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Lehrter Gewerkschafter demonstrierten in Hannover in vorderster Reihen mit dem DGB Bundesvorsitzenden Michael Sommer

Unter dem Motto „Druckmachen für eine gerechte Politik! Gegen soziale Kälte!“ haben 50 Gewerkschafter aus Lehrte zusammen mit 15.000 Menschen am letzten Samstag in Hannover demonstriert. Die Teilnehmer aus Lehrte haben in vorderster Reihe mit dem Bundesvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer ein deutliches Zeichen für einen Kurswechsel hin zu einer gerechten Politik gesetzt.

Im Mittelpunkt des Protests stand das unsoziale Kürzungspaket der Bundesregierung. Aber auch die Rente mit 67, die Einführung einer Kopfpauschale sowie Ausbeutung durch Niedriglöhne und Leiharbeit wurden heftig kritisiert, berichtet der Lehrter DGB Vorsitzende, Reinhard Nold von der Kundgebung. Parallel zu den Anti-Atom-Protesten im Wendland setzten die Gewerkschaften zugleich ein starkes Signal gegen die Verlängerung der Atomlaufzeiten.

In einer Analyse hat der DGB-Chef Michael Sommer zwei wesentliche Gründe für die Finanzkrise ausgemacht. "Sie ist verursacht durch die langanhaltende Massenarbeitslosigkeit und die unglaublich miese Steuermoral von Deutschlands Eliten." Statt 70 Milliarden Euro bei den kleinen Leuten zu sparen, könne der Finanzminister den gleichen Betrag bei den Reichen holen. Das könne beispielsweise durch eine Finanztransaktionssteuer, eine Vermögensabgabe, eine konsequente Verfolgung der Steuerflucht und eine "anständige Erbschaftssteuer" geschehen.

In Hannover auf dem Opernplatz hörten die Lehrter neben Michael Sommer u.a. Adolf Bauer (Präsident des Sozialverbandes Deutschland), Hartmut Meine (Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen), Susanne Kremer (stellvertretende Landesleiterin ver.di Niedersachsen) und Wolfgang Eisenberg (Mitglied der Bäuerlichen Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg) sprechen. „Der Herbst der Entscheidungen ist angebrochen,“ sagte Sommer unter dem Hinweis darauf, dass es kaum ein Politikfeld gibt in dem die Regierung nicht Front macht gegen die Mehrheit der Menschen und es in unserem Land sozial ungerecht zu geht. Deshalb brauche Deutschland einen Kurswechsel mit mehr sozialer Gerechtigkeit und einer sozialen Ordnung, die den Namen auch verdiene.

Hartmut Meine von der IG-Metall, wandte sich gegen die Fortführung der Rente mit 67: „Wer für die Rente mit 67 eintritt, hat von der Praxis in den Betrieben und Verwaltungen so viel Ahnung wie eine Schildkröte vom Stabhochsprung. Weder eine Krankenschwester noch ein Schichtarbeiter bei Volkswagen kann die Arbeit bis zum 63. oder bis zum 65. und schon gar nicht bis zum 67. Lebensjahr durchhalten. Wer etwas anderes behauptet, ignoriert sie die Arbeitsbelastungen dieser Menschen."

In Hannover erlebten die Lehrter Demonstranten eine Kundgebung die sie sehr emotional aufbrachte. Die Reden vom DGB-Chef Sommer und dem Bezirksleiter der IG-Metall Hartmut Meine, waren kämpferisch und der Situation angemessen. Alle sprachen aus was viele Teilnehmer schon lange bedrückt (soziale Kälte und Ungerechtigkeit in unserem Land). Die Reaktion der so angesprochenen Menschenmassen war beeindruckend. Das Pfeiff– und Jubelkonzert zog sich vom Opernplatz bis zum Kröpke durch, berichtet Reinhard Nold.

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