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Aus Suttorf `s Archiven (III) Die Suttorfer Kapelle im Wandel der Zeit

   
St. Viti Kapellen Register 1595/94
Siehe auch :

Aus Suttorf `s Archiven (I-II) -

http://www.myheimat.de/neustadt-am-ruebenberge/bei...

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Die Kapelle in Suttorf wurde vom Kloster Corvey gegründet. Wie das Kloster hatte auch die Kapelle in der katholischen Zeit den heiligen Vitus zu Ihrem Schutzpatron. Vitus war ein Knabe aus Lukana in Lydien , der in der großen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian um 300 nach Christus den Märtyrertod erlitt. Er hatte hohes Ansehen in der Katholischen Kirche , das Kloster Corvey glaubte seine Gebeine zu besitzen. Sein Todestag ist der 15. Juni.

Nach Ihm benannte das Kloster viele seiner Kapellen , ja auch manche dem Kloster gehörige Höfe hießen Vitshöfe. Jener Vitshof in Scharrel gehörte damals zur Suttorfer Kapelle und musste an das Kloster Corvey 20 Denare Pachtzins entrichten . Die 1907 verkaufte Kapellenwiese in Scharrel war der letzte Überrest dieses Hofes.
Das Kloster Corvey hatte in Suttorf 14 Hufen Landbesitz ( http://de.wikipedia.org/wiki/Hufe ) , das sind etwa 420 Morgen. Der Koppelname „ Möncheshof „ erinnerte noch bis in die 20 ziger Jahre des letzten Jahrhunderts an den Grundbesitz Corveys. Die früher zusammengehörigen Halbmeierstellen Nr. 11 und 12 ( wahrscheinlich damals Büsing/Heusmann heute (Thielking) /Heusmann ) stellten den damaligen „Möncheshof“ da. Das Kloster hat die Kapelle auf einem Ihm gehörenden Grundstück errichtet und mit Land ausgestattet.

Bis 1862 stand die Kapelle an der Beeke ungefähr da wo jetzt der Garten von Familie Langrehr endet ( http://www.klicktel.de/kartensuche/?lng=52348154&l... ) . Um die damalige Kapelle wurden auch die Verstorbenen beigesetzt. Die älteren Suttorfer kennen das damals unbebaute Grundstück noch als Kapellengarten. In diesem wurden gerne Schulfotos unter anderem vom Fotografen Köster aufgenommen.
Das älteste Güterverzeichnis findet sich in den Einkünfte listen der Visitatoren von 1543.
Dort heißt es : „ Die Kapelle zu Suttorf hat auch in Basse Einkommen wie folgt : 6 Stück Land – geben 6 Himpten Korn (187,9 Liter http://de.wikipedia.org/wiki/Alte_Ma%C3%9Fe_und_Ge... ) 6 Stück Marschland darauf gesehet Hafer / Abgabe 2 Malter = 12 Himpten – einen kleinen silbernen Kelch und ein Messgewandt .

Bis 1543 ist in der Kapelle in Suttorf die Messe abgehalten worden. Danach wurden die Messen durch die Abendmahlsgottesdienste für Alte und Schwache abgelöst. Bis 1854 gab es in der Gemeinde Suttorf noch ein Armenhaus.

Ab 1595 wurde vom Basser Pastor Franz Meier Jahr für Jahr Rechnung über Ein – und Ausgaben der Suttorfer Kapelle dargelegt.
1603 ist für die Kapelle für 3 Gulden die Kirchenverordnung des Herzogs Julius von 1569 angeschafft worden.

1609 bekam die Kapelle ein neues Dach. Von 1623 bis 1628 ist keine Rechnung geführt , weil die einsetzenden Nöte des 30 jährigen Krieges (http://de.wikipedia.org/wiki/Drei%C3%9Figj%C3%A4hr... ) den Handel lahm legten . Im Rechnungsbuch aus dieser Zeit steht , es sei nichts aufgekommen – Ursache wegen der letzten Neustädterschen Belagerung von 1626. Wegen der anhaltenden Transporte und Truppenbewegungen konnten die Pächter das Land nicht bestellen. Außerdem haben die Tillyschen Truppen (http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C5929702_L... ) wie in Basse die Kirchenglocken gestohlen und versteckt . ( In Basse soll sie der Sage nach noch in einem großen See liegen)

Erst 1638 ist wieder Rechnung gelegt worden . 1631 hat der damalige Kapellenvorsteher die Glocke vergraben wiedergefunden. 1641 hat man mit der Instandsetzung der vom Krieg beschädigten Kapelle begonnen. 1650 hat man 15 Taler ( http://de.wikipedia.org/wiki/1650er) für Ausbesserungen aufgewendet. 1685 fand wieder eine Erneuerung statt wobei 900 Mauersteine und 30 Dachziegeln verbraucht wurden. Die letzte größere Ausbesserung am alten Standort nahm man 1803 in Angriff . Der damalige Kapellenvorsteher Christian Köhne hat der Kirchengemeinde dazu 125 Taler geliehen. 1862 hat man sie abgebrochen und im Dorfe eine neue Schmucke Kapelle in gotischer Bauart ( http://www.myheimat.de/neustadt-am-ruebenberge/bei... ) für ca. 2500 Taler erbaut . Die Leuchter auf dem Altar sind 1826 für 7 Taler angescafft worden . Die jetzt im Turm befindliche Glocke hing bis 1863 auf dem alten Schulhaus . Für das Betglockenschlagen werden dem Kapellenküster von jeder Hoftelle jährlich 3 Roggengarben geliefert.

Die Abendsmalfeier wurde in der Kapelle bis 1615 nur in der stillen Woche (http://www.traunsteiner-tagblatt.de/includes/mehr_... ) vom Pastor aus Basse gehalten . Von 1628 bis 1680 fand die sie 4 mal und von 1681 dann 3 mal im Jahr statt. Die jeden 2. Sonntag vom Suttorfer Lehrer zu haltenden Betstunde sind etwa um 1800 eingerichtet worden.

Erwähnenswert ist noch das um 1700 die zur Kirche gehörige Großköttnerstelle Nr. 19 ( Hof befand sich bis zum Abbrand im heutigen Veilchenweg Fam. Poppe) die Verpflichtung gehabt hat die Kirche zu Pfingsten zu bekränzen.

1944 viel eine Luftmine ins Dorf. Dabei wurde auch die Kapelle stark beschädigt . Am 6.11.1955 waren endlich die Bretter von den Kirchenfenstern verschwunden , und die Einweihung konnte erfolgen . Besondere Beachtung fand das neue Buntglasfenster (http://www.myheimat.de/resources/mediadb/2009/01/0... ) in der Mitte der Apsis . Es stellt in leuchtenden Farben die Auferstehung Jesu Christi dar . Das Dach der Kapelle musste aufgrund der hohen Schäden 1975 neu eingedeckt werden. Bei diesen arbeiten stellte sich heraus das einige Sparren morsch waren. Man entschloss sich dann auch in einem Zuge den gesamten Innenraum zu renovieren.

Das alte Harmonium der Kappelle wurde durch ein Instrument aus Bokeloh ersetzt. Der Umbau der Orgel kostete ca . 9000 DM. Die zur Straße einstürzende Grundstücksmauer ( http://www.myheimat.de/resources/mediadb/2008/11/0... ) wurde durch den heutigen Zaun ersetzt.

Im November 2008 hat die Suttorfer Kapelle neue Seitenfenster erhalten. Sechs Wochen brauchte die Paderborner Bleiglas Manufaktur (http://www.myheimat.de/neustadt-am-ruebenberge/bei... ) zur Herstellung dieser. Die Rauten sind transparent in Blei gefasst. Der schlichte rote Randstreifen kommt im Sonnenlicht besonders zur Geltung.
Mit einem Festgottesdienst wird Pastor Matthias Weiß sie am 1.3.09 offiziell der Kirchengemeinde vorstellen



weitere Berichte über die Suttorfer Kapelle :

http://www.myheimat.de/neustadt-am-ruebenberge/bei...

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http://www.myheimat.de/neustadt-am-ruebenberge/bei...

http://www.myheimat.de/neustadt-am-ruebenberge/bei...

http://www.myheimat.de/DE--langenhagen--718/beitra...

Kircheninformation : http://ev-nds.ponton-lab.de/wiki/index.php/Basse

Quellen:

1909 Pastor Kühnhold / Gohgrafschaft Basse
Hauptstaatsarchiv Hannover
Hann. 195 Acc. 71/91 Nr. 200 (Leineregulierung neben dem Kapellenort bei Suttorf )
Hann. 80 Hannover Nr. 09984 ( Erbauung einer neun Kapelle zu Suttorf )
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Waltraud Scharnhorst aus Neustadt am Rübenberge | 01.02.2009 | 20:09  
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