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Ostern bei der Selfkantbahn

Dampfzug nach Gillrath am Haltepunkt Gelindchen. (2014) (Foto: Fabian Horn)
 
2012 (Foto: Fabian Horn)
Geilenkirchen: Bahnhof | Ostern bei der Selfkantbahn

Dicht vor der niederländischen Grenze fährt die Selfkantbahn, die letzte schmalspurige Kleinbahn Nordrhein Westfalens, die den Weg ins 21. Jahrhundert gefunden hat. Hier gibt es sie noch, die Beschaulichkeit des Reisens auf dem Lande.

Alles ist wie früher:
die Dampflokomotive vor dem Zug, der Wasserkran, aus dem sie ihren Wasservorrat ergänzt, die Personenwagen mit den hölzernen Bänken, die Fahrkarten aus Pappe, die Schaffner in ihren Uniformen mit der Lochzange, die Läutesignale der Lok vor den Bahnübergängen - steigen Sie ein und lassen Sie sich von der Vergangenheit in ihren Bann ziehen!

Am 01.und 02.04.2018 (Ostern) startet die Selfkantbahn in Geilenkirchen, welche vom Verein "Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e. V." (IHS) betrieben wird, in ihre neue Fahrsaison.
An diesen Tagen werden die historischen Dampf- und Dieselzüge wieder auf der vereinseigenen und 5,5 km langen Museumsstrecke zwischen Schierwaldenrath und Gillrath im Stundentakt verkehren.

Der erste Zug, bespannt mit der Dampflok 20 “HASPE“ der ehemaligen Klöckner Hütte in Hagen-Haspe, startet um 10:15 Uhr ab Bahnhof Schierwaldenrath. Eine Stunde später bricht ein zweiter Zug mit einem Dieseltriebwagen an der Spitze auf. Die letzte Fahrt findet um 17:35 Uhr statt. Auf der eingleisigen Strecke findet unterwegs im Bahnhof Birgden eine Zugkreuzung statt, wo auch die Möglichkeit zum Fotografieren besteht. Selbstverständlich auch an den Endbahnhöfen, wo die Dampflok und der Triebwagen umsetzen, um anschließend wieder die Spitze des Zuges zu übernehmen.
Die Fahrzeiten betragen für eine Hin- und Rückfahrt ca. 1 ¼ Stunden.

Die Züge sind bewirtschaftet und führen auch jeweils einen Wagen zur kostenlosen Fahrradbeförderung mit. Ein Wagen für Rollstuhlfahrer ist ebenfalls in einem Zug eingereiht. Die Fahrkarten können in den Fahrkartenausgaben der Bahnhöfe Schierwaldenrath und Gillrath sowie beim Schaffner im Zug erworben werden. Die Fahrpreise für eine Rückfahrkarte betragen für Erwachsene 6,60 € und für Kinder 3,30 €, eine einfache Fahrt kostet 4,40 € (E) und 2,20 € (K), Familienkarten sind für 18 € erhältlich.

Am Bahnhof Schierwaldenrath lädt das neu gestaltete und renovierte Restaurant “Zur Selfkantbahn“ zum Verweilen ein. Bei gutem Wetter wird auch der Biergarten geöffnet sein, von dem aus man den Bahnbetrieb gut beobachten kann. In der Fahrzeughalle und auf dem Freigelände können sich interessierte Besucher die ab- und ausgestellten Lokomotiven und Wagen in aller Ruhe anschauen. Und da ja Ostern ist, erhält die Museumseisenbahn an diesem Wochenende Besuch vom Osterhasen.

Weiterhin verkehren die Züge der Selfkantbahn an allen Sonn- und Feiertagen von April bis Ende September. Zudem finden während der Saison verschiedene Veranstaltungen für Jung und Alt statt. Unter anderem Spargelfahrten, Frühstücksfahrten, Kinderfest, Teddybärentag, sowie Erntedankfest.
Den Abschluss des Jahres bilden im Dezember die Nikolausfahrten, welche nur mit Voranmeldung an allen vier Adventswochenenden stattfinden. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.selfkantbahn.de.

Hintergrundinformation;
Im Jahr 1900 wurde die 38 Kilometer lange schmalspurige Eisenbahnstrecke Alsdorf - Geilenkirchen - Tüddern der Geilenkirchener Kreisbahnen (GKB) eröffnet. Sie diente der Verbindung des ländlichen Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg mit dem Aachener Kohlenrevier und beförderte mehr als 50 Jahre lang Arbeiter, Kohle, Kartoffeln, Getreide, Kisten, Zuckerrüben - kurz, alles, was heute auf der Straße fährt.
Zwischen 1949 und 1973 wurde die Eisenbahnstrecke der GKB abschnittsweise stillgelegt, und auch das heute noch befahrene Teilstück zwischen Gillrath und Schierwaldenrath wäre längst Vergangenheit, hätten nicht im Dezember 1969 engagierte Eisenbahnfreunde den Verein „Interessengemeinschaft Historischer
Schienenverkehr“ (IHS) gegründet und diese Strecke übernommen, um hier einen musealen Kleinbahnbetrieb einzurichten.
Unter dem Namen „Selfkantbahn“ ist die Museumseisenbahn seither weit über die Grenzen des Landes bekannt geworden.
Zu den mehr als 70 erhaltenen Kleinbahnfahrzeugen zählen unter anderem 3 Dampflokomotiven der ehemaligen Klöckner Hütte Hagen-Haspe. Von ihnen ist zurzeit die Lok 20 “HASPE“ von 1956, welche sich seit 1972 bei der Museumseisenbahn befindet, betriebsfähig.

Text: Fabian Horn
Fotos: Fabian Horn
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