Anzeige

Spurensuche - Teil 3

Unsere prinzipiellen emotionalen Systeme teilen wir Menschen mit allen Säugetieren, wie sich derweil offenbart. Die Pforte zu den Gefühlen von Tieren scheint uns verriegelt und daraus leiten wir ab, dass Tiere keine Gefühle haben können.
Sind die Gefühle anderer Menschen irgendwann unparteiisch nachzuweisen? Es ist knifflig die wirklichen Gefühle eines anderen Lebewesens aufzuspüren, bei Hunden gleichermaßen wie bei Menschen. Woher wollen wir absolut objektiv wissen, was andere Menschen fühlen, wenn wir schon selbst oft keinesfalls erkennen können, was wir empfinden?
Zudem haben wir für viele emotionale Zustände zu wenige genaue verbale Entsprechungen. Damit grenzt uns die eigene Sprache persönlich ein.

Die Gefühle der Menschen sind komplex, verwickelt und schwer darzulegen. Das könnte auch für unsere Hunde gelten. Ferner durchschauen wir die Einzelteile der Gefühle von Hunden nicht und wie sie sich verbinden. Eine Rolle könnten die Erinnerungen der Hunde an frühere positive Erfahrungen spielen, jedoch es kann auch sein, dass deren Empfindungen sich auf das Hier-und-Jetzt beschränken.
Durch Wahrnehmung des beobachtbaren Verhaltens der Hunde können wir mit der Zeit Vermutungen bilden. Vermutungen sind bewusste Projektionen. Reicht das für die Erkenntnis von wesentlich tieferen Erkenntnissen von Hunden? Unsere Emotionen zeichnen das Bild eines geheimnisvollen Irrgartens, eines verzweigten Chaos von bewussten und unbewussten Vorwänden, Spaltungen, Widersprüchen, Hemmungen und Blockaden.
Sigmund Freud sagte, Hunde lieben ihre Freunde und beißen ihre Feinde, im Gegensatz zu Menschen, die unfähig sind, reine Liebe zu empfinden, und in ihre Objektbeziehungen stets eine Mischung aus Liebe und Hass einbringen müssen.
Wir wissen nicht, ob unsere Hunde tatsächlich frei von Widersprüchen in ihren Empfindungen sind, die wie ein Bann auf uns Menschen lastet. Wir können ein und dieselbe Person lieben und hassen, oft gleichzeitig. Unsere emotionale Vielschichtigkeit mit dem gesamten Gefühlswirrwarr kann zugleich unseren Hunden entsprechen. Viele Hunde erscheinen klar und direkt, gleichwohl nicht alle.
Einzelne bis etliche Gefühle könnten Tiere und Menschen verbinden. Dennoch haben wir oft den Eindruck, dass Tiere Eindrücke haben, die wir Menschen keineswegs klar nachvollziehen können. Dies könnte an einem emotionalen Bereich liegen, der uns Menschen unbekannt ist.
Unsere Tiere sind auf keinen Fall eine Reproduktion des Menschen. Sie sind eine eigenständige Art und so können sie über Wahrnehmungen und Erfahrungen verfügen, die ihnen eine uns unbekannte Gefühlswelt bieten.
Eignen wir Menschen uns wirklich als Ausgangslage dafür, die Empfindungen unserer Hunde nachzuvollziehen und zu beurteilen, wie wir uns das gern einreden?
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.