Wie wird die Pflege von Hilfsbedürftigen künftig aussehen?

von links: Matthias Miersch, Werner Läwen, 2. Vorsitzender
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Die Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller und Matthias Miersch zu Gast beim Christlichen Seniorenbund Immanuel Laatzen

Wir werden immer älter, welche Auswirkung wird das auf die Pflegebedürftigkeit haben? Können wir uns auch künftig eine gute Pflege leisten?
Das wollten die Mitglieder des Seniorenbundes wissen und haben deshalb die Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont und Matthias Miersch aus Laatzen als Referenten eingeladen.
Nachdem sich die Gäste mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, konnte Miersch nicht nur die Laatzener Senioren begrüßen sondern auch Vertreter der Pflegeberufe, die sich ebenfalls informieren wollten. Kein Platz im Veranstaltungsraum Wiese 2 blieb unbesetzt.

In seinem Eingangsstatement machte Miersch die Besucher mit den Fakten vertraut:
Im Jahr 2012 zählen wir in Deutschland 22 Mio. Menschen, die älter als 60 Jahre sind. 2030 werden es voraussichtlich schon 28,5 Mio. sein. Die Anzahl der Pflegebedürftigen wird dann vermutlich auf. 3,28 Mio. ansteigen. Ein besonderes Problem stellt in diesem Zusammenhang die Zunahme der Demenzerkrankungen dar.
Demgegenüber wird ein Mangel von bundesweit ca.152.000 Pflegekräften prognostiziert. In Niedersachsen fehlen aktuell 3000 Pflegekräfte. Dieser Mangel kann nur behoben werden, wenn die Pflegeberufe attraktiv gemacht werden. Pflegekraft zu sein, das bedeutet hohe Verantwortung und Dauerstress und sollte zumindest leistungsgerecht bezahlt werden.

Gabriele Lösekrug-Möller machte in ihrem Vortrag deutlich, dass dem Ausbau einer kommunalen Infrastruktur in der Pflege eine besondere Bedeutung zukommt.
Auch in Laatzen sei der Aufbau einer vernetzten, quartiersbezogenen Pflege und Betreuung unumgänglich. Sie verwies hierbei auf das „Bielefelder Modell“, das ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter ermöglicht. Die Kopplung der Förderung des Wohnungsbaus an das Kriterium altersgerecht/barrierefrei sei nötig. Die Stadt Laatzen sei wie andere Kommunen auch nur dann in der Lage, diese neuen Aufgaben zu erfüllen, wenn Sie bei der Umsetzung angemessen finanziell unterstützt werde.

Übrigens sei die Pflege von Bedürftigen bereits von Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter geschildert worden. Dieser hatte einen ausgeplünderten und schwerverletzten Mann versorgt und ihn auf seinem Reittier zur Herberge transportiert, wo er den Wirt am folgenden Morgen bezahlte und mit der weiteren Pflege beauftragte, verbunden mit der Zusage bei seiner Wiederkehr die weiteren Kosten zu erstatten.

In der anschließenden Diskussion mit den Referenten wurde deutlich, dass es eine qualitativ hochwertige pflegerische und medizinische Versorgung zum Nulltarif nicht geben kann. Die Lösung der anstehenden Probleme ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft.

Bürgerreporter:in:

Uwe Kaßen aus Laatzen

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