sanfte Farben und Weltgeschichte

November

wer es jetzt etwas bunter mag holt sich mit Amaryllis oder Chrysanthemen etwas Farbe ins Haus, oder vom Discounter Rosen aus Kenia, eventuell sogar fair gekauft,

zwar blühen noch Blumen auf dem Balkon und in den Gärten, manche überstehen sogar den ersten Frost, normalerweise fallen jetzt die letzten Blätter vom Baum, doch Winterjasmin und Christrosen bereiten sich auf ihren großen Auftritt vor,
auf den Straßen und Plätzen gibt es, der Jahreszeit entsprechend, kein buntes Treiben mehr,
von abendlichen Laternenumzügen und Lichterfesten mal abgesehen

die Feiertage Allerheiligen, Buß-und Bettag sind stille Tage, ähnlich wie die Ereignistage Allerseelen, Martinstag, Volkstrauertag und Totensonntag, und alle begleiten uns behutsam in die Adventszeit

vor allem am Totensonntag, oder auch Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag vor dem 1. Advent sieht man jetzt mehr Menschen als sonst im Jahr auf den Friedhöfen, vielleicht sind sie da, um wieder zu erfahren, wie unabänderlich ein Abschied auf dem Friedhof ist, und das keine Scheidung, keine Trennung so endgültig ist wie der Tod

aber vielleicht auch um zu erkennen, dass auch ein Abschied ohne tödlichen Ausgang ein bisschen wie sterben ist, und manchmal nicht nur ein bisschen,

und vielleicht fragt man sich, musste das damals sein, und kommt zu einer Erkenntnis, die man besser eher gehabt hätte

wie auch Dirk Michaelis mit seinem Lied "Als ich fortging" sagen will

und es gibt den 9. November, ein Tag, dem sich niemand entziehen kann

der Schicksalstag der Deutschen steht für Ereignisse, wie kein anderer Tag im Jahr, doch der 9. November 1989, als Günter Scharbowski während einer Pressekonferenz einen Zettel aus dem Jackett holte, und wie beiläufig verkündete

dass DDR-Bürger ab sofort, unverzüglich, ausreisen können,
es war ein Tag, an dem das Schicksal es gut meinte mit den Menschen in Deutschland, und die Welt war sprachlos

der Fall der Mauer am 9. November 1989 ist in der langen Reihe der Geschehnisse ein Ereignis, an den sich Menschen dankbar und gern erinnern

der besagte Zettel existiert noch, in einer Vitrine in Bonn wird er aufbewahrt

und ich erinnere mich dass ich damals im Auto saß als der Wetterbericht lief, und es nicht mehr hieß 

Hannover 20 Grad Hamburg und Kiel 21

sondern Hannover 20° Grad Hamburg und Kiel 21°
und
Magdeburg und Schwerin 22° mit viel Sonnenschein

ich kann es nicht beschreiben, was ich fühlte, mir liefen die Tränen übers Gesicht, und ich denke, das ging nicht nur mir so

ein paar Namen zu diesem Tag fallen mir immer wieder ein,

Namen die stellvertretend für alle stehen, die dieses Wunder mit Hilfe von Herrn Gorbatschow Ronald Reagan , dem Kritiker Wolf Biermann, der Sängerin Uschi Brüning, und der Gruppe "die Prinzen "mit ihrem Lied, "es war nicht alles schlecht" oder von den Skorpions : Wind of Change aber auch Helmut Kohl und andere vollbracht haben,

Präsident Bush Senior wollte sogar nach Berlin kommen, um mit den Studenten, wie er sagte zu feiern

aber auch an ein Polizeirevier, das wir sahen , als wir durch Schwerin fuhren, und das so abschreckend wirkte, das keiner Lust hatte, hinzugehen und nach dem Weg zu fragen

und an einen Tag im Herbst, als wir durch Bad Harzburg fuhren, an einem Schild vorbei, auf dem stand, noch 150 Meter bis zur Grenze, was nicht mehr stimmte, denn nach einigen Minuten waren wir hinter der Grenze, auf einem freien Platz, und ich drehte um und war froh, ganz schnell wieder in die Sicherheit der Bundesrepublik zu kommen, doch eine Grenze gab es nicht mehr, und kein Grenzsoldat hielt uns an , es war überhaupt niemand auf dem großen Platz, ich bin vor einem toten Löwen davongelaufen, wirklich kein Ruhmesblatt in meinem Lebenslauf, aber so war es

und ich denke an die Menschen in der DDR, die fest daran glaubten, dass jetzt alles besser wird, denn die Brüder und Schwestern im Westen sind ja für uns da, wenn wir sie brauchen,

und ich denke daran, dass nicht alle hüben wie drüben die Wiedervereinigung wollten, doch niemand kam auf die Idee, das eines der neuen Bundesländer ausscheren könnte, ähnlich wie jetzt in Spanien Katalonien

aber auch, was würde passieren wenn Bayern damals den Brexit vollzogen hätte, und nicht mehr zur Bundesrepublik gehören wollte,

und jemand sagte,

"ganz einfach, dann würde Schalke Deutscher Meister"

damit war das Gespräch zu Ende

eine aktuelle Meldung aus dem Videotext will ich noch bringen

es gibt mal wieder und pünktlich zu den Feierlichkeiten hinsichtlich Wiedervereinigung eine neue Angst vor Deutschland, und Grund ist die Entwicklung und das Engagement der Deutschen in Europa,

doch dieses Land engagiert sich zusammen mit anderen für eine positive Entwicklung Europas, das es unterschiedliche Meinungen über die Zukunft unseres wunderbaren Kontinents gibt ist legal und nichts neues, doch wir müssen hellwach sein, und das auch zeigen, vor allen Dingen gegenüber aggressiven Staaten, und was wäre denn, wenn Deutschland sich kleiner macht, als es ist, schrieb jemand, dabei können alle nur verlieren, und das will ja auch keiner,

doch wir alle müssen uns aber auch einbringen in Europa , und das muss sichtbar sein, und uns muss klar sein , dass Europa nicht nur ein nehmen ist sondern auch geben bedeutet

Bürgerreporter:in:

Gerd Szallies aus Laatzen

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