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" Die Heimat hat ihren eigenen Klang "

Quelle NDR
Schwerin: Staatskanzlei | Quelle: NDR
In der Weihnachtsansprache hat der Ministerpräsident den Menschen wieder Mut zur Rückkehr in den Nordosten gemacht.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

morgen ist Weihnachten: Das Fest der Familie. Das Fest zum nach Hause kommen.
Zusammen sein, Zeit miteinander verbringen, mit der Familie, mit Freunden, mit vertrauten Menschen, das macht die Weihnachtstage so schön, so wertvoll.
Weihnachten – da kommen bei vielen von uns die inzwischen erwachsenen Kinder nach Hause. Junge Menschen, die vor einigen Jahren weggegangen sind aus Mecklenburg-Vorpommern, die in Hamburg, Berlin oder München ihren eigenen Weg gemacht haben. Manche haben sogar schon eine eigene Familie gegründet, haben inzwischen selber Kinder. Da wächst schon die nächste Generation heran.
Ich weiß, dass viele von denen, die zu Weihnachten zurückkommen nach Mecklenburg-Vorpommern, gerne für immer bleiben würden. Denn die Heimat hat ihren eigenen Klang, ihren eigenen Reiz, zumal unser wunderschönes Mecklenburg-Vorpommern. Ich erlebe das häufig in meinen Bürgersprechstunden, dass junge Menschen zu mir kommen und fragen: Gibt es für mich eine Chance? Ich möchte gerne zurück nach Mecklenburg-Vorpommern. Ich möchte wieder näher bei meiner Familie und den alten Freunden sein.
Als Ministerpräsident sage ich: Die Chancen in Mecklenburg-Vorpommern sind für junge Menschen deutlich besser geworden.
Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Ausbildungsmarkt vollständig gedreht: es gibt nicht mehr zu viel Auszubildende, sondern zu wenig. In ähnlich kurzer Zeit wird sich auch der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern ändern, werden Führungspositionen frei hier bei uns im Land. Wir sind auf dem besten Wege, ein Land für junge Leute zu werden.
Und auch wenn es noch etwas dauern wird mit einem vergleichbar hohen Einkommen wie anderswo, eines können wir sagen: der große Vorteil für Kreative, für Macher, für Menschen mit Ideen ist – sie finden hier mehr Freiraum als anderswo. Wer etwas bewegen will, muss hier bei uns in Mecklenburg-Vorpommern nicht die Ellenbogen einsetzen, sondern er findet offene Türen. Und die beste Kitabetreuung haben wir sowieso.
Also liebe Familien, reden Sie darüber: Unterm Weihnachtsbaum mit Herz. In den Tagen danach mit dem Verstand. Beide werden Ihnen sagen: zurückkehren nach Mecklenburg-Vorpommern, das ist ein guter Weg. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes Fest.
Ganz besonders all denen, die jetzt an den Feiertagen arbeiten müssen und nicht bei ihren Familien sein können. Vielen Dank, dass Sie für uns da sind, damit wir ohne Sorge und in Sicherheit feiern können.
Das gilt auch für alle, die sich ehrenamtlich um die kümmern, für die in diesen Tagen sonst niemand da ist, dass sie denen Freude und Gemeinschaft schenken.
Herzlichen Dank. Und Ihnen allen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern wünsche ich: Fröhliche Weihnachten.

Anmerkung vom Autor:
Definition anderswo laut Wiki:an einem anderen Ort; nicht hier; nicht anwesend, nicht vorhanden
Mein lieber Weihnachtsmann, nun haben wir schon 23 Jahre auf ein vergleichbares(?) Einkommen gewartet, da kommt es auf 10 Jahre auch nicht mehr an!

Ein kleiner Dank an die die hiergeblieben sind wäre auch angebracht gewesen.

Bezüglich der Weihnachtsansprache „unseres“ MP hätten wir uns gerne gewünscht, das man diese beim NDR hätte kommentieren können. Denn diese Rede an die Bürger unseres Landes ist doch an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten. Wir als Bürger eines der ärmsten Bundesländer der Bundesrepublik fragen uns was uns der Ministerpräsident eigentlich mitteilen möchte? Die Entwicklung einer verfehlten Politik ist nicht mehr zu bremsen und trägt schon jetzt die faulen Früchte, wie fehlende Arbeitsplätze, Altersarmut und Billiglohnarbeitsplätze und eine zunehmende Vergreisung der Bevölkerung. Die Fachkräfte wurden mit der Billiglohnpolitik aus dem Land getrieben und die damals jugendliche breite Bevölkerungsgruppe wurde durch die Arbeitsagenturen regelrecht aus dem Land in die Verbannung geschickt. Frei nach dem Motto, wenn es hier keine Arbeit gibt müssen sie halt in den Westen gehen, wobei die Betonung auf MÜSSEN liegt. Diese Politik war doch gewollt, sich jetzt an die Menschen zu wenden und zu sagen, kommt doch wieder oder bleibt hier, ist doch ehrlich gesagt ein Witz.
Die arbeitsfähigen Bürger eines Landes sind doch keine Herde Vieh, das man nach Gutdünken dahin treibt, wo die Weide gerade am saftigsten ist, wobei der Viehtrieb ja ohnehin nur dem Zweck dient, die fetteste Milch zu bekommen. Jetzt wo die Muttertiere aussterben lautet das Motto, Kommando zurück. Nein Herr Sellering da machen Sie es sich viel zu einfach, auch das liebe Vieh braucht Zuwendung Liebe und Pflege und vor allem einen sauberen Stall.

Die Bürgersprechstunden sind doch ein Face. Niemand wird zu Herrn Sellering in die Bürgersprechstunde kommen und Herrn Sellering mitteilen, das er gerne wieder in die Heimat kommen möchte, schlichtweg aus dem Grund, weil Herr Sellering dafür auch nicht der Ansprechpartner ist. Und mal ehrlich, haben wir keine anderen Probleme als die Jugendlichen die in ihre Heimat zurück wollen? Da die Menschen die zur Bürgersprechstunde kommen können, im Vorfeld ausgesucht werden, kann man die größten Probleme außen vorlassen. Wer sich dann allerdings, derartige Wunschkandidaten, mit dem Problem „Arbeit in der ehemaligen Heimat“ in seine Bürgersprechstunde kommen lässt, hat in seinem Land scheinbar keine anderen Probleme oder was eher zu vermuten ist, will sie nicht zur Kenntnis nehmen.
Wie derartige Sprechstunden ablaufen, können wir aus eigener Erfahrung sagen. Denn nach einem Termin bei Herrn Sellering in Hagenow zur Bürgersprechstunde, wurde uns in kurzen Sätzen mitgeteilt, man könne uns nicht helfen. Als wir „unseren“ MP dann mitteilten, dann müssen wir wohl auch noch unsere Heimat verlassen, wie unsere Kinder, verabschiedete uns der Ministerpräsident mit den Worten (…) „ Ich wünschen Ihnen dann alles Gute, wo auch immer!“ Mal ganz ehrlich, eine Ohrfeige wäre mir lieber gewesen!
Die Bürgersprechstunden der Politiker, die angeblichen Möglichkeiten sich an den Petitionsausschuss wenden zu können oder den Bürgerbeauftragen, dienen den Politikern doch nur als Alibifunktionen, abends beruhigt ins Bett zu gehen, denn ein Obdachloser der auf der Straße Zeitungen verkauft, beruhigt die breite Masse der Bevölkerung.

Um in dieses von Herrn Sellering gelobte Land zurückzukehren, braucht man wirklich viel Mut.

Antwort des NDR auf meine Mail bezüglich der Kommentarfunktion

Sehr geehrter Herr Höfs,

haben Sie vielen Dank für Ihre ausführliche Kritik an der Weihnachtsansprache des Ministerpräsidenten.
Wie Sie sicher festgestellt haben, war diese Ansprache nicht Teil des Nordmagazins, sondern wurde nach Ende des Nordmagazins ausgestrahlt. Damit haben wir klar gemacht, dass es sich dabei nicht um einen redaktionellen Beitrag handelte. So entspricht es auch den Grundsätzen des Rundfunksstaatsvertrags
des NDR.

Selbstverständlich steht Ihnen jegliche Kritik an der Ansprache von Herrn Sellering natürlich frei.
Damit diese Kritik auch ankommt, habe ich Ihre Zeilen an die Staatskanzlei weitergeleitet. Ich gehe davon aus, dass man auch dort wissen möchte, welche Meinung Zuschauerinnen und Zuschauer zur Ansprache des Ministerpräsidenten haben.

Ihnen und Ihrer Familie alles Gute im neuen Jahr und freundliche Grüße



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Michael Schmidt
CvD Fernsehen
NDR-Landesfunkhaus M-V
Postfach 11 01 44
19001 Schwerin

jm.schmidt@ndr.de
Sekr.: +49 385 59 59 504
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