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Ein unvergessliches Reiseerlebnis

Im Kreuzworträtsel wurde nach einer Affenart gefragt. Die Lösung: Pavian.

Dazu fiel mir die aufregendste Geschichte ein, die ich jemals mit einem Tier erlebt hatte.
Auf unserer Rundreise durch Namibia am Waterberg wars . Was war geschehen ?

Unsere Männer waren gerade aufgebrochen, um einen Berg zu erklimmen. Natürlich keinen Dreitausender, aber auch nicht ganz ungefährlich.
Lindi und ich saßen vor unserem Bungalow, studierten die Reiseroute, machten Kreuzworträtsel und erzählten.
Vom Berg her hörten wir die Paviane schreien. Wir schauten uns an – Angst, nein Angst hatten wir eigentlich nicht. Aber das sollte sich ganz schnell ändern, denn der Chef der Paviane kam persönlich mit seinem Gefolge, um uns einen Besuch abzustatten.
Ich freute mich, denn einen Pavian hatte ich bis jetzt noch nicht vor die Linse bekommen. Die Freude war aber mehr auf meiner Seite, denn wie es schien, hatte er heute noch nichts Anständiges zu fressen bekommen.
Als erstes klappte er den Mülleimer auf, der am Weg stand, holte einen vollen Müllbeutel heraus und kippte alles einfach auf den Weg. Mit einem Brötchen aus der Mülltüte setzte er sich an den Wegrand und verspeiste es. Dabei ließ er uns keine Minute aus den Augen. Er glaubte wohl, dass wir ein Stück von dem Brötchen abhaben wollten – kam näher und näher, und es wurde langsam bedrohlich. Er schrie, riss sein Maul auf als wollte er uns fressen.
Ich stand da wie angewurzelt und hatte wohl den Moment verpasst, in der Hütte zu verschwinden. Lindi stand in der Tür und zerrte an meinem Arm – aber es war zu spät.
Ich stand mit meinem Fotoapparat da wie gelähmt und musste noch befürchten, dass er ihn mir aus der Hand riss, denn er grabschte mit seinen langen Affenarmen danach.
Da stand er allein vor mir, der Chef der Paviane vom Waterberg und schrie, zeigte dabei seine großen Zähne und dachte, er könne mir Angst einjagen. Naja, ein bisschen Angst hatte ich jetzt schon, aber das wollte und konnte ich dem Pavian ja nicht zeigen. Mir blieb keine Wahl, ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und versuchte es auf folgende Weise: ich ging zum Gegenangriff über – schaute ihm ganz fest in die Augen, pumpte meinen Körper richtig auf, hob fuchtelnd die Arme und schrie genauso wie er, zeigte meine Zähne und machte einen schnellen Schritt auf ihn zu. Mir schien, so etwas hatte er von seinen Artgenossen noch nie erlebt, denn er stutzte und sprang zurück. Er versuchte doch tatsächlich noch einmal anzugreifen, aber ich ließ mich nicht einschüchtern.
Meine Gegenattacke war noch etwas schärfer als die erste. Irgendwie mussten wir den aufdringlichen Affen doch wieder loswerden.
Er wurde plötzlich ruhiger, würdigte uns keines Blickes mehr, drehte sich um und verschwand.
Lindi stand der Schreck ins Gesicht geschrieben. Sie sagte : „Ich habe mir jetzt fast vor Angst in die Hosen gemacht, und du stehst da und fotografierst.“
So furchterregend wie er sich dort präsentierte, war er auf den Fotos dann leider nicht zu sehen .
Ich glaube, er sitzt heute noch irgendwo mit Depressionen in einer Ecke und schmollt.
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5 Kommentare
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Ronny Ullrich aus Laucha an der Unstrut | 06.07.2012 | 17:34  
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Doris Krautzberger aus Prießnitz | 06.07.2012 | 20:24  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 07.07.2012 | 09:24  
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Kathrin Schindler aus Naumburg (Saale) | 08.07.2012 | 11:33  
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 05.10.2012 | 21:05  
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