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+++ DER VERLORENE RING +++

Beispiel-Ring (Foto: Pixabay)
 
Geschenkte Rose
Liebe Freunde,

bevor ich Euch von meinem Erlebnis berichte, möchte ich die
Chance nutzen und eine "Lanze" für alle Kassiererinnen und Kassierer
dieser Welt brechen.

Denn es ist nicht nur die Verantwortung, die wir alle tragen -
nein - wir sind doch soviel mehr.
Oft sind wir Zuhörer und Tröster, manchmal auch Ratgeber.
Wir machen Späße, wenn die Wartezeit mal etwas länger ist,
sind geduldig, wenn wir Kleingeld zusammenzählen.
Wir freuen uns "mit" und wir "leiden" auch mit, wenn es
Menschen gibt, die gerade eine schwere Zeit durchmachen.

Ich freue mich besonders, wenn ich etwas "gutes" tun kann,
neben meiner Beschäftigung.
Und so auch vor zwei Tagen erlebt.

Eine ältere Dame war bei mir an der Kasse, alles lief
einwandfrei.
"Gute Reise, guten Weg" und so machte ich weiter.

Ungefähr zehn Minuten später war die Dame erneut im Laden.

Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass mir vielleicht ein
Fehler unterlaufen ist, so stand ich auf und ging zu ihr.

Die Dame war so sehr aufgewühlt, denn sie hatte etwas verloren -
den Ehering ihres  verstorbenen Mannes.
Den hatte sie mit einer Kette um ihren Hals hängen und als sie
nach ihrem Einkauf zuhause ankam war die Kette offen und der
Ring unauffindbar.

Ich sah mich sofort an meinem Arbeitsbereich um, aber leider
war nichts aufzufinden.
Die Dame tat mir so entsetzlich leid, immer wieder hatte
sie Weinkrämpfe, so dass ich mir auch Sorgen um ihre Gesundheit
machte.

Zusammen gingen wir zu ihrem Wagen und auch dort schaute ich
nochmal gründlich nach, aber auch hier leider Fehlanzeige,
kein Ring zu finden.

Wie sehr ich die Dame doch verstehen konnte, wie sehr es mich
selbst berührte - mehrere Male musste ich mich zusammenreißen,
damit ich nicht mit weine.

Es ging nämlich nicht um den materiellen Wert dieses Ringes -
nein - es sind die Erinnerungen - im Prinzip das gesamte Leben,
dass Dieser "unsichtbar" für andere - in sich trug.

Auf keinen Fall wollte ich es zulassen, dass die Dame mit dem
Auto nach Hause fährt. So bin ich einfach meiner Intuition gefolgt und
habe darauf vertraut, dass sie es mir nicht Übel nehmen wird, wenn
ich ihr das verweigere.
So rief ich ihre Enkeltochter an, schilderte kurz das Geschehene und sie
war fünf Minuten später da, um ihrer Oma zu helfen.

Ich notierte mir noch den Namen und die Telefonnummer und versprach,
dass wir unsere Augen offen halten und sobald wir den Ring finden,
uns bei ihr melden.

Das ganze hat mich so tief ge- und berührt, aber als die Enkeltochter
mir dann erzählte, dass dieser Tag auch noch der Geburtstag des
Ehemannes war - ich sage Euch - da hat selbst mein Herz einen kleinen
Riss bekommen.

So fuhren die Dame und ihre Enkeltochter erstmal nach Hause. Ich
hoffte sehr, dass sie sich beruhigen konnte und der Ring vielleicht auch
zu Hause auf einmal wieder "auftaucht".

Die Suche

Es lies mir einfach keine Ruhe, die Dame tat mir so unendlich leid.
Ich überlegte, was ich tun könnte, denn einfach nur "planlos" durch
den Laden laufen, dass würde sicher nichts bringen.

Ich beschloss so in den Laden zu gehen, wie ich es immer mache und
dann würde ich ja sehen, ob ich vielleicht Glück habe.

Viele Menschen haben den "gleichen" Weg, wenn sie einen Laden betreten,
das war meine Hoffnung.

Nach links, nach rechts unter die Tische habe ich geschaut und mit einem
Mal sehe ich etwas.
Ich laufe hin und am liebsten hätte ich meine Freude in dem Laden laut raus
geschrien.

DER RING - DIESER EINE RING
- da lag er auf dem Fußboden!!

So richtig kann ich gar nicht beschreiben, was in mir vorging.
Als würde ein wunderschöner Regenbogen platzen und wie Konfetti
auf den Boden fallen.

Sofort rief ich die Dame an. Die Reaktion werde ich nie wieder vergessen.
Mein Herz sprudelte förmlich über, als ich ihr die so gute Nachricht
überbrachte.
Ich sagte zu ihr: "Schenken Sie sich jetzt erstmal einen Schnaps ein und
versuchen sich zu beruhigen, alles wird gut - alles IST wieder gut!

Wenige Minuten später war die Enkeltochter da und holte diesen Ring
ab und auch sie war sehr glücklich über das gute Ende.

Es war einer der emotionalsten Momente, die ich bei der Arbeit erlebt habe,
wenn nicht sogar der emotionalste. Für alle Zeiten fest in meinem Herzen.
Als hätte jemand einen molligen Schal um mein Herz gewickelt, so wohlig
und erleichtert fühlte ich mich.

Zwei Tage sind seitdem vergangen und immer noch bin ich sehr damit
beschäftigt.
Auch "schlimme" Erlebnisse können ein tolles Happy-End haben.

Heute kam die Dame nochmal und bedankte sich persönlich bei mir und
überreichte mir eine sehr schöne rote Rose.

Das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen (gefreut hab ich mich natürlich
trotzdem sehr) - denn es braucht keinen Lohn dafür.

Mein Herz war so erfreut, erfüllt und die unermessliche Freude der Dame,
dass allein war der wahre Lohn, mehr braucht es nicht.

Denn so oft sind es nicht die materiellen Dinge, an denen unser Herz hängt.
Sie sind der Beweis dafür, dass es sie wirklich gegeben hat, die "guten und
die schlechten" Zeiten - die zusammengeschweißt haben - ein ganzes Leben lang.

(Es waren 53 - ge- und erlebte - Jahre in diesem Fall!!)

>>Denn jeder Augenblick ist für die Ewigkeit...
Und von einem Augenblick zum nächsten -
das ist das Leben - das ist DEIN Leben!


Ich wünsche Euch allen - in welcher Form auch immer - einen solchen Ring.

Eure Luise 
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2 Kommentare
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 05.10.2018 | 08:21  
710
Luise Naujocks-Schoolmann aus Marienhafe | 13.10.2018 | 22:34  
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