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Schützenwesen hat in Windhausen eine Jahrhunderte lange Tradition

  Windhausen: Schützenhaus Windhausen | Windhausen (kip) Die Herzogin Elisabeth von Braunschweig und Lüneburg hätte ihre helle Freude daran, wenn sie das diesjährige Schützenfest in Windhausen mit feiern könnte. 1499 wurde im Amt Stauffenburg die Schützengilde eingerichtet, der die Orte Badenhausen, Gittelde, Grund, Teichhütte und Windhausen angehörten. Schon 1492 war von einer Gittelder Schützengilde die Rede, der auch die Windhäuser Schützen angehörten.
1535 wurde das Löwenschießen im Amt Stauffenburg eingeführt. Der Schützengilde schenkte die Herzogin einen Löwen aus Silber, der an einer silbernen Kette als Schützenkleinod getragen wurde.
Wann Windhausen sein eigenes Schützenfest feierte, ist nicht überliefert. Wohl aber steht fest, dass schon im 16. Jahrhundert die Windhäuser mit den Schützen aus Badenhausen,, Gittelde, Grund und Teichhütte gemeinsam Schützenfest feierten.
Nach den Wirren des 30-jährigen Krieges und der Reformationszeit wurde 1821 in Windhausen ein Schützenfest gefeiert. Zuvor 1810 wurde die Schützengesellschaft Windhausen gegründet, die in diesem Jahr auf ihre 200-jähriges Bestehen zurückblicken kann. 1810 wurde das erste eigene Schützenfest in Windhausen gefeiert. Schützenmeister waren Conrad Wedemeyer und Christian Schröder.
1906 stellte die Schützengesellschaft das Schießen auf dem Schießstand im Bereich der Straße zum Steinbühel ein. Die Flächen wurden für den Bau der am 1. Mai 1910 in Betrieb genommenen Eisenbahn Gittelde – Bad Grund benötigt. Der Schienenverkehr wurde rund 60 Jahre wieder eingestellt und im Jahre 1972 wurde der Gleiskörper abgebaut.
1910 kaufte die Schützengesellschaft vom Landwirt Wilhelm Renneberg am Rohland ein Grundstück. Auf diesem Grundstück wurde das Schützenhaus errichtet und der Schießbetrieb auf 175 m Distanz aufgenommen. Die Baukosten für die erstmalige Errichtung des Schützenhauses in den Jahren 1911/12 beliefen sich auf 6.736,19 Mark.
Der Ausbruch des I. Weltkrieges 1914 hatte negative Auswirkungen auf den Schießbetrieb und auf die Traditionspflege des Schützenwesens, weil viele Männer zum Wehrdienst eingezogen waren. Höhen und Tiefen waren in der Zeit zwischen dem Ende des I. Weltkrieges 1918 und dem Beginn des II. Weltkrieges 1939 zum Leben der Schützengesellschaft zu verzeichnen.
Viele Vertriebene aus dem Osten mussten eine Bleibe finden. So lebte viele Jahre die Familie Leopold im Schützenhaus. Erst als die Wohnungszwangswirtschaft aufgegeben wurde und die im Schützenhaus untergebrachte Familie eine andere Unterkunft erhielt, wurde 1956 in Hand- und Spanndiensten mit der Sanierung und Umbau des Schützenhauses und der Schießbahn begonnen. Es wurde ein zweibahniger Schießstand für Kleinkaliber auf eine Distanz von 50 Metern angelegt. Das Vereinsleben entwickelte sich langsam, denn die Einwohner hatten vorrangig andere Sorgen.
1956 wurde das erste Schützenfest nach dem II. Weltkrieg gefeiert. Friedrich Behnsen wurde Schützenkönig und durfte für drei Jahre die Schützenkette tragen, denn es war seit Jahrzehnten Tradition, dass im Drei-Jahres-Rhythmus abwechselnd mit Badenhausen, Gittelde und Windhausen das Schützenfest in Windhausen gefeiert wird.
Am 11. März 1981 begann die Schützengesellschaft, das Schützenhaus mit Schießanlage den Anforderungen entsprechend umzubauen, da der Schießsport einen großen Zulauf verzeichnen konnte. 1984, im Jahr des 750-jährigen Bestehens der Gemeinde Windhausen wurde die neue Schießsportanlage seiner Bestimmung übergeben. Doch in den zurückliegenden Jahren haben die Schützenschwestern und -brüder die Hände nicht in den Schoß gelegt. Laufend wurde das Schützenhaus modernisiert. Außerdem wurde das Außengelände umgestaltet. Parkplätze wurden geschaffen und Gelände für das Bogenschießen angelegt.
Seit vielen Wochen ist Windhausen im „Schützenfest-Fieber“. Ein umfangreiches Programm wartet auf alle Festteilnehmer. Mit dem Schießen um das „Beste“ wurde inzwischen begonnen.
Die Fotos erinnern an das Schützenfest 2007.
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