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Bad Breisig

 
Auf dem Bergkegel sieht man Schloß Rheineck. Es ist nicht zu besichtigen und war früher eine pfalzgräfliche Burg. 1832 wurde sie restauriert. Ihre Kapelle, die um 1200 erbaut wurde, enthält Wandgemälde des Nazareners Steinle (1837–1840).
 
die Fähre am rechten Rheinufer, an dem ich mich ebenfalls befand und ich bestieg sie mit Ziel Bad Breisig. (Foto: Wikipedia Frila)
Bad Breisig: die Stadt | Kennen gelernt habe ich Bad Breisig schon als Kind. Damals wohnten wir noch in Alzey, waren auf Besuch bei Verwandten und machten einen Tagesausflug in den Märchenwald von Bad Breisig, das damals noch gar nicht Bad Breisig hieß. Diesen Namen bekam es erst 1969. Jetzt, wo ich hier in Linz, also schräg gegenüber von Bad Breisig wohne, habe ich es natürlich nicht versäumt, mit den Enkelkindern meiner Freundin den Märchenwald nochmals aufzusuchen. Wir fuhren mit der Fähre auf die andere Rheinseite, spazierten immer am Rhein entlang (ich glaube es sind 10 km), über die herrliche Rheinpromenade von Bad Breisig zum Märchenwald. 13 der berühmtesten Märchen der Gebrüder Grimm in kunstvoll bemalten Häusern sind hier zu sehen. Die beweglichen und sprechenden Figuren sind nach Vorlagen aus alten Märchenbüchern handgearbeitet. Per Knopfdruck erzählen die Figuren eine Szene aus dem Märchen. Der kleine Alexander hatte anfangs Angst davor, er musste sich dem Ganzen vorsichtig nähern. Dann war er aber nicht mehr zu halten.

Als Kind kannte ich nur den Märchenwald. Erst Jahrzehnte später kam ich wieder nach Bad Breisig, als meine Tochter dort im Kurhotel und später in der Römertherme arbeitete. Das Kurhotel im Kurpark steht zur Zeit leer. Die Römerthermen wurden vor all nicht zu langer Zeit renoviert und werden von den Besuchern stark frequentiert. Man kann sie auch nur empfehlen. In den Römerthermen fühlt sich wirklich jeder wohl. Man kann entspannen und schwimmen wie im alten Rom. Das Wasser kann man in seinen unterschiedlichsten Formen erfühlen und erleben: als warmes Thermalwasser im Innen- und Außenbereich, als Wasserdampf im textilen Dampfbad, sprudelnd durch die Massagedüsen und Whirlpools, tretend im Kneippbecken sowie natur belassen im Therapiebecken und in der „Braunen Grotte“ . Auch für die Kleinen das Kinderbecken darf man nicht vergessen.

Schon 1877 wurde ein Verschönerungsverein gegründet der das Ziel hatte Breisig als Luftkurort bekannt zu machen. Aber erst mit der Erbohrung der Thermalsprudel wurde der Grundstein gelegt zu einem Fremdenverkehrsort und spätere Heilbad. Heute bietet der Kurort Thermalbäder und medizinische Anwendungen. Das Bad wird empfohlen bei rheumatischen Erkrankungen, Herz- und Kreislaufstörungen, Stoffwechselkrankheiten (Diabetes) und Nierenerkrankungen. Es bestehen drei Thermalsprudel mit einer Wärme von 28–30 °C. Das sind die Römer-Thermem, das Thermalhallenbad mit Außenbecken und Saunalandschaft und zwei Heilbadehäuser.

Erst am 2. Mai 1970 wurde Bad Breisig zur Stadt ernannt. Bis dahin war es Marktflecken.

Auf dem Bergkegel sieht man Schloß Rheineck. Es ist nicht zu besichtigen und war früher eine pfalzgräfliche Burg. 1832 wurde sie restauriert. Ihre Kapelle, die um 1200 erbaut wurde, enthält Wandgemälde des Nazareners Steinle (1837–1840). Von Rheineck aus hat man eine phantastische Aussicht.

Der am Fuß des Berges in den Rhein mündende Vinxtbach bildet die Sprachgrenze zwischen Ober- und Niederdeutsch. Nördlich davon spricht man „kölsch“.

Sehenswert in Bad Breisig sind die barocke Kirche St. Marien, die Kirche St. Viktor mit Wandgemälden aus dem 13. und 14. Jh., das alte Zollhaus aus dem 15. Jh. mit Hochwassermarken und das Puppenmuseum im alten Rathaus.

Natürlich darf man die romantische Rheinterrasse nicht vergessen, Im Sommer kommt man sich vor wie im sonnigen Süden. Die ganze Atmosphäre mutet mediterran an, wenn entlang der Baumallee die Terrassen der Lokale mit Gästen bevölkert sind. Von der Rheinterrasse genießt man den Blick auf das gegenüberliegende Märchenschloss Arenfels. Die Rheinpromenade ist von jahrhundertealten Fachwerkhäusern begrenzt und ist Anziehungspunkt nicht nur für Auswärtige und Touristen. Die Häuser mit ihren bunten Giebeln und der Fassadenmalerei strahlen einen unwiderstehlichen Reiz aus. Sie stehen direkt am ehemaligen Leinpfad und beherbergen schon seit über 100 Jahren Gaststätten, Hotels und Cafés.

1904 nahm die erste Motorfähre ihren Dienst zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen auf. Diese kleine Fähre hatte ich mal besetzt. Hier die Geschichte:

So kann es gehen, wenn man am Rhein lebt.

Vor Jahren wohnte ich in Rheinbrohl, einem kleinen Dorf etwa 10 km entfernt von Linz.

An einem wundervollen Sonntagnachmittag verließ ich meine Wohnung, um in dem Cafe vor Ort mir ein Stück Sonntagskuchen zu kaufen. Ich hatte vor, zu Hause gemütlich Kaffe zu trinken und nahm nur einen 10,- € - Schein mit. Mein Portemonnaie blieb in der Wohnung zurück.

Im Cafe selbst dachte ich: was soll der Geiz, ich kann auch direkt hier meinen Kaffee und Kuchen verzehren. Gedacht - getan.

Da ich ja nun mal sehr spontan bin, schlug ich beim Verlassen des Cafes den Weg zum Rhein ein und spazierte Richtung Römerturm am Fluss entlang. Ich war in totaler Genießerstimmung.

Am Römerturm angekommen lag zufällig, welch Freude, die Fähre am rechten Rheinufer, an dem ich mich ebenfalls befand und ich bestieg sie mit Ziel Bad Breisig.

Bad Breisig muss man erlebt haben. Es hat eine wunderschöne Rheinpromenade. Ich, als Italienisch – Eis – Fan, bin natürlich sofort in eine Eisdiele und habe einen leckeren Moccabecher verzehrt. Dabei beobachtete ich die Schiffe auf dem Rhein und vergaß die Zeit.

Zum Glück schreckte ich noch rechtzeitig aus meinen Betrachtungen hoch und erreichte die letzte Fähre nach Bad Hönningen. Jetzt stellte ich mit Schrecken fest, dass ich kein Geld mehr hatte. Ich konnte mir auch keines am Automaten ziehen, da ich mein Portemonnaie zu Hause gelassen hatte.

Für mich war in dieser Situation der Rhein ein unüberwindliches Hindernis. Dieses Gefühl der Ohnmacht kann man sich nicht vorstellen.

Tja, was blieb mir anderes übrig als die kleine Fähre zu betreten und dem Fährmann zu sagen, dass ich auf die andere Seite des Flusses muss, aber kein Geld habe. Der Fährer war absolut nicht begeistert von mir, sondern äußerte, dass er mich unter gar keinen Umständen mitnähme, da er solche Weiber wie mich kennen würde.

Ich habe einfach ohne ein weiteres Wort zu verlieren sein Schiff besetzt und mich unter den Beschimpfungen des Fährmannes übersetzen lassen.

Zu einem späteren Zeitpunkt habe ich dann meine Schuld bezahlt.
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 01.09.2010 | 13:47  
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