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GRENZWANDERUNG im OBERHARZ zwischen NIEDERSACHSEN und THÜRINGEN

die Hammerschmiede - Manufaktur feinster Spirituosen - in Zorge
 
Schutzhütte an der Stiefmutter
Braunlage: Zorge | Manfred Böhm, der Wanderführer des Harzklubs Quedlinburg hatte sich spontan entschieden, eine Grenzwanderung, im Bereich des staatlich anerkannten Luftkurortes Zorge, durchzuführen. Der Parkplatz vor der Hammerschmiede, einer Destille, war unser Treffpunkt. Trotz des angesagten Regenwetters hatten sich doch mehrere Wanderer eingefunden. Und wir wurden dafür vom Wettergott  mit bestem Wanderwetter belohnt. Vom Parkplatz wanderten wir im Elsbach - so heißt die Straße, und am Elsbach - so heißt der Bach, immer bergauf, bis wir zu unserer ersten Stempelstelle, der Stiefmutter ankamen. Von der Schutzhütte  hatten wir einen wunderbaren Blick ins Elsbachtal mit der Hundertmorgenwiese.
Von weitem konnten wir Kühe des Harzer Höhenvieh beim Weiden beobachten. Bei der Aufzucht der Kälber wird dort die Ammenzucht angewendet. Das bedeutet, dass eine Kuh für mehrere Kälber als Milchquelle zuständig ist. Die anderen abgekalbten Kühe dienen dagegen der Milchproduktion. Diese Aufzuchtmethode wird im Harz erfreulicherweise oft angewendet. 
Um auf den Grenzpfad, dem eigentlichen Ziel unserer Wanderung, zu gelangen, mussten wir einen  längeren steilen Anstieg bewältigen. Oben angekommen trafen wir auf den Grenzweg, der in diesem Bereich einen Höhenwanderweg darstellt.  Hier trafen wir auf einen alten Stein aus dem Jahre 1780 mit dem seltsamen Namen Schwangere Jungfer. Auf der dazugehörigen Dennerttanne werden gleich 4 unterschiedliche Erklärungen (Bild) angeboten. Von der Schwangeren Jungfer wanderten wir auf dem Grenzpfad in westlicher Richtung ca.100 m weiter um zu der Wendeleiche zu gelangen. An dieser Eiche war früher eine Wendeltreppe angebracht über der man zu einer Aussichtsplattform kam. Die benötigten Befestigungseisen(Bild)  sind zum Teil noch vorhanden. Hier ist die Namensgebung durch die Wendeltreppe einleuchtend.  Die Wendeleiche stellte zugleich den westlichsten Punkt unserer Grenzwanderung dar.
Auf dem Grenzweg findet man viele unterschiedliche Grenzsteine. Am häufigsten sind die Grenzsteine mit KP für Königreich Preußen auf der einen Seite und HB für Herzogtum Braunschweig an der anderen Seite des Grenzsteines  anzutreffen. Sie wurden von 1816 bis 1945 verwendet. Vereinzelt sind aber auch  Grenzsteine  und Grenzpfähle der DDR zu sehen. Nach 1945 war hier die Grenze zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone. Mit Gründung der BRD und der DDR war es ab 1949 zugleich die innerdeutsche Grenze. Mit der Entstehung der NATO und des Warschauer Paktes standen sich hier zwei antagonistische Gegner im kaltem Krieg gegenüber.
Auf dem Grenzweg wanderten wir, an der Schwangeren Jungfrau vorbei bis zur Schutzhütte am Brockenblick. Da keine gute Fernsicht vorhanden war, war der, fast 20 km entfernte Brocken, kaum erkennbar. In der Schutzhütte legten wir unsere Mittagspause ein. Anschließend wanderten wir zur Zweiländereiche. Hier verlief die Grenze kurioserweise direkt durch die beiden Stämmen einer Eiche. An dieser Stelle befand sich die zweite Stempelstelle auf dieser Wanderung. Von nun an ging es, auf zum Teil schmalen Pfaden,  bergab zum Spitzen Winkel des Grenzpfades. Hier trafen wir auf einen von Ellrich kommenden Forstweg. In der Tat verläuft hier die Grenze in einem Winkel von ca. 45° in nördlicher Richtung weiter. Wir gingen auf diesem Grenzweg weiter, bis wir zur Schäferwiese kamen.
Hier verließen wir den Grenzweg und wanderten auf der Staufenbergstraße bis zu unserem Parkplatz an der Spirituosen Manufaktur. Hier endete nach  ca. 12 km unsere Wanderung. Ich möchte es an dieser Stelle nicht versäumen, mich, in Namen aller Teilnehmer, für diese interessante Wanderung bei unserem Wanderführer zu bedanken.
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1 Kommentar
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 16.07.2019 | 22:38  
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