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Eine Verwandlungskünstlerin: Die Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae)

Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) Männchen beim Schlupf.
Auf besonderen Wunsch gehen wir heute einmal auf die Frage einer einzelnen Dame ein:

Frau Susanne B. erbat zu einem Beitrag von Reinhold P. über die Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) die Auskunft, wie lange es dauert bis diese Art komplett ausgefärbt ist.

Die Schwarze Heidelibelle ist gewiss einer der Libellen mit dem größten Farbspektrum. Dies trifft im Besonderen auf die Männchen zu. Die Weibchen behalten auch im Erwachsenenstadium ihre gelbbraune Farbe größtenteils bei, während die Männchen sich komplett schwarz verfärben.

Beim Schlupf ist sie, wie alle anderen Heidelibellenarten auch, leuchtend gelb gefärbt. Eine Unterscheidung während der Emergenz (Schlupf) von ihren Verwandten, ist nur durch minimale Merkmale an den Thoraxseiten möglich.

Nach dem Jungfernflug entfernt sich die Schwarze Heidelibelle vom Gewässer, um in ihrem sogenannten „Reifehabitat“ zu jagen. Dies sind besonnte und windgeschützte Lichtungen in Wäldern, strukturreiche Streu- und Wildwiesen sowie größere Brachflächen, die jedoch nicht sehr weit vom angestammten Gewässer entfernt liegen sollten.

Hier setzt, gleichzeitig mit der Reifezeit der Ausfärbungsprozess ein. In der Regel ist die Schwarze Heidelibelle binnen 14 bis 20 Tagen geschlechtsreif und somit ausgefärbt. Die schwarze Färbung der Männchen bringt gegenüber den anderen Arten einen klaren Vorteil mit sich. Der dunkle Körper der Tiere heizt sich in der Sonne schneller auf als bei anderen Arten. So kann Sympetrum danae schon bei einer Lufttemperatur von 10,5° C fliegen, bei der die anderen Arten noch am Boden oder in den Bäumen bleiben müssen.
Bevorzugt sitzt sie dann auf totem Holz, dessen Fläche die beste Möglichkeit bietet, sich aufzuwärmen.

Als eine sehr spät auftretende Art, die mooriges Gelände bevorzugt, kehrt die erwachsene Libelle ab etwa Mitte August an ihr Gewässer zurück, um sich dort zu paaren. Die Eiablage erfolgt teilweise in Tandemformation oder alleine durch das Weibchen, welches dann jedoch vom Männchen bewacht wird.

Bei entsprechender Witterung kann man die Tiere noch bis in den November hinein beobachten.

Die beigefügte Bildserie zeigt ausschließlich Männchen der Art in ihren verschiedenen Ausfärbungsstadien. Mehr Infos über alle in unserer Heimat vorkommenden Arten von Heidelibellen stehen auf www.waldschrat-online.de unter dem Kapitel Heidelibellen I + II für jeden Interessenten bereit.

In der Hoffnung, diese und einige andere Fragen hiermit beantwortet zu haben, freue ich mich auf Eure Kommentare zu diesem Beitrag.

Naturfreundschaftliche Grüße,
Euer Willi
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Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
8 Kommentare
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Kathrin Zander aus Meitingen | 09.09.2010 | 21:25  
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Gaby Floer aus Garbsen | 09.09.2010 | 22:46  
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Susanne Bartelsmeier aus Burgwedel | 10.09.2010 | 00:10  
83.570
Ali Kocaman aus Donauwörth | 10.09.2010 | 09:35  
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Reinhold Peisker aus Burgdorf | 10.09.2010 | 20:17  
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Norbert Steffan aus Augsburg | 10.09.2010 | 21:17  
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Heidrun Preiß aus Bad Arolsen | 15.09.2010 | 11:23  
24.159
Willi Hembacher aus Affing | 06.11.2010 | 10:56  
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