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Portrait: Impressionen und Bemerkungen über die Eintagsfliege (Potamanthus luteus)

Eintagsfliege im Close - Up: Mundlos, weil keine Zeit zum Fressen.
Von den etwa 100 Arten von Eintagsfliegen ist die Gelbe Eintagsfliege (Potamanthus luteus)unsere am häufigsten vorkommende Art.

Die larvale Entwicklung der Tiere erfolgt im Wasser. Die Lebensräume bilden meist große Fließgewässer bis hin zu Strömen. Die Entwicklungszeit liegt zwischen einem und vier Jahren.

Die Lebensdauer der Fluginsekten, sprich der eigentlichen Eintagsfliege, schwankt zwischen wenigen Minuten und vier Tagen. Sie stellen somit die kurzlebigsten Tieren unter den Insekten und der Tierwelt überhaupt. Daher erhielten sie ihren Namen.

Ihr Dasein als fertiges Fluginsekt dient ausschließlich den Zwecken der Fortpflanzung und Arterhaltung.

Die bis zu 38 Millimeter großen Insekten besitzen sehr große, geäderte Flügel, die sie in Ruhestellung nach hinten zusammenklappen. Die Vorderflügel sind deutlich größer als die Hinterflügel. Bei den Männchen (siehe Fotos) sind die vorderen Beinpaare zu einem Greifwerkzeug umfunktioniert worden, die zur Ergreifung des Weibchens bei der Paarung dienen.

Der Schlupf dieser Art erfolgt oft sehr synchron, sodass plötzlich ganze Schwärme von Millionen von Individuen zum Beispiel den öffentlichen Straßenverkehr, insbesondere auf Brücken, beeinträchtigen können. Bereits nach einigen Minuten sind die Insekten geschlechtsreif. Diese Schwärme bestehen zum größten Teil aus männlichen Tieren. Die Weibchen fliegen in diese „Eintagsfliegenwolken“ ein um sich mit den Männchen zu paaren. Danach fliegen sie noch einige Kilometer über dem Gewässer um ihre Eier abzulegen. Kurz darauf sterben sie.

Interessant ist der Körperaufbau einer Eintagsfliege.
Sie besitzt am Kopf zwei Facettenaugen, wovon eines nach vorne und das andere nach oben blickt. In der Mitte befinden sich drei Punktaugen, die wohl zur Stabilität des Fluges als Gleichgewichtsorgan dienen. Die Tiere verfügen über ein Darmsystem, welches mit Luft gefüllt ist und sozusagen als stabilisierendes Skelett dient. Eine Darmöffnung ist komplett zurückgebildet, da die Fluginsekten während ihrer Lebzeit keine Nahrung zu sich nehmen.

Die Makroaufnahme des Kopfes der Gelben Eintagsfliege zu Beginn des Berichtes zeigt, dass die Tiere auch über keinerlei Mundwerkzeuge verfügen und somit auch nicht fressen können.

Trotz ihres kurzen Lebens erfüllen die Eintagsfliegen für den Menschen einen wichtigen Zweck. Sie sind wertvolle Bioindikatoren. Das bedeutet, dass ein hohes Vorkommen von Eintagsfliegen eine gute Qualität des Wassers anzeigt.

Mehr Infos aus der Welt der Kleinlebewesen stehen Euch auf www.waldschrat-online,de zur Verfügung.

Naturfreundschaftliche Grüße,
Willi
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4 Kommentare
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Gaby Floer aus Garbsen | 30.08.2010 | 01:26  
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Heidrun Preiß aus Bad Arolsen | 30.08.2010 | 12:44  
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ELVIRA MOGA aus Königsbrunn | 30.08.2010 | 21:44  
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Norbert Steffan aus Augsburg | 31.08.2010 | 20:29  
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