Ein „Freitag den 13.“, den ich nie vergessen werde.

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Jeder sagte: „Du bist verrückt“, „wie kann man nur“, „würde ich im ganzen Leben nicht tun“, „das kann ja gar nicht gut gehen“, „das bringst nur du fertig“, wenn das nicht gut geht, bist du es selbst schuld“.........

Das Entsetzen war groß!

Eigentlich hatte ich ja mit dieser Reaktion gerechnet, aber der Schwall der Vorwürfe der auf mich einstürzte, überraschte mich doch sehr.

Dabei wollte ich nur am „Freitag den 13.“ heiraten. Mehr nicht!

Ich habe es trotz der vielen Einwände getan.

Dann kam er, der „Freitag der 13.“.

Zur damaligen Zeit war es in Mode, dass die Männer einen Abend vor der Hochzeit mit ihren Freunden Abschied vom Junggesellenleben nahmen. Natürlich wurde auch ausgiebig Alkohol konsumiert.

Am Hochzeitmorgen weckte mich meine Schwiegermutter ganz aufgeregt, ich solle sofort kommen und meinen „Mann“ aus dem Bett werfen, der wolle nicht aufstehen und sagt nur immer „ich heirate heute nicht“. Ich also hin und als mein Mann mich erblickte ist ihm wohl eingefallen, dass da doch so etwas wie eine Hochzeit anstand und er ist brav aufgestanden.

So wie der Tag begann, ging er weiter. Zur standesamtlichen Trauung war der Brautstrauß noch nicht fertig – die Trauringe, die geändert werden mussten, waren nicht fertig – nach der Trauung konnte ich die Ringe abholen. Während ich im Juweliergeschäft war, wurde mein Mann mit den Trauzeugen von der Polizei verjagt, da er auffällig vor einem Juweliergeschäft parkte. – Zwar war ich schon verheiratet, aber der Mann war weg. Ich wusste natürlich nicht wo er abgeblieben war, da ich die Polizeiaktion nicht mitbekam.

Nachmittags zur kirchlichen Trauung war der Mann wieder da, die Ringe und auch mein Brautstrauß. Also, schnell zur Kirche. Dort erwartete uns die nächste Überraschung: Die Haushälterin kam ganz aufgeregt und fragte, was wir denn hier wollten. „Nach was sieht es aus?“ fragte mein Mann. Der Pastor hatte unsere Hochzeit vergessen und lag im Bett und machte in aller Ruhe sein Mittagsschläfchen.

Er hat uns dann aber doch getraut in einer ungeheizten Kirche (es war Dezember), dort war es so kalt, dass während der Zeremonie meine Rosen im Brautstrauß erfroren. Natürlich auch ohne Musik, da der Pastor auch vergessen hatte, den Termin an den Organisten weiter zu geben. Ich war mittlerweile so sauer, dass der Pastor mich zweimal fragen musste, ob ich meinen Mann lieben, ehren und ihm die Treue halten wolle bis dass der Tod uns scheidet. Erst nach dem zweitenmal sagte ich "Ja". Die ganze Hochzeitsgesellschaft hielt den Atem an.

Bei der Feier geriet mein Schleier in Brand, wir verliebtes Brautpaar in Streit und in der Hochzeitsnacht besprachen wir unsere Scheidung, die wir auch nach siebenundzwanzig Jahren durchzogen.

Und die Moral von der Geschicht: heirate an einem „Freitag den 13.“ nicht!

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Bürgerreporter:in:

Gisela Görgens aus Quedlinburg

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