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Wege der Jakobspilger in Norddeutschland

Die Via Baltica, der baltische Pilgerweg der Jakobspilger, erstreckt sich von den baltischen Ländern über Usedom, Greifswald, Stralsund, Rostock, Wismar, Lübeck, Hamburg nach Bremen und Osnabrück und führt dann als Westfälischer Weg weiter über Münster, Dortmund nach Köln. Dort verbindet er sich mit den alten Pilgerwegen durch Belgien und Frankreich nach Spanien mit dem Ziel Santiago de Compostela.

Südlich von Stade trifft auf den baltischen Pilgerweg die Via Jutlandica, die von Skandinavien über Schleswig-Holstein nach Süden führt. Durch Norwegen ist der Weg identisch mit dem Olavsweg, der nach Trondheim, dem mittelalterlichen Nidaros führt. In Trondheim war der Heilige Olav begraben, der die Christianisierung Norwegens eingeleitet hat. (Vgl. Bernd Lohse: Der Olavsweg. Kiel 2011; s. ferner die Bilder von Trondheim am Ende der Bilderserie).

Eine Abzweigung der Via Jutlandica über Kiel und der Pilgerweg entlang der Vogelfluglinie von Dänemark über Fehmarn und Travemünde stößt bereits in Lübeck auf die Via Baltica. 3500 km hat der Jakobspilger von Lübeck aus bis zum Grab des heiligen Jakobus in Galizien im Nordwesten Spaniens noch zurückzulegen, einen Weg vielfältiger unvergeßlicher Eindrücke und Erlebnisse, einen Weg mannigfacher Beschwernisse, aber auch neuer Erfahrungen, die das Leben verändern können.

Der hier in dem Teilstück Lübeck - Hamburg - Bremen vorgestellte Baltische Weg verbindet in Zukunft die baltischen Länder und Skandinavien mit Spanien. Erstmals werden so Nord- und Osteuropa mit Südeuropa durch einen kulturell und religiös geprägten Weg durchgängig miteinander verbunden. Um diesen Weg in Anlehnung an historische Routen zu erschließen, wurde im Mai 2005 in Rostock der „Freundeskreis der Jakobswege in Norddeutschland“ und gegründet. Diese Arbeit erfolgte im Rahmen der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft. Deshalb lag es nahe, den Freundeskreis im September 2006 im Gemeindezentrum der Hamburger St. Jacobikirche offiziell als Region Norddeutschland dieser Gesellschaft zu konstituieren.

Seitdem wurden ein Fußpilgerweg und ein Radpilgerweg von Lübeck über Hamburg nach Bremen ermittelt. Dabei wurde für den Fußpilgerweg auf dem Teilstück von Bad Oldesloe bis Hamburg von der historischen Route abgewichen, um das erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Benediktinerkloster Nütschau abseits der mittelalterlichen Pilgerroute aufzusuchen und den Weg durch die belebten Verkehrs- und Einkaufsstraßen in den heutigen Vorstädten von Hamburg zu meiden. Der Pilger der Gegenwart findet eher Muße und Besinnung auf dem Weg entlang der Trave, im Brenner Moor und im malerischen Alstertal, das fast bis ins Zentrum von Hamburg führt. Der Weg ist hier identisch mit dem Alsterwanderweg. Im Mittelalter wurden dagegen ursprünglich vermoorte Täler eher gemieden. Handels- und Pilgerwege bevorzugten trockenere Landschaften wie die norddeutsche Geest. So bedeutet der gewählte Fußpilgerweg zwischen Bad Oldesloe und Hamburg ein Abweichen von der Bindung an die Geschichte zugunsten der Ansprüche des heutigen Pilgerns. Dieser Pilgerweg ist näher beschrieben in den Beiträgen "Pilgern in der Hansestadt Lübeck" und "Pilgerweg Lübeck - Hamburg" hier bei myheimat.

Nur der kürzere Fahrradpilgerweg wurde auf die südlichere der vorreformatorischen Handels- und Pilgerwege von Lübeck nach Hamburg über Krummesse, Sandesneben, Siek gelegt (s. Beitrag "Radpilgerweg Lübeck - Hamburg als Alternative", http://www.myheimat.de/luebeck/kultur/radpilgerweg...). Aber auch hier wurde ab Rahlstedt der Radpilgerweg zugunsten einer Fahrt durchs Grüne entlang des Flüsschens Wandse konzipiert, obwohl der eigentlich historische Weg von Lübeck nach Hamburg über den bereits seit 1539 aufgeschütteten und mit Steinen gepflasterten Steindamm führte, der sich aber zum Radfahren - auch wegen der Unfallgefahr - gewiss nicht eignet. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wäre der Jakobspilger beim Zugang in Hamburgs Altstadt auf das stark befestigte Steintor getroffen, das mit seiner Zweitürmeanlage Ähnlichkeiten mit dem Holstentor in Lübeck aufwies, aber moderner Stadt- und Verkehrsplanung weichen musste. Auch deshalb bietet die historische Route an dieser Stelle für das heutige Pilgern keinen Anreiz.

Der Pilgerweg durch die Stadt Hamburg und von dort über Altona und Blankenese nach Wedel und nach der Elbüberquerung durch das Alte Land und über Harsefeld - Zeven nach Bremen ist in den Berichten "Jakobspilgerweg in Hamburgs Innenstadt", "Pilgerweg von St. Jacobi bis Wedel" und "Pilgerweg Wedel - Altes Land - Harsefeld - Bremen" weiter zu verfolgen, die ebenfalls hier bei myheimat veröffentlicht sind. Alle Beiträge beinhalten zusammen mit dem Beitrag "Pilgerweg Lübeck - Hamburg" den Pilgerführer Lübeck - Hamburg - Bremen. An der Wegerkundung und Wegführung hat Klaus Letulé entscheidend mitgewirkt.

Die Jakobus-Gesellschaft bemüht sich zudem um Pilgerherbergen oder einfache Unterkünfte, die die Reisenden gegen eine Spende unterbringen (5 bis 10 Euro). Die Wanderer benötigen für den Besuch in einer Pilgerherberge einen Pilgerpass, der sie als ordentlichen Pilger ausweist. Den Pilgerpass bzw. das Credential erhält der Jakobspilger bei der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft, Tempelhofer Straße 21, D-52068 Aachen, Fon 0241 4790127, FAX 0241 4790112 oder auch im Pilgerbüro von St. Jacobi in Hamburg.

Sehr hilfreich sind die 12 Karten, die der Pilger unter dem Titel "Pilgern auf dem Jakobsweg "Via Baltica" von Lübeck nach Hamburg" ebenfalls in der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg erwerben kann.

Der 240 km lange Fußpilgerweg von Lübeck über Hamburg bis Bremen wurde mit der goldgelben Jakobsmuschel auf blauen Grund ausgeschildert. Leider werden immer wieder Wegeschilder widerrechtlich entfernt, aber der Jakobspilger, der die hier genannten Beiträge ausdruckt, kann den Weg nicht verfehlen. Im Alstertal kann sich der Pilger zusätzlich an den gelben Pfeilen des Norddeutschen Wanderverbandes ausrichten.

Dieser Pilgerführer durch einen Teil der norddeutschen Region, von der Hansestadt Lübeck über die Hafen- und Weltstadt Hamburg und über Wedel bis zur Hansestadt Bremen erscheint hier bei myheimat in mehreren Beiträgen:
Pilgern in der Hansestadt Lübeck
http://www.myheimat.de/luebeck/kultur/pilgern-in-d..."
Pilgerweg Lübeck - Hamburg (http://www.myheimat.de/hamburg/kultur/pilgerweg-lu...),
Jakobspilgerweg in Hamburgs Innenstadt (http://www.myheimat.de/hamburg/kultur/jakobspilger...">),
Pilgerweg von St. Jakobi bis Wedel (http://www.myheimat.de/hamburg/kultur/pilgerweg-vo...),
Pilgerweg Wedel - Bremen
http://www.myheimat.de/harsefeld/kultur/pilgerweg-...) u.a.

Wir wünschen dem Pilger auf den norddeutschen Pilgerwegen Ruhe, Entpannung, innere Befreiung und Gottes reichen Segen. Ultreia!

  • Skulptur des St. Jacobus des Älteren
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  • Via Jutlandica und Via Baltica nach Santiago des Compostela
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  • St. Marien und St. Petri von der Trave aus
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  • Triumphkreuz in der Zweihallenkirche von Krummesse am Radpilgerweg Lübeck - Krummesse - Sandesneben - Siek - Hamburg-Rahlstedt
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  • Kirche St. Peter und Paul in Bad Oldesloe
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  • ehemaliges Herrenhaus, jetzt Kloster Nütschau
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  • Heutiger Jajobspilgerweg im Alstertal
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  • Tanz der Jakobspilger in der Kirchenruine St. Nicolai bei der Eröffnung des Pilgerweges im April 2008
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  • Manfred Hermanns spricht zu Jakobspilgern über den Großen und Kleinen Michel
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  • Fachwerkhäuser in Hamburg-Övelgönne
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  • Fachwerkhaus und Hendrik-Denkmal in Steinkirchen
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  • Jakobspilgerzeichen im Pflaster vor der Lambertikirche in Münster
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  • Nidarosdom in Trondheim, die berühmte Westfront der Kathedrale, die der Kathedrale von Lincoln in England nachempfunden wurde
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  • Jacobus maior als Pilger in der Westfront der Kathedrale von Trondheim
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  • Hinweis auf die Pilgerherberge in Trondheim. Der gesamte Pilgerrweg von Oslo über Hamar und das Dovrefjell ist bestens ausgeschildert.
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8 Kommentare

Ein Link in einem anderen Beitrag führt mich heute geradewegs hierher, lieber Manfred.
Es ist doch immer wieder schön auf frühere Beiträge zurückzublicken.
So rufe ich Dir am Sonntag "Laetare" - "Freue Dich" meinen ermunternden Pilgergruß "Ultreia" zu! Herzlich, Kirsten

Liebe Kirsten,

herzlichen Dank für Dein "Laetare" und Dein "Ultreia! So macht das Pilgern und auch die Beschreibung von Pilgerwegen immer wieder Freude.
Herzlich, Manfred

Kommentar wurde am 7. März 2023 um 12:00 editiert

Lieber Manfred,
Freude macht es auch mir, nach bald 2 Jahren zu einem aktuellen Gruß von Dir geführt zu werden. Erneut bin ich Deinen Spuren durch Text und Bildergalerie gefolgt.
Klaus Letulé würde sich wohl auch freuen, seinen Namen hier bei  Dir zu entdecken. Und ich entdecke mich hier in Deiner Galerie auf dem Hamburger Pilgerweg durch Övelgönne im Frühjahr 2014.
Herzlich grüße ich Dich sowie Pilgerinnen und Pilger, die auf den von Dir vorgestellten Pilgerwegen unterwegs sind,
Kirsten

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