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Kinder in Auschwitz - Lesung und Musik in der Marie Curie Schule Empelde

Der Schulleiter, Herr Dr. Hellberg, und Dr. Steger.
Ronnenberg: Marie Curie Schule | Es fiel schwer nach der Lesung Worte zu finden. Die Geschichten von Orli Wald, die Dr. Bernd Steger aus dem von ihm mit herausgegebenen Buch "Hinter der grünen Pappe" vortrug, sind aus so persönlicher Sicht eines Häftlings in Auschwitz geschrieben, dass die Zuhörer auch nach den Musikeinlagen nicht mehr applaudieren mochten.
Der sonnenerfüllte Innenhof der Schule bildete einen wirkungsvollen Kontrast zu den düsteren Erlebnissen, die Orli Wald, die 1962 in Ilten verstarb und auf dem Engesohder Friedhof beigesetzt ist, zu Papier gebracht hat. Als Kommunistin wurde sie mit 22 Jahren 1936 verhaftet und nach 4 1/2 Jahren Zuchthaus als "Schutzhäftling" erst nach Ravensbrück, dann nach Auschwitz gebracht, wo Mithäftlinge ihr den Ehrentitel "Engel von Auschwitz" verliehen.
Dr. Steger fügte die Fakten zwischen die Geschichten ein. Es ging ihm auch darum zu zeigen, dass nicht nur Juden in den Konzentrationslagern umgebracht wurden, und dass die Nazis, allen voran vielleicht der berüchtigte Dr. Mengele, kalt, gefühllos, herzlos, das Geschäft des Tötens, auch von Kindern, unter Effektivitätsgesichtpunkten betrieben.
Die Klezmermusik, dargebracht vom Duo Hora, unterstrich in der Auswahl der Stücke, in der Mehrzahl in den Konzentrationslagern entstanden, die Sicht der Gepeinigten. Der Inhalt wurde rasch erzählt oder auf Jiddisch vorgetragen, so dass die Zuhörer zumindest wussten, wenn auch nicht alles verstanden, um was es ging. Der Schlussapplaus, der dann doch kam, galt vielleicht vornehmlich dem leidenschaftlich dargebotenen letzten Lied "Wir leben ewig", und die Vortragenden dieser Matinee hatten sich den Beifall wirklich verdient.

Am Sonntag, 13. Juni um 11:00 Uhr: Matinee "Das Ende des Schweigens". Salomon Finkelstein, Überlebender von Auschwitz berichtet, musikalisch begleitet von Jael Finkelstein und dem Jael Jones Jazz Quartett.
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