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Guthaus Trams - Immer mehr Kulturgüter verfallen in Ostdeutschland

Blick auf das Herrenhaus
Jesendorf: Dorf | Ein Graffiti auf einem Schaltschrank machte uns aufmerksam auf ein Dorf das die Bewohner möglichweise als Ghetto sehen. Früher lag das Dorf kurz hinter Jesendorf noch nicht an der Autobahn und war als Durchgangsdorf zumindest den Autofahrern bekannt. 
Seinerzeit gab es auch noch den Konsum im Dorf und die Wohnblöcke für die in der Landwirtschaft tätigen LPG Bauern.
Alles hatte seine Ordnung, fast alle Bewohner hatten irgendwie ein Auskommen und waren in die Gesellschaft integriert. Viele Benutzer der A14 die hier vorbei führt nutzen die Abfahrt Jesendorf um hier abzufahren und hinter Neukloster wieder auf die A 20 Richtung Rostock aufzufahren. Sicher ist die Strecke etwas kürzer aber wenn man auf der Bahn bleibt nimmt sich das nicht viel. Es ist natürlich irgendwie blöd erst in Richtung Wismar zu fahren um dann wieder hoch nach Rostock. Wer also die Autobahn nicht so schätzt, fährt gerne runter und dann durch Neukloster und weiter zur A20. 
Das alte Guthaus kam kurz ins Blickfeld und machte uns neugierig, warum es so verfallen war. Nach kurzer Besichtigung war uns klar das da wohl nichts mehr zu machen ist, was auch an den Schildern -Privat- eindeutig zu entnehmen war. Möglichweise wieder ein Opfer von Investoren in einem Anflug von Größenwahn geworden. Wenn dann die Fördergelder ausbleiben, sieht es dann so aus wie hier.     

Erbaut 1924 abgebrannt am 7.August 2001   

Vom 14. Jahrhundert bis 1754 war der Ort im Besitz der Familie von Stralendorff. 1754 erwarb der vorwiegend in Westmecklenburg ansässige Ritterschaftliche Geschlecht Barner Trams. Der letzte Besitzer Christoph von Barner wurde 1945 vertrieben und enteignet. Das Herrenhaus ist ein verputztes Backsteingebäude in neoklassizistischer Form, es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Bis 1996 diente es als Internat, dann kurzzeitig bis 1997 als Sonderschule. Im August 2001 brannte das in Privatbesitz befindliche Herrenhaus weitgehend nieder. In Straßenbahnen existierte bis in die 1970er Jahre noch ein altes Bauernhaus, das jedoch abgerissen wurde und die damit verbundene Störung nach vielen Jahren abnahm. Ein Hof ist auch nicht mehr vorhanden.

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