„Burnout- Gefahr?“ / Studie: Arbeitsqualität aus der Sicht von jungen Beschäftigten

Stress, Überstunden, Arbeitsintensität Junge Menschen sind die unfreiwilligen Vorreiter einer neuen, flexibilisierten Arbeitswelt. Viele sind von prekärer Beschäftigung betroffen. Und das ist auch der Grund, warum sie unter der aktuellen Wirtschaftskrise besonders leiden, denn befristet Beschäftigte, Leiharbeiter/-innen und Projektarbeiter/-innen verlieren in der Krise zuerst ihren Job. Bei den Unter-25-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit überproportional an. Und wer in der Krise arbeitslos wird, hat oftmals Schwierigkeiten, gleich wieder einen Job zu finden.

„Wenn man es wirklich ernst meint mit der Fachkräftesicherung, dann darf man die jungen Beschäftigten nicht verheizen“, sagte der örtliche DGB Vorsitzende Reinhard Nold während der Vorstandssitzung, in der die DGB Sonderauswertung des Index Gute Arbeit vorstellt wurde.

Können junge Menschen bei der Arbeit ihre Fähigkeiten weiterentwickeln? Werden sie fair entlohnt? Erhalten sie Anerkennung für ihre Leistung? Wie blicken sie in ihre berufliche Zukunft? Und wie sieht es mit den Belastungen aus? Sind junge Beschäftigte häufig Stress ausgesetzt? Müssen sie auch in der Freizeit für den Job arbeiten? Und wie ist es mit den Überstunden? Diesen Fragen werden in der vorliegenden Auswertung nachgegangen, denn in der heutigen Arbeitsgesellschaft ist kaum ein Lebensbereich so herausragend wichtig für die Gesamtsituation junger Menschen wie die Arbeit.

Ein gutes, also ein belastungsarmes und entwicklungsförderliches Arbeitsumfeld hat unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit, eine positive Lebenseinstellung und einen optimistischen Blick in die Zukunft. Schlechte Arbeit hingegen gefährdet die Gesundheit und ist eine Quelle von Angst und Frustration.

Schlüsselthemen der jungen Generation in Bezug auf die Arbeitsqualität sind die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz, Stress und Hetze sowie das Verschmelzen von Arbeit und Privatleben bzw. das Thema Überstunden. Der Lehrter DGB Vorsitzende sagt: „Zusammengefasst könnte man diesen Themenkomplex auch mit dem Titel „Burnout- Gefahr“ überschreiben“.

Für die jüngeren Beschäftigten fangen die Probleme schon bei dem Einkommen und der Art ihres Beschäftigungsverhältnisses an. Lediglich die Hälfte der Befragten ist unbefristet beschäftigt und verdient mehr als 1.500 Euro im Monat, etwa ein Drittel (37 Prozent) mehr als 2.000 Euro. Hier gibt es ein starkes Gefälle zwischen Frauen und Männern:

Einen unbefristeten Arbeitsplatz mit einem Bruttoeinkommen über 2000 Euro haben 47 Prozent der jungen Männer, aber nur 25 Prozent der jungen Frauen. Fast jede bzw. jeder Vierte bezieht ein niedriges Einkommen unter 1.500 Euro im Monat, jede Sechste gar unter 800 Euro.

Die Lehrter Gewerkschafter fordern mehr Beratung, Information und ein durchdachtes Gesundheitsmanagement in den Betrieben. Zudem sprach sich Nold für Tariflöhne für junge Beschäftigte aus. Diese seien das wirkungsvollste Instrument, um Dumpinglöhne und Ausbeutung zu verhindern.

Die DGB Broschüre „Arbeitsqualität aus der Sicht von jungen Beschäftigten“ kann kostenlos in Einzelexemplaren beim DGB in Lehrte, Lortzingweg 7, abgeholt werden. Zur Abholung ist eine Terminvereinbarung unter Tel.: 05132/589401 notwendig. Die Broschüre kann aber auch als elektronische Datei per E-Mail: dgb-lehrte@web.de angefordert werden.

Bürgerreporter:in:

Reinhard Nold aus Lehrte

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