Die Eifel-Bördebahn fährt im Startbetrieb - die Vollreaktivierung wird ab 2020 angestrebt.

Dieseltriebwagen der Rurtalbahn am Haltepunkt Zülpich-Nemmenich (Foto: photo79/S. Petermann)
 
Eifel-Bördebahn auf dem Weg nach Euskirchen (Foto: photo79/S. Petermann)

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus und Demografie im Rat der Stadt Zülpich informierten am 29. November 2016 die Kreis Düren und der Kreis Euskirchen über die neuesten Entwicklungen in Sachen der Reaktivierung der Bahnstrecke Euskirchen-Düren, der "Eifel-Bördebahn".

"Die langjährigen und mühsamen Bestrebungen der Politik zahlen sich langsam aus", stellt Achim Blindert in der Ausschusssitzung zum Tagesordnungspunkt Eifel-Bördebahn in der Martinskirche in Zülpich fest. Der Leiter des Geschäftsbereiches Planung und Umwelt in der Kreisverwaltung Euskirchen gibt im ersten Teil des Informationsvortrages den Ausschussmitgliedern eine kurzen Überblick über die Entwicklung über die Bahnstrecke seit der Landesgartenschau 2014. Insgesamt hat sich der Betrieb quantitativ bisher nicht wesentlich verändert. Jedoch hat das Betreiber- und Finanzierungsmodell sich komplett gewandelt. Die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder rund um den Bürgerbahn-Verein sind nicht mehr der Träger der Organisation und Durchführung, sondern, wie in der Vergangenheit häufig gefordert, ist "der Nahverkehr Rheinland maßgeblich im Boot", merkt Blindert an. Der Nahverkehr Rheinland GmbH ist der Aufgabenträger des Zweckverbandes, der den Personennahverkehr im Verkehrsverbund Rhein Sieg (VRS) organisiert, durchführt und finanziert. So auch im Falle der Eifel-Bördebahn. "Der jetzige Betrieb auf der Bördebahn ist bereits ein offizieller, bestellter Verkehr, der somit vom ursprünglichen mehr touristischen Konzept der Bürgervereine abweicht und einen ersten Meilenstein auf dem Weg zur Reaktivierung darstellt". Damit befinde sich der Betrieb auf der Bahnstrecke in der ersten von drei Ausbaustufen dem sogenannten "Startbetrieb". Der "Vorlaufbetrieb" mit Ausweitung der Fahrten auf alle Wochentage ab Fahrplanwechsel 2018 und der "Vollausbau" ab frühestens 2020 mit neuen Haltestellen u.a. in Euskirchen-Elsig sind die weiteren Schritte.

Bevor der Vollausbau erreicht werden kann, sind jedoch Investitionen in die Bahnstrecke notwendig. Bereits im Startbetrieb sind Mittel für die Infrastrukturanpassung der in die Jahre gekommenen Bahnübergänge und Bahnsteige in Höhe von 4,9 Millionen Euro durch den NVR zugesagt. Für die technischen Belange der weiteren Planungen erläuterte
Dipl.-Ing. Alfred Berrisch (Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren) die weiteren Details. Der "wunde Punkt" der Infrastrukturplanung sind immer wieder die vielen Bahnübergänge entlang der Eifel-Bördebahn, die mit erster Priorität angegangen werden sollen, um einen Fahrzeitgewinn zu erzielen und die Bahnverbindung attraktiver zu machen. Aber auch erneuernder Gleisbau und die Ertüchtigung der Haltepunkte entlang der Strecke sind schon im jetzigen Startbetrieb notwendig. Im Moment befinde man sich im Vergabeverfahren für die ersten Planungsleistungen. Auch der Betrieb ab Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 war europaweit ausgeschrieben und wurde für zwei Jahre an die Rurtalbahn GmbH aus Düren vergeben.

Kostenbeteiligung für die Stadt Zülpich


Die Stadt Zülpich wird in Zukunft mit anteiligen Kosten bei der Erneuerung von Bahnübergängen rechnen müssen, da sich auf dem Gemeindegebiet sechs Bahnübergänge befinden, bei denen die Stadt Zülpich "Baulastträger Straße" in der Verantwortung ist.
Das Eisenbahnkreuzungsgesetz regelt im Falle einer nötigen Erneuerung eines Bahnüberganges durch eine Drittelung die Kostenübernahme zwischen der Bahn, dem Kreis und der Gemeinde. Alfred Berrisch führt detailliert aus, dass "dieses Kostendrittel der Stadt Zülpich in Höhe von durchschnittlich 55.000 Euro pro Bahnübergang aber wiederum zu 70% durch die Bezirksregierung förderungsfähig ist". Weiterhin stellte Alfred Berrisch klar, dass sich die Investitionen, die in den nächsten zwei Jahren in die Bördebahn fließen, in der Summe deutlich höher summieren, wenn man begleitende Maßnahmen wie z.B. den Neubau der B 56n oder andere Bezuschussungen durch den NVR hinzurechne. Alles zusammen seien dies bereits knapp 11 Millionen Euro und somit "ein dicker Pfahl, den man eingeschlagen habe", um die Strecke endgültig zu reaktivieren.

Bahn und Bus sollen verzahnt werden


Mit einer deutlichen Ausweitung des Betriebes ab 2018 ist vorgesehen, die jetzt bestehenden Buslinien besser mit der Bahn zu verzahnen. Derzeit fahren die Linien 298 und der Schnellbus SB98 noch parallel zur Bördebahn. Mit dem Bahnbetrieb an Wochentagen sollen erste Fahrten der Busse verlegt und auf die Bahn verlagert werden. Park+Ride Anlagen sind in Zülpich und Vettweiß geplant. In Endzustand soll die Fahrtzeit zwischen den Kreisstädten 35 Minuten betragen.

Keine Beteiligung der Gemeinden an Betriebskostendefiziten


Die Frage eines Ausschussmitgliedes nach einer Beteiligung der Stadt Zülpich an möglich Betriebsdefiziten des Bahnbetriebes konnte Achim Blindert klar verneinen. Der Nahverkehr Rheinland erhebt keine Kostenumlage für den Schienenpersonennahverehr und finanziert den Schienenverkehr eigenständig aus Regionalisierungsmitteln, die der Zweckverband vom Land Nordrhein-Westfalen erhält.
Das lange Verhandeln um die Zukunft der Eifel-Bördebahn zeigt nun, wenn auch in kleinen Schritten, tatsächlich erste Erfolge.
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