe darin ein belebendes Element für die lokale Berichterstattung. Als „Insider“ haben die „Bürgerreporter“ mehr Detailkenntnisse, die ihre Berichte meist sehr authentisch wirken lassen. Manchmal besteht aber die Gefahr, dass die persönliche Bindung zulasten der Objektivität geht.
Was mir gar nicht gefällt ist die Bezeichnung „myheimat“. Was soll eine derartige Vermischung von Sprachen? Es gibt Bezeichnungen, die aus anderen Sprachen entlehnt werden können oder auch müssen, weil sie sich international durchgesetzt haben und dem sicheren Verständnis dienen. Aber „myheimat“? Das klingt noch nicht einmal gut und wirkt – nicht nur auf mich – befremdlich.

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