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Frühlingserwachen im Ith

  Coppenbrügge: Ith | Trotz zu erwartender Wetterkapriolen machte sich die Wochenend-Wandergruppe des Kneipp-Vereins Barsinghausen mit PKW auf den Weg zum Ith. Ausgangspunkt war der Wanderparkplatz in Haus Harderode am Lauensteiner Paß.

Die Fahrt führte durch eine wunderschöne Landschaft, das frische Grün mit üppig blühenden Bäumen und Sträuchern erfreute jeden Naturliebhaber.

Der Ith ist ein bis zu 439 Meter hoher Mittelgebirgszug südöstlich von Hameln und erstreckt sich von Coppenbrügge im Norden und Holzen im Süden. Mit einer Länge von 22 km ist er der längste Klippenzug Norddeutschlands.

Sein aus der oberen Jura stammendes Dolomith-Korallenoolith-Gestein schafft ideale Voraussetzungen für viele Frühlingsblüher. Mit steigenden Temperaturen verwandeln weißer und roter Lerchensporn, weiße und gelbe Buschwindröschen, Veilchen, Milzkraut und Himmelsschlüssel den Waldboden in einen blühenden Teppich.

Bei dem Anstieg zum Ithkammweg auf dem Krüllbrink mußten die Wanderer leider feststellen, daß dieser Blumenflor inzwischen fast verblüht war und einer neuen Flora Platz gemacht hatte. Der Waldboden war nun von würzig riechendem Bärlauch bedeckt, dazwischen zierlicher Waldmeister, Sternmieren, weiß blühende Knoblauchrauken, Goldnesseln, lila Taubnesseln, blauer Gundermann, Salomonsiegel (Weißwurz), Berg-Platterbse, Storchschnabel und vieles mehr.

Nach Erreichen der Kammhöhe gelangten die Wanderfreunde an einen Punkt, der einen Einblick in den darunterliegenden gewaltigen Steinbruch gewährte. Der Klippenrand war durch einen Zaun gesichert, und es drängte sich die Frage auf, wie lange der Ausblick an dieser Stelle wohl noch möglich sein würde.

Auf schmalem Weg ging es weiter zum Ithturm. An den Klippenrand führende Trampelpfade verführten die Wanderer mehrfach, diesen zu folgen und den herrlichen Rundblick ins Tal zu genießen. Dabei wurden auch die zum Teil 30 Meter hohen Klippen mit ihren imposanten Formen sichtbar. Die tiefen Felsspalten sind u. a. Nachtquartier für Fledermäuse und Brutstätten für Rotmilan, Uhu und Grauspechte.

An den Klippenrändern erhoben sich urige Bäume; der Weg war gesäumt von tuffartig durchlöcherten Felsbrocken. die mit Moosen bedeckt waren und auf denen sich bereits eine neue Pflanzenwelt angesiedelt hatte. Der mit der ersten Frühlingsflora erblühende Seidelbast war auch schon verblüht und nur mit grünem Blattwerk zu erkennen.

Bald war der Ithturm erreicht, und die am Fuße liegende Sitzgruppe lud zum Verweilen ein. Nach einer ausgiebigen Rast und einem letzten Rundblick vom Ithturm auf Bisperode und das Umland mit den blühenden Rapsfeldern machten sich die Wanderfreunde wieder auf den Weg, um über die Adam- und Eva-Klippen den Jürgensweg zu erreichen.

Zuvor erweckte eine große Informationstafel die Aufmerksamkeit. Auf der Tafel war abzulesen, welche Felsklippen für Kletterer gesperrt und welche freigegeben waren.

Inzwischen hatte sich ein kräftiger Wind aufgemacht. Dieser sorgte allerdings dafür, daß das plötzlich einsetzende Regen- und Graupelschauer schnell vorüber war und die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen den Waldboden erhellte.

Der Jürgensweg führte die Wanderer durch einen lichten Hochwald mit Buchenbeständen. Die Flora hatte sich hier verändert. Der Waldboden war von einem Meer aus weißen Buschwindröschen überzogen; dazwischen leuchteten die gelben Schlüsselblumen, und die Wegränder waren vom Milzkraut gesäumt.

Nach Erreichen des Ausgangspunktes konnten die Wanderfreunde noch eine kleine Überraschung genießen: es gab Kaffee, Tee und Kuchen!

Von Wanderführer Heinrich Möbius
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