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Nicht die Kampa-Halle, sondern Halle in Westfalen für „Martin Luther King“

Profidarsteller und Chor
 
"Chörchen" Stadthagen
Halle (Westfalen): OWL Arena | Das „Chörchen“ Stadthagen im Mega-Chor Musicalprojekt

Eigentlich war diese Aufführung in der Kampa-Halle in Minden geplant. Doch dann kam alles anders, da spontan die Schließung zum Ende 2019 verkündet wurde. Marcel Volkmann von der Stiftung Creative Kirche musste sich dann in seiner Begrüßung auch gleich mehrfach verbessern und brachte damit die Zuschauer und Teilnehmer zum Lachen: willkommen in der Kampa-Halle – ach nein, im Gerry Weber Stadion--- in der OWL Arena in Halle (Westfalen). 26 regionale Chöre waren beim Chormusical „Martin Luther King. Ein Traum verändert die Welt“ dabei und unter anderen auch das „Chörchen“ aus Stadthagen. Chorleiterin Ina Seidel stellte damals ihrem Chor das Musicalprojekt vor und konnte sie auch gleich zum Mitsingen bewegen. Fast komplett war der Chor dann auch in der OWL Arena angekommen. Für den Transport ins doch etwas weiter entfernte Halle anstatt Minden hat sich die Stiftung Creative Kirche gekümmert. Und auf Nachfrage vom Chor konnte dann sogar im Bus von Stadthagen abgefahren werden. Bei den Sängern ist wegen der weiteren Strecke auch keiner mehr abgesprungen. Tagesaktuelle Ausfälle gab es nur wegen Erkrankung. Da niemand vorher bei den Chormusicals „Luther“ oder „Die 10 Gebote“ schon dabei war und auch sonst seit Schulzeiten eigentlich nicht mehr vor großem Publikum gesungen wird, war die Aufregung schon messbar. Keine Angst, sondern freudige Anspannung und Neugier darauf, wie es nach den vielen Proben nun in der richtigen Aufführung wird. „Singen macht Spaß und wir sind wegen der Gemeinschaft dabei“, sagte Ina Seidel. Dem konnte ihr Chor nur zustimmen. Das es auch englische Lieder dieses Mal gibt, war kein Problem. „Wir singen auch so öfter in verschiedenen Sprachen, unser Repertoire an Liedern ist sehr vielfältig“, berichtete Gundel Breitkopf, eine der Chorschwestern. Auf die Frage, warum sie dabei sind, waren sich alle einig. Es ist ein echtes Erlebnis, alle singen sehr gern, das Thema Martin Luther King ist toll und wenn nicht gleich nächste Woche, würden auch alle wieder bei so einem Chorprojekt dabei sein. Da das „Chörchen“ etwas schwach besetzt mit Männerstimmen ist, werden auch immer noch neue Mitsänger gesucht. Aber natürlich werden auch Frauen gern aufgenommen. Konfession spielt keine Rolle, auch nicht das Alter. Freude am Singen und der Gemeinsamkeit steht für sie im Vordergrund.
Als es dann auf die Ränge ging, saßen die „Chörchen“ Sänger verteilt auf den Stühlen vor den Zuschauern. Über 1000 Personen von sieben bis 92 Jahren standen den 4000 Besuchern der Halle gegenüber. Dazwischen die Bühne und das Orchester. Martin Luther King wurde hervorragend von Gino Emnes gespielt. Anders als bei der Aufführung in Hannover spielten Andreas Wolfram die Rolle von Malcolm X und Dirk Siebenmorgen verkörperte Bull Connor (und weitere Rollen).Diese Beiden kommen mit einem kleinen Teil der Chorsänger zu Beginn des Stückes von hinten als Demonstranten auf die Bühne. Sehr schön zu beobachten war, wie die beiden Profi-Darsteller sich unmittelbar vor Beginn mit den Laiensängern noch abklatschten und damit etwas Anspannung nahmen.
Stefan Stara (Biederbürger & weitere Rollen), Peti van der Velde (Coretta Scott King), Bonita Niessen (Rosa Parks), Kathleen Bauer (Lehrerin & weitere Rollen) und Karolin Konert („Heilige Geistin“) waren gleichbesetzt wie in Hannover. Mit diesen wirklich hochkarätigen Profis ist die Besetzung ein absolutes Highlight in der Musicalszene. Sie harmonisieren wunderbar mit dem Gesang des riesigen Chores. Auch wenn die Akustik in der OWL Arena nicht die Beste ist, so schafften sie es doch, die Nebenräusche des Regens zu übertönen und die wunderbaren Einzelstimmen und bombastischen Chorgesang hervor zu heben.
Das Publikum, unter ihnen auch viele Angehörige der Stadthäger „Chörchen“- Sänger, belohnte alle mit nicht enden wollenden Beifall und stehenden Ovationen. Leider war die Halle nicht ausverkauft, was vielleicht am Karnevalswochenende liegen konnte. Aber wie aktuell die Ziele des Bürgerrechtlers auch nach 57 Jahren noch sind, machte der Anschlag in Hanau deutlich. Zum Gedenken an die Opfer gab es vor Beginn des Musicals eine Schweigeminute. Und es herrschte wirklich eine Stille in dieser Minute, die Gänsehaut machte. Es zeigt, dass Rassismus, Gleichberechtigung, Menschenrechte und Frieden unter den Menschen immer noch und immer wieder Thema sein muss.
Wer doch noch einen Besuch bei „Martin Luther King- Das Chormusical“ einplanen möchte, hat an einigen Terminen Gelegenheit dazu.
Weitere Information und Zuschauertickets:
www.king-musical.de/tickets und Telefon 02302/28 222 22
Allgemeine Informationen unter: www.king-musical.de

Kontaktaufnahme zum „Chörchen“ ist über die St. Martini Gemeinde Stadthagen möglich. Geprobt wird donnerstags, jeder ist willkommen.
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