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Jugendfeuerwehr Wettmar erfolgreich auf landesweiter Wettbewerbsbühne

Konzentriert, den Wasserstrahl auf das Ziel zu richten: 5-Liter Wasser müssen aufgefangen werden, damit die nächste Station angelaufen werden kann
 
Verlegen der Feuerwehr-Schlauchleitung: Möglichst schnell und ohne Schlauchverdrehungen müssen vier Schläuche hintereinander in einer Reihe liegen
 
Besichtigung des U-Bootes "Wilhelm Bauer – U2540“ in Bremerhaven
Burgwedel - Wettmar - Cuxhaven - Wehdel |
Silbermedaille für Feuerwehrnachwuchs beim internationalen Wettbewerb im Landkreis Cuxhaven

Zu Beginn des Jahres entschieden sich Betreuer und die Jugendfeuerwehrmitglieder aus Wettmar dafür, in diesem Jahr eine neue Herausforderung anzunehmen. Als Ziel haben sich alle die Teilnahme am internationalen Jugendfeuerwehrwettbewerb gemäß den Regeln des CTIF (Comité Technique International de prévention et d'extinction du Feu; Deutsch: Internationales technisches Komitee für vorbeugenden Brandschutz und Feuerlöschwesen) gesteckt.
Auf dem Stadtfeuerwehrtag in Kleinburgwedel Ende Juni 2012 konnten die ersten Übungserfolge mit dem 3. Platz geprüft werden und der Feinschliff für den Freundschaftswettbewerb im Austragungsort Wehdel vorgenommen werden. Der sogenannte Freundschaftswettbewerb findet nach den identischen Regelwerken des CTIF statt, ermöglicht jedoch auch Jugendfeuerwehrmitgliedern, die noch keine 12 Jahre alt sind, an dieser Wettbewerbsform teilzunehmen. Für die Teilnahme am „Original“ mit Qualifizierungschancen für Bundesentscheidungen und Internationale Begegnungen müssen die Gruppenmitglieder mindestens 12 Jahre alt sein.
Im Rahmen eines Zeltlagers vom 06. bis zum 08. Juli 2012 auf dem Sportplatzgelände in Wehdel gestaltete sich das Wettbewerbsprogramm in vielfältiger Weise: Nach Anreise und Aufbau der Lainenunterkünfte standen Abendbrot, Freizeit und Geländeerkundung auf dem Programm. Für den darauffolgenden Samstag war für alle 40 teilnehmenden Gruppen Trainingstag. In einem gut organisierten Ablaufplan konnte jede Gruppe für ungefähr 30 Minuten die offiziellen Wettbewerbsbahnen und –Geräte nutzen, um sich sowohl mit den Platzverhältnissen als auch mit dem Material vertraut zu machen.
Der internationale Wettbewerb besteht aus zwei Disziplinen, einem feuerwehrtechnischen und einem sportlichen Teil. Beide Einheiten unterliegen einer Zeitmessung, so dass hier vordergründig Geschwindigkeit und Fehlerfreiheit zählen, was beim sogenannten Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehr etwas in den Hintergrund rückt.
Aber wie kann man sich diesen Wettbewerb nun vorstellen? Der feuerwehrtechnische A-Teil beinhaltet das verdrehungsfreie Verlegen von vier Feuerwehrrollschläuchen, das Füllen von Wasserbehältern mit Hilfe einer handbetätigten Kübelspritze über eine 10cm große Zielöffnung aus zwei Metern Entfernung, Anlegen von Feuerwehrknoten und Erkennen sowie Ablegen von Feuerwehrgeräten. Auf der Insgesamt 75 Meter langen Bahn sind zur Erreichung dieser Hauptziele auch Hindernisse, wie ein fiktiver Wassergraben, eine Hürde, ein Kriechtunnel und ein Laufbrett fehlerfrei zu überwinden.
Beim sportlichen B-Teil des Wettbewerbes ist von den neun Gruppenmitgliedern ein Staffellauf über 400 Meter zu absolvieren. Die Strecke ist jedoch auch diesesmal mit Hindernissen gespickt, und das Staffelholz ist in Wirklichkeit ein Feuerwehrstrahlrohr. Als Unwegsamkeiten sind eine zirka 2 Meter hohe Leiterwand zu überwinden, ein gerollter Feuerwehrschlauch und ein entleerter Feuerlöscher über eine Entfernung von fünf Metern auf einer Zielplattform abzulegen, eine Hürde muss übersprungen werden und eine auf zirka 80 Zentimeter abgelegte Querlatte ist zu unterkriechen. Den Abschluss in diesem Bewerbsteil bildet das Verbinden von zwei Feuerwehrschläuchen mit einem Wasserverteiler, wobei an einem Schlauchende das als Staffette dienende Strahlrohr angeschlossen und über die Ziellinie getragen wird.
Die Jugendfeuerwehr Wettmar konnte bereits im Laufe des Vormittages die Zeit für ihre Generalprobe nutzen, bei der letztlich nur noch kleinere Optimierungen vorgenommen werden mussten. Das Nachmittagsprogramm gestaltete sich die Truppe um Jugendfeuerwehrwart Ingo Bähre mit einer Ausflugstour nach Bremerhaven dann selbst. Die reine Jungenmannschaft war daher sehr von dem Besuch des Technikmuseums mit der Erkundung des U-Bootes „Wilhelm Bauer – U2540“ angetan und beschnupperte interessiert die vormalige Technik. Anschließend ging es aus der Tiefe in die Höhe: Bremerhaven von oben, das machte die Aussicht vom 68 Meter hohen Funkradarturm des Wasser- und Schifffahrtsamtes möglich – Hier wurde auch gleich die Aussicht für die Auskundschaftung der nächsten Eisdiele genutzt, bei der der Abschluss des Bremerhaven-Ausfluges eingeläutet wurde.
Nachdem der späte Samstagnachmittag von einem Unwetter geprägt war, entschieden sich die Organisatoren, auch in Hinsicht auf ein zweites Unwetter, welches sich für Sonntagmittag angekündigt hat, das Programm für den Wettbewerbstag um eine Stunde vorzuverlegen. Hört sich nicht weiter dramatisch an, bedeutete jedoch, dass der Tag bereits um 6:00 Uhr mit dem Wecken begann, dem Frühstück um 6:45 Uhr und dem Start der Wettbewerbe um 8:00 Uhr seinen Lauf nahm.
Vorteil für die Wettbewerbsgruppe aus Wettmar hatte die Startzeit trotzdem, da diese auf 10:20 Uhr festgelegt wurde und einige Kandidaten so noch warmlaufen konnten – was sich auch auszahlte: Sowohl der feuerwehrtechnische als auch der sportliche Bewerb konnten hintereinander absolviert werden, die ersten Äußerungen der Wertungsrichter, die benötigten Zeiten wie auch angefallene Fehlerpunkte bewegten sich in einem mehr als guten Bereich. Es wurde daher auch mit Spannung die Siegerehrungen für die Wettbewerbsgruppen im Freundschaftswettbewerb und im Landesentscheid erwartet, die die Landesjugendfeuerwehrwartin Anke Fahrenholz und der Fachbereichsleiter für Wettbewerbe im Lande Niedersachsen, Andreas Schlicht, vornahmen. Der anfängliche Optimismus über eine gute Platzierung wich nach verlassen der zweistelligen Platzierungen sich stetig steigender Freude in den Gesichtern der Wettbewerbsteilnehmer. Es musste noch etwas ausgeharrt werden, sollte die Gruppe doch als vorletzte Mannschaft vortreten: Platz 2 von 18 gestarteten Gruppen in der Kategorie Freundschaftswettbewerb – Neben einem obligatorischen Pokal für die Vitrine erhielten alle Gruppenteilnehmer eine persönliche Silbermedaille für den errungenen Erfolg. Auch sehr zur Freude von Jugendfeuerwehrwart Ingo Bähre, der sich zu seinem Geburtstag an diesem Tage nichts erfreulicheres hätte vorstellen können.
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