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Auf der Suche nach seltenen Tieren: Die Westliche Keiljungfer (Teil 2 )

Die Westliche Keiljungfer (Männchen) vor dem Jungfernflug.
Liebe Naturfreunde und Leser von "myheimat"

Im ersten Teil über die Westliche Keiljungfer stand das Profil dieser schönen Großlibelle aus der Familie der Flußjungfern (Gomphiden) im Vordergrund.

Im zweiten Teil möchte ich, wie man so schön sagt „noch eins draufsetzen!“

Zum besseren Verständnis der nun folgenden Bildserie ein paar kleine, vereinfachte Erläuterungen:

Nachdem die Weibchen der Libellen die Eier über ihrem angestammten Gewässer abgeworfen haben, entwickeln sich daraus die Larven. Im Falle der hier gezeigten Art, der Westlichen Keiljungfer (Gomphus pulchellus) lebt diese dann drei Jahre am Grund des Gewässers und ernährt sich räuberisch von Kleinstlebewesen, wie Krebsen und Kaulquappen.

Während dieser Zeit häutet sie sich 15 mal, bis sie auf eine Größe von etwa 2 Zentimetern angewachsen ist.

Nun, in ihrem letzten larvalen Stadium, stellt die schlupfbereite Larve von Tracheen- (Kiemen) auf Lungenatmung um und muss daher das Wasser verlassen, um sich zum Fluginsekt verwandeln zu können.

Das Leben der prächtigen Libelle ist im Gegensatz zur Larve absurd kurz. Es dauert gerade einmal 45 Tage. Diese Zeit muss ausreichen, um geschlechtsreif zu werden, zu jagen, sich zu paaren und somit die Art zu erhalten.

Während die meisten Großlibellen in der Regel vertikal schlüpfen und sich für ihre Metamorphose etwa 4 Stunden Zeit lassen, vollzieht sich dieses Schauspiel bei der Westlichen Keiljungfer horizontal und wesentlich schneller. Bei guter Witterung ist der Schlupfvorgang binnen 30 Minuten abgeschlossen. Aus einer 2 Zentimeter großen und hässlichen Larve wird in dieser Zeit eine 5,5 Zentimeter große, schöne Libelle. Natur in Perfektion!

Das Ganze findet in der Uferregion des angestammten Gewässers in dichtestem Gräsergewirr statt, sodass die Chance einen Schlupf zu beobachten verschwindend gering ist.

Dieser Moment konnte weltweit noch nicht oft und ausführlich dokumentiert werden.
Um die Aufnahmen, die Ihr nun seht, machen zu können, bedurfte es einer Suche, die drei Jahre in Anspruch genommen hat.

Glücklich und zufrieden ob des Erfolges, zeige ich Euch nun einige Momente dieser schier unglaublichen Verwandlung. Der Schlupf wurde in voller Länge mit mehr als 150 Bildern zusammengefasst.

Die Westliche Keiljungfer steht per Gesetz unter besonderem Schutz. Als eine stark gefährdete Art helfen wir bei der Erhaltung derselben.

Ausführliche Infos zu ähnlichen Lebensformen aus der spannenden Welt des Mikrokosmos stehen Euch auf www.waldschrat-online.de zur gefälligen Verfügung. Hier gibt es viel Bekanntes, Unbekanntes und Wissenswertes aus der heimischen Fauna der Kleinlebewesen zu sehen und zu lesen.

Liebe Grüße an alle Naturfreunde

Willi, der Waldschrat
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6 Kommentare
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Reinhold Peisker aus Burgdorf | 18.05.2010 | 20:03  
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Günther Jatzkowski aus Burgdorf | 13.08.2010 | 17:31  
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Gaby Floer aus Garbsen | 13.08.2010 | 19:04  
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Willi Hembacher aus Affing | 13.08.2010 | 20:26  
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Heike Thurn aus Marburg | 13.08.2010 | 22:27  
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Ali Kocaman aus Donauwörth | 14.08.2010 | 10:48  
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