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Mit Hand-Sensen auf dem Kronsberg

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Bei den Pflegeeinsätzen auf der Wiese am Kronsberg helfen viele Freiwillige – jeder ist willkommen – das nächste Mal im September. (Foto: Karola Herrmann, Nabu Hannover)
Hannover: Kronsberg |

Zweimal jährlich pflegen Freiwillige des NABU eine Wiese – unter anderem um das Vorkommen des Sechsfleck-Widderchens zu schützen.

Wer am 11. Juni am Kronsbergkamm spazieren ging, konnte ein außergewöhnliches Event beobachten: Etwa 20 Frauen und Männer bevölkerten dort eine Wiese. Die einen mähten nach alter Art im hohen Gras mit Sensen, andere harken das gemähte Gras von der Fläche oder sammelten es ein und luden es zum Abtransport auf einen Anhänger.

Seit sechs Jahren schon hat der Naturschutzbund (NABU) Hannover einen Betreuungsvertrag mit der Landeshauptstadt zur Pflege der Wiese entlang des Kronsbergkammwegs. Jeweils im späten Frühjahr und noch einmal Ende September mähen Freiwillige hier auf ganz besondere Art. „Der Plan besteht darin, das Gras zu schneiden, aber die Blumen stehen zu lassen. Und die Stellen, die wir mähen, liegen jedes Mal woanders“, erläutert Karola Herrmann, Vorsitzende des NABU Hannover.

Es gilt sehr vorsichtig zu sein, denn diese Wiese birgt besondere Schätze. So lebt hier das hübsche Sechsfleck-Widderchen, eine rot-schwarze Schmetterlingsart. Sein Vorkommen wird durch diese Art der Pflege unterstützt. Bei der Mahd bleibt der gelb blühende Hornklee stehen, denn davon ernähren sich die Raupen des Sechsfleck-Widderchens. „Dadurch, dass wir höchstens die Hälfte der Wiese mähen und das auch nicht in einem Stück, sondern in vielen kleinen Flecken, sieht die Fläche am Ende unserer Einsätze wunderbar chaotisch aus. Genau so soll und muss es sein!“, freut sich Karola Herrmann. „Für die Natur und für den Artenschutz brauchen wir mehr Wildheit und weniger ‚Sauberkeit‘ in der Landschaft.“

So sollte es immer Grasstreifen geben, die mindestens 15 Monate durchgängig ungemäht bleiben, damit Heuschrecken überleben können. „Aufgrund unserer Mosaikmahd können die Insekten immer in die direkt angrenzenden ungemähten Bereiche flüchten“, sagt die NABU-Vorsitzende. Dort überleben die Insekten, weil sie weiterhin Nahrungspflanzen finden. „Wir schaffen durch unsere Maßnahmen auch offene Stellen, die gerne von Ameisen besiedelt werden – sie sind wieder Nahrungsgrundlage zum Beispiel für Grünspecht und Wendehals.“
Die nächste Mahd des NABU am Kronsberg wird wieder Ende September stattfinden. „Wir freuen uns über Jede und Jeden, der mitmachen will“, sagt Karola Herrmann.

Weitere Informationen bei karola.herrmann@nabu-hannover.de
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