Exkursionsbericht vom Pfingstwochenende 26. / 27./ 28. Mai 2012: Von „Weißnasen“ und „Mondsüchtigen“ Teil 2

Leucorrhinia dubia (Kleine Moosjunger) Männchen, Seitenansicht.
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  • Leucorrhinia dubia (Kleine Moosjunger) Männchen, Seitenansicht.
  • hochgeladen von H. - Willi Wünsch

Liebe, Natur- und Libellenfreunde,

Hier ein Exkursionsbericht vom Wochenende Samstag / Sonntag / Montag, 26. / 27. / 28. Mai 2012.
Pfingsten.

Wetter: Gemischt: Samstags sonnig, wolkenloser Himmel im Tagesverlauf bis 28°C. Wind böig aus östlicher Richtung. Sonntags anfangs leichter Regen, bewölkt. Im Tagesverlauf aufheiternd bis sonnig. Leicht schwül. Temperaturen bis 29°C. Schwachwindig. Montags heiß bis 31°C, anfangs diesig und schwül, später recht sonnig, kaum Wind.

Habitat: NSG „Gildehauser Venn“, Niedersachsen, nahe der holländischen Grenze.
Koordinaten: 52°14’58.63“N – 7°05’37.68“O.

Ziel: Dokumentation von dort vorkommenden Moosjungfernarten (Leucorrhinia sp.) und das Auffinden der seltenen Mond – Azurjungfer (Coenagrion lunulatum).

Nachdem am frühen Samstagmorgen die 187 Autobahnkilometer zum Ziel nach 90 Minuten absolviert sind, sehen wir eine weite Heidelandschaft vor uns, die wir nun ohne großen Zeitverlust anfangen zu durchstreifen.

In diesem Jagd- und Reifehabitat fliegen uns schon die ersten „Moosis“ um die Ohren. Aufgrund der warmen Witterung zeigen die Tiere eine hohe Aktivität und eine große Fluchtdistanz, sodass es sich recht schwierig gestaltet, die schnellen Flieger formatfüllend zu fotografieren.

Mit Geduld und Ausdauer gelingen dann doch die ersten Schnappschüsse.

Der weitere Weg führt uns sodann durch ein Waldgebiet, welches von mehreren, traumhaft schönen Moorgewässern alle paar hundert Meter unterbrochen wird. Das sind die eigentlichen Lebensräume der Tiere, nach denen wir suchen. Hier hoffen wir die Lebensform zu finden, weswegen wir hergekommen sind.

Unser Blick schweift an den Ufern der Weiher vorbei. Tausende Vierfleck – Libellen, diverse Moosjungfern, Große Königslibellen, Falkenlibellen und Blaupfeile füllen den Luftraum. An Kleinlibellen finden wir die Hufeisen – Azurjungfer, die Gemeine Becherjungfer, das Große Granatauge, die Frühe und die Späte Adonislibelle, die Blaue Federlibelle und die ersten Binsenjungfern.

Von der sehr seltenen Mond – Azurjungfer ist bislang nichts zu sehen. Wir sind optimistisch, die Stimmung ist gut!

Durch die Anwesenheit ebenfalls tausender eben genannter blauer Schlanklibellen wird die Suche nach der Mond – Azurjungfer zusätzlich erheblich erschwert. Anders ausgedrückt: Die vielen kleinen „gewöhnlichen Blauen“ wirken zeitweilig - gelinde ausgedrückt - etwas „störend“.

Finde mal aus den Tausenden kleinen blauen Fliegern die seltenen Exemplare heraus, die ebenfalls blau sind.…. Eine Sisyphusarbeit, die das gesamte Team auf die Probe stellt. Erste Flüche werden laut: „Verdammt, wieder drauf reingefallen…war ‚nur‘ eine Gemeine Becherjungfer“ u.s.w.

Weiter suchen! Jedes Tier, das blau ist und irgendwo im Grünen sitzt, wird untersucht. Mann, ist das schwierig! Über Funk kommt dann schließlich eine Erfolgsmeldung. Fund!

Nun konzentriert sich das Team auf eine kleine Stelle in diesem riesigen Gebiet. Dort, und nur dort, auf einem wenige hundert Quadratmeter großen Areal werden wir fündig. Die akut vom Aussterben bedrohte Mond – Azurjungfer ist eben ein absoluter Spezialist, was ihren Lebensraum angeht.

Diesem Bericht sind ein paar entsprechende „Belegaufnahmen“ beigefügt. Ich wünsche im Namen des gesamten Teams viel Vergnügen beim Betrachten derselben und danke für Eure Kommentare.

Here we go!!!

Weitere Infos zu diesem und anderen spannenden Themen aus der Welt des Mikrokosmos mit vielen Bildern im XXL –Format findet Ihr hier:http://waldschrat-online.de/

Liebe Grüße,
Willi, der „Waldschrat“

Bürgerreporter:in:

H. - Willi Wünsch aus Bergheim

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