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94 Eine Calenberger Stadt erinnert sich ihrer historischen Wurzeln.

Die Stadt Ronnenberg, die soeben eine 475jährige Schultradition gefeiert hat, (s. meine Artikel 92 und 93 auf my heimat) bereitet sich noch in diesem Jahr auf einen weiteren historischen Höhepunkt vor. Im Jahre 968, also vor 1050 Jahren wurde der Ort Ronnenberg erstmalig von einem Chronisten erwähnt. Doch damit nicht genug. Bei der Aufarbeitung der Ortsgeschichte stellte sich heraus, dass das Alter Ronnenbergs nicht etwa durch diese schriftliche Quelle bestimmt wird sondern durch Datierungen archäologischer Funde und Befunde umfangreicher Grabungen, die Ronnenberg ein Alter von nunmehr 2000 Jahren verheißen. Gestützt werden diese Datierungen durch Interpretationen der Ortsnamenforschung zum Ortsnamen. Aufgrund dieser Fakten geht der Heimatbund von einer 2000jährigen Siedlungskontinuität aus, zumal die Kontinuität der Ronnenberger Siedlungsplätze in dem noch weitgehend papierlosen ersten Jahrtausend zusätzlich durch Datierungen einer Straßenstation an der antiken Fernstraße Helllweg vor dem Sandforde (Velster Feld) gestützt werden.
Ronnenberg war demnach in den letzten 2000 Jahren kontinuierlich bevölkert. Die grundlegenden Daten sind in dem folgenden Kurzportrait zusammengefasst:

 Altersbestimmende Ronnenberger Traditionen



"Der Ortsname entstammt laut Prof. J. Udolph der vorchristlichen, indogermanischen Zeit. Als Namensgeber wird ein heidnisches Heiligtum auf dem Tempelberg im Zentrum der Siedlung angenommen. (Wissenschaftliche Deutung)

Von dem Chronisten Widukind von Corvey erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort Ronnenberg 968 in seiner Sachsengeschichte als Runibergun. Dieser Ort soll einer Nacherzählung zufolge im 6. Jh. Schauplatz einer dreitägigen Reiterschlacht gewesen sein. Die Lokalität dieses Schlachtortes ist derzeit noch wissenschaftlich umstritten, da Grabungen, die in Thüringen jahrhundertelang ergebnislos verlaufen sind, im Calenberger Land bisher nicht vorgenommen wurden. Die Bestätigung der Existenz Ronnenbergs im 10. Jh. durch den Zeitzeugen Widukind gilt dagegen als gesichert, zumal diese Quelle wenige Jahre später durch die Quedlinburger Annalen noch bekräftigt wird.

Der ursprüngliche Siedlungsplatz an den Quellbecken der Beeken (Ortskern), nachweisbar seit der La Tène III Zeit ist archäologisch durchgehend belegt seit der Zeitwende und blickt somit auf eine 2000jährige Vergangenheit zurück.

Der Kirchenhügel (ehemals Tempelberg) wird im MA über nahezu 600 Jahre geprägt durch das Nebeneinander von zwei Gotteshäusern, die dem Missionar Bonifatius und dem Erzengel St. Michael geweiht sind. Das dortige Kirchenzentrum ist mindestens 1000 Jahre alt, erstmals urkundlich belegt 1076 mit der Bonifatius-Kapelle und 1178 als Kirchspiel mit einem zentralen Gottesacker um die Kirche herum, der 1850 an den Weingarten verlegt wurde. Auf diesen Gräberfeldern fanden auch die Verstorbenen der eingemeindeten Orte ihre letzte Ruhe. Erstmals belegt sind weiterhin 1291 die im 12.Jh. an der Stelle einer älteren Kirche als romanische Basilika erbaute Michaeliskirche, 1543 das Schulzentrum und 1589 der Kirchenkreis des Calenberger Landes. Als Verfassungsort, Gerichts- und Richtplatz, Vogtei ist Ronnenberg ab 1073 bis ins 19. Jh. belegt.

Ebenfalls archäologisch belegt seit der Zeitwende bis ins auslaufende MA ist eine antike Straßenkontrollstation am Hellweg vor dem Sandforde. (Velster Feld)

Dass das Wappen des Freihofes und der Ministerialen-Familie von Ronnenberg (heute Stadtwappen) offenbar dem merowingischem Familien-Clan der „March d´Dartois“ aus Austrasien entstammt, wirft Fragen nach einer möglicherweise frühen politischen Einflussnahme der Merowinger im Calenberger Land auf."

Die Aufzählung historischer Ersterwähnungen hält also für dieses Jahr mit dem ab 1178  belegten Kirchspiel/Kirchengemeinde - 2018 = 840 Jahre  noch einen weiteren Höhepunkt bereit, der dann allerdings das Ronnenberger Kirchenzentrum betrifft.

Entnommen wurden diese Daten der Materialsammlung des Heimatbundes "Abriss aus der 2000=jährigen Geschichte des Dorfes Ronnenberg"

Karl-Fr. Seemann

  • Während die Seitenteile merowingischen Ursprungs sind, ist der Dachgiebel leicht als Christlich zu erkennen. Daraus resultieren die unterschiedlichen Angaben der Gutachter zur Bauzeit (6. bis 11. Jh.)
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  • Bonifatius und Michael vereint auf dem Kirchenhügel.
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  • Wappen des merowingischen Familienclans der March d´Dartois
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