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Mien Läben in datt "40 Johr - Land" - nöömt DDR

Mien leiwen Öllern hebben mi Felix nöömt, as ick gebuurn wier. Sei bekaemen von „Varrer Staat“ 1.000 DDR – Mark (einduusend!!). Harrn wi noch ein Schwester dortau, wüürn noch 1.500 Mark taulecht. Worüm so vääl Geld? Ahn Nawuchs kann kein Staat existieren. Vörher wier dei Geburtenrat ´ inne DDR follen. Und so harr uns´ Familie watt dorvon un die Staat ook. Mien Murrer güng wie mien Varrer tau Arbeit. Von mien Gebuurt an kraech mien Murrer ein ´ Fristellung för 24 Maande (1986) von dei Arbeit. Man nöömte datt „Babyjohr“ Ook dei Varrers künn ´ ein Johr tau Huus blieben. Datt gaew noch ein poor annere Vergünstungen för dei Murrers, up dei ick hier nich ingahn kann. Geld för dei Arbeit gaew datt wierer, nur datt kaem jetzt von dei DDR – Versääkerung pünktlich jeden Maand up ´ t Konto. Mien Murrer künn sick üm mi kümmern, doch ruckzuck wier dei Tied üm, un ick wüür morgens in dei Kinnerkripp bröcht, mal von Varrer un denn werrer von Murrer. Ass ick drei Johr old wier, wesselte ick inn ´ Kinnergorden. Ick müsst ümmer früh upstahn, oewer ick freute mi up denn Kinnergorden, denn hier künn ick mit dei annern Kinner niege schöne Lieder liern. Am leiwsten süng ick mien „Bummilied“, dei annern natürlich ook. Wecker Kind in dei DDR hett datt nich sungen? Oewer noch vääl anner Schönes hebben wi hier liert. Ick denk ´ giern an disse Tied mit dei annern Kinner trüch.
Bummi-Lied

Text: Ursula Werner-Böhnke Musik: Hans Naumilkat

1. Kam ein kleiner Teddybär
aus dem Spielzeuglande her.
Und sein Fell ist wuschelweich.
Alle Kinder rufen gleich:
|: Bummi, Bummi, Bummi, Bummi,brumm, brumm, brumm. :|
2. Alle Kinder nah und fern
haben unser Bärchen gern,
Bummi ladet alle ein:
"Ihr sollt meine Freunde sein!"
3. Pusteblumen hinterm Zaun,
drüber Heckenröschen schaun.
Jedes Blümchen auf der Welt
auch zu Bummis Freunden zählt.
4. Fröschlein, Ente, Silberschwan,
Watteschäfchen, Miez und Hahn -
jedes Tierlein auf der Welt
auch zu Bummis Freunden zählt.
5. Mit dem Ball und Püppchen Ruth
spielt er und verträgt sich gut.
Jedes Ding, das mir gefällt,
auch zu Bummis Freunden zählt.
|: Bummi, Bummi, Bummi, Bummi, brumm, brumm, brumm.: |

Bald oewer wier dei Tied rüm un dei Schaul süll losgaahn. Doch ein Johr vörher heww ick mit dei annern Kinner dei Vörschaul besöcht. Endlich wier datt sowiet, un ick wüür inschault, so nöömten datt dei Öllern. Ick freute mi nu nich miehr ass Kinnergordenkind behannelt tau warden, un ick freute mi ook up dei grote Zuckertüüt ´, dei ick mi von denn Zuckertütenboom nähmen künn. „Hurra, ick bün ein Schaulkind un nich miehr lüüt!“ süngen wi in die Schaul. Denn wüür ick ook „Jungpionier“ un bekaem ein wittes Hemd un ein blaues Halsdauk, un up denn Arm harr ich dat Teiken von denn Pionierverbund, datt JP. Ick freute mi, dortau tau gehüürn. Ick lierte gaud, heww männigein „Bienchen“ (Immchen) dorför kraegen, denn späärer wüll ick mal studiern. In mien Frietied sammelte ick flietich Oltpapier un Buddels, - för dei Solidarität heit datt - dormitt künn ick ook dei Kinner in Afrika un woanners inne Welt helpen, dei datt nich so gaud güng, as uns. Ook datt heww ick giern maakt. Ick mell ´te mi bi dei AG Astronomie an. Dorför bruukte man nich tau betahlen. Inne Schaul wüürn öfter mal dei Ranzen kontrolliert, dorför müßt´ ick denn gesamten Inhalt von denn Ranzen upn Disch leggen, watt nich tau denn Ünnerricht gehüürte, behöll dei Liehrer in, dei Öllern künnen sick datt werrer awhaalen orrer wi kraegen einen Indrach in uns Schauldagebauk, datt jeder Schäuler bi sick harr.
Henn un wenn wier ick ook mal krank, mien Murrer güng mit mi taun Doktor, dei verschraew Tabletten gegen Halsweih ´ orrer Nasendruppen, äben allns, watt ick so bruukte, üm gesund tau warrn. Tau betahlen bruukte mien Murrer ook hierför nix.
Ick wüür grötter un öller un wull Astronom warrn, villicht ook Meteorolog ´. Mien schaulischen Leistungen wiern gaud. So wie datt dei Regeln vonne Pioniere un mien Öllern von mi verlangten. Ook Fritz Reuter, ein Mäkelbörger wi ick, sall secht hebben: „Liehr watt, Jehann!“ Ein anner mi nich so bekannte Mann, - Lenin, sall datt wääst sien - hett up hochdüütsch secht :“ Lernen, lernen, nochmals lernen!“
Ass ick vierteihn wüür un dei 8. Klass´ besöchte, maak ick, wie dei meisten Klassenkameraden, bi dei Jugendweih ´ mit, besöchte Veranstaltungen, liernte hierbi, watt dei ölleren Minschen weiten mütten, denn bald, so wüür secht, gehüürn wi ook dortau – taun Kreis (Krink) vonne Erwachsenen. Oewerall Verantwuurdung un Plichten, sünst güng´ t woll nich inn Läben!
Inne 8. Klass ´ von dei Polytechnisch ´ Oberschaul künn ick Mitglied bi dei Blauhemdendrägers warrn, FDJ (Friee Düütsche Jugend) nöömten dei sick. Üm tau studiern, müsst ´ ick dei Oberschaul besööken – datt Abitur schaffen. Disse Schaul nöömte sick „Erweiterte Oberschule“ – früher hett datt Gymnasium heiten. Na dei 9. Klasse güng datt los, orrer ook, wenn man dei 10. Klass ´ mit ein Prüfung awschlaten harr, künn ´ wi an disse Schaul wesseln, wier oewer vör sei nich ganz so leicht. Inne 11. Klass´ heww ick mi bi ein Universität beworben un bünn ook von uns Schaul denn Schaulrat taun Studium vörschlagen worrn. Jede Schaul künn ein bestimmte Antahl von gaude Schäulers vörschlagen, Plätze anne Uni wiern begrenzt, dormit ook alle ehre Arbeit spärer erhollen künnen. Dei Besten künnen denn studiern, wenn die Schaulnoten, dei Beurteilungen un oft ook dei soziale Herkunft in denn Plan passten. Leistung un Herkunft wiern wichtig. Dei Plan hett denn ook noch sienen Deil bidragen. Nich all ´, dei datt wullen, künnen datt Abitur maaken. För d e i blaew dei Volkshochschaul orrer ein Wech na den Berufsschaulawschluss. Manch ´ ein hett sien Abitur an ein Oberschaul mit Berufsuutbildung maakt. Die wier noch bärer an, denn harr all mit 19 Johrn einen Beraup un dormit watt „Sicheres" ünner dei Fäut.“ Nu oewer will ick mi mit disse Saak nich länger uphollen. Dei Uni wier mi noch sääkerer, wenn ick mi för drei Johr friewillig taun Dienst inne NVA (Volksarmee) meld´ te.
Ick küün glieks studiern un güng dornah mienen Deinst awleisten. Wer uut Oewertügung Kandidat inne SED worrn wier, up denn´ kaemen noch miehr Verantwuurdung dortau, denn dei wüürn in wichtige Funktionen dörch dei Kaderlüüd bröcht. Dei Staat wüll giern Lüüd hebben, dei ook mit Oewertügung un Insicht för dei gewullte Entwicklung wiern. Datt Wuurd „Karriere“ heww ick ierst na dei Rückwenn ´ inne DDR kennen liert. Oewer dat is schon werrer ein anner Geschicht ´. Dormit mütt sick nu mien Kinner rümschlahn. Mi hebbt dei, dei 1990 ann 3. Oktober oewer uns kamen sünd, schon vörher uutsortiert, un nich bloß mi. Inne DDR is uns vääl schenkt woorn, doch ümmer wier dei eigen Leistung un dei Willen entscheidend för datt Vörwartskaamen. Mien Läben mag vör vääle anner Läben stahn – ganz normal in dei Tied bitt taun 9. November 1989. Oewer disse Tied moeten nu anner urdeilen un schriewen. Liern ´ mööten´s hüüt ook orrich, ob oewer all die Uni beseuken künn ´ dei datt giern müchten, steiht schon werrer up ein anner Blatt.

Dormit mütt sick nu mien Kinner rümschlahn. Mi hebbt dei, dei 1990 ann 3. Oktober oewer uns kamen sünd, schon vörher uutsortiert (ruutsmääten), weil ick „staatsnah“ wier, so nöömten sei datt verschämt, un nich bloß mi passierte datt. Ein poor hunnertdusend gaud uutbild ´un Minschen wüürn up disse Wies ´ uutwesselt. Mien Sicht, dei Welt so tau seihn wie sei iss, wier för dei Niegen „appeldwattsch“, nich tau gebruuken. Dorvör künnen ehr Lüüd uut die tweite Reich alln ´ns so verträden, wie datt von dei „olle Gesellschaft“ seihn warrd. Mainstream nöömt sick datt denglish spraaken.
Ick heww mi mien´ n eigen Reim dorupp maakt: „Wi Mäkelbörger sünd nich oewelnäämsch un nahdragend, doch wi vergäten ook nix!“. Ünnerkraegen laaten heww ick mi nich. Ick heww doch liert, ümmer na vörn tau kieken un nich trüchwarts.
Inne DDR is uns vääl schenkt woorn, doch ümmer wier dei eigen Leistung un dei Will ´ entscheidend för datt Vörwartskaamen. Mien Läben mag vör vääle anner Läben stahn – ganz normal in dei Tied bitt taun 9. November 1989. Oewer disse Tied moeten nu anner urdeilen un schriewen. Liern ´ mööten´s hüüt ook orrich, ob oewer all dei Uni beseuken künn ´ dei datt giern müchten, steiht schon werrer up ein anner Blatt un hängt meistens von denn Geldbüüdel aww. Dei iss oewer nich immer gerecht füllt.
Bün gebuurn inne Weimarer Republik – Kindheit verlääwt inne Nazi - Tied – mitwirkt inne DDR – lääw nu in ein grötteres Düütschland.

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DDRBRD

38 Kommentare

Richtig!

Erstens: was ist die Grundaussage von diesem Artikel???????????

Zweitens: Facebook, Internet usw hatten wir im Westen auch nicht...

Müßte eigentlich erfasst werden können. Doch dazwischen stehen unterschiedliche Leben. Mehr wollte ich nicht erreichen, doch einige Leser sind ein wenig voreingenommen. +++

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