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Das Hamburger Amt Ritzebüttel.

Lange war das Schloss Ritzebüttel Verwaltungssitz der Hamburger Amtmänner, die auch für die Hamburger Exklave Insel Neuwerk zuständig waren.
 
Denkmal von 1797 für die Hamburger Amtmänner Barthold Heinrich Brockes und Johann Schlüter.
Cuxhaven: Schlossgarten Ritzebüttel | Lange war Ritzebüttel als Verwaltungssitz des Hamburger Amtmanns von Bedeutung.

Erst am 14.12.1872 wurde der Flecken Ritzebüttel und mit dem dann schon bevölkerungsreicheren Cuxhaven zu einer Gemeinde Cuxhaven vereinigt. Am 01.05.1905 kam die Gemeinde Döse hinzu, bevor Cuxhaven am 15.03.1907 Stadt wurde. Am 01.03.1935 wurden die Landgemeinden Groden mit Abschnede, Wester- und Süderwisch, Stickenbüttel, Duhnen und Neuwerk mit Scharhörn in die Stadt Cuxhaven eingemeindet.

Mit dem Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen (Groß-Hamburg-Gesetz) wurde das bisherige Staatsgebiet Hamburgs um volkswirtschaftlich wichtige Gebiete aus den benachbarten preußischen Landkreisen und kreisfreien Städten zum 01.04.1937 erweitert. Gleichzeitig wurde Cuxhaven preußisch und dem Regierungsbezirk Stade in der Provinz Hannover zugeordnet.

Mit dem Cuxhaven-Vertrag zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Hamburg wurden die Inseln Neuwerk und Scharhörn und umliegendes Wattgebiet zum 01.10.1969 wieder ins Hamburger Staatsgebiet eingegliedert. Politisch liegt die Insel im Stadtteil Hamburg-Neuwerk im Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg, deren Stadtgebiet etwa 120 km Luftlinie entfernt liegt. Die Hafenanlagen, hauptsächlich der Amerikahafen und das Steubenhöft, trat Hamburg dann im Gegenzug vertragsgemäß 1993 an das Land Niedersachsen ab.

Amtmann Barthold Heinrich Brockes (1680–1747, sprich: Brooks) nahm im Schloss Ritzebüttel die umfangreichen Aufgaben im Auftrag seiner Vaterstadt Hamburg und zum Wohle der Bevölkerung wahr. Er erhielt für seine eigenmächtige Gestaltung des Ritzebütteler Schlossgartens jedoch auch einen „Rüffel“ vom Hamburger Rat. 1797 war diese Rüge vergessen und die Verdienste um die Außenanlagen des Schlosses wurden gewürdigt. An der Zufahrt zum Schloss Ritzebüttel erinnert ein Denkmal an ihn und den Amtmann Johann Schlüter.

Die Inschrift, in lateinischer Sprache, lautet:
VIRIS /
DE EXORNATIONE AC AMPLFICATIONE /
CASTELLI ET HORTI RITZEBUETTELNSIS /
NEC NON SYLVAE VICINAE VULGO BROCKESWALD DICTAE /
OPTIME MERTIS /
BARTHOLDO HENRICO BROCKES I U L /
OLIM SENATORI REIPUBL HAMBURGENSIS /
ET /
JOHANNI SCHLUETER I U L /
SENATORI ET DEINDE CONSULI EIUSDEM REIPUBL /
PRAEFECTIS RITZEBUETTELENSIBUS /
MDCCXXXV MDCCXLI; /
MDCCLX MDCCLXVI /
GRATO ANIMO SUCCESORIS IN PRAEFECTURA /
IOHANNIS ARNOLDI HEISE I U L /
MDCCXCVII POSITUM

In das Deutsche übersetzt heißt es: 
Den um die Ausschmückung und Erweiterung des Schlosses und Gartens zu Ritzebüttel, wie auch des benachbarten, gewöhnlich Brockeswald genannten Waldes, hochverdienten Männern, Barthold Heinrich Brockes, beider Rechte Licentiat, einst Senator der Stadt Hamburg, und Johann Schlüter, beider Rechte Licentiat, Senator und später Bürgermeister derselben Stadt, die Amtmänner zu Ritzebüttel waren 1735 bis 1741 und 1760 bis 1766, hat in dankbarer Gesinnung ihr Nachfolger in der Amtmannschaft Johann Arnold Heise, beider Rechte Licentiat, im Jahre 1797 dieses Denkmal gesetzt.

Lizentiat (von Lateinisch "licentia doctorandi") ist ein akademischer Grad, der die Bewerbung um eine Doktorwürde kennzeichnete und die Lehrbefugnis umfasste.

Der Besuch der Schlossanlage und des -gartens Ritzebüttel ist unbedingt zu empfehlen.
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2 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 20.07.2018 | 19:15  
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Rainer Bernhard aus Seelze | 20.07.2018 | 23:21  
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