46-Jährige aus Karlsruhe ergriff die Chance, einer Leukämiekranken Hoffnung auf Heilung zu geben

Bettina Werle spendete Knochenmark für eine Leukämiekranke
 
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Zaisenhausen: Rathaus |

Es ist die Geschichte von zwei Frauen, die eine in Deutschland, die andere in Frankreich: Sie waren weder verwandt, noch haben Sie sich jemals gesehen oder gesprochen. Es gibt zwei Dinge, die beide Frauen verbinden: Das eine ist die genetische Zusammensetzung ihrer DNA. An einem winzig kleinen Abschnitt dieses Erbgutstrangs gibt es eine Übereinstimmung. Und das zweite ist ein Brief – ein Dankesbrief einer Leukämiekranken Frau aus Frankreich an die Frau aus Deutschland, die ihr mit einer Stammzellspende die Hoffnung auf Leben gegeben hat.

Die Geschichte beginnt 1997: „Es war schon immer ein Gedanke von mir, mich typisieren zu lassen. Dann fand eine Aktion in der Nähe statt und da hab ich die Möglichkeit ergriffen und mich als Stammzellspenderin bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen“, beginnt Bettina Werle, gebürtig aus dem Kreis Birkenfeld, ihre Erzählung. Dort gibt es seit fast 30 Jahren Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei – Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oftmals reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung aber nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung – manchmal eine letzte Chance. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt – jemand wie Bettina Werle.

Nach sieben Jahren bekam sie den Anruf: Eine Leukämiepatientin aus Frankreich benötigte dringend eine Stammzellspende von Bettina Werle. Die Mutter von zwei Söhnen war sofort bereit zu helfen. Für die begeisterte Tänzerin und gelernte Sekretärin war es keine Frage, ob sie spenden würde: „Ich wollte den nächsten Schritt machen. Ich hab mich schließlich registrieren lassen, um helfen zu können.“

Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Diese Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm – niemals aus dem Rückenmark. Die zweite Möglichkeit ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Bettina Werle wurde damals wegen des Zustandes der Empfängerin um eine Knochenmarkspende gebeten. Über die Art der Spende entscheidet allein der Stammzellspender, aber Bettina Werle war auch dazu bereit: „Ich hatte einen ordentlichen Muskelkater und eine Zeitlang niedrige Eisenwerte, aber das ist mit dem, was die Patientin erlebt hat, nicht zu vergleichen.“

Denn in Frankreich wurde die Patientin parallel zur Spenderin in Deutschland auf die Transplantation vorbereitet. Ihr Immunsystem wurde komplett ausgeschaltet – durch Bestrahlung oder/und Chemotherapie. Eine Therapiephase, die sehr belastend ist. Nachdem in Deutschland die Entnahme erfolgt ist wurde das Transplantat auf schnellstem Weg zur Patientin gebracht und übertragen. Einige Wochen nach der Knochenmarkentnahme erhielt Bettina Werle einen Brief von ihrer Empfängerin aus Frankreich.

Die Kontaktaufnahme zwischen Spender und Empfänger ist in den unterschiedlichen Ländern unterschiedlich geregelt. In Frankreich ist normalerweise kein Kontakt zwischen beiden möglich – anders als in Deutschland. Ausnahme: Der Patient ergreift die Initiative. So war es auch bei der Patientin, für die Bettina Werle gespendet hat. Es war ein Dankesschreiben dafür, dass Bettina Werle sich für das Leben der Patientin und ihre Gesundheit eingesetzt hat. Dem Brief lagen das Lieblingsparfüm und die Lieblingsseife der Frau bei. Bettina Werle erzählt: „Sie schrieb, dass nachdem ich ihr ein Stückchen von mir gegeben habe, sie mir etwas von sich schenken möchte, was sie mag – ihren Lieblingsduft.“

Zwei Jahre nach der Transplantation verstarb die Empfängerin. Die 46-jährige Bettina Werle hat den Moment, in dem sich ihre beiden Lebenswege für kurze Zeit berührt haben, nicht vergessen: „Ich denke ab und zu an die Spende zurück und kriege immer noch Gänsehaut, wenn ich den Brief lese. Ich bin froh, dass ich es getan habe! Ich war natürlich traurig darüber, dass es die Patientin nicht geschafft hat. Aber immerhin konnte ich ihr noch etwas Zeit schenken.“


Jeder kann helfen!


Seit fast 30 Jahren plädieren Emil und Hiltrud Morsch, Gründer der Stiftung, aber für eine verbesserte Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen. Ihr Sohn, der 16 jährige Stefan Morsch aus Birkenfeld erkrankte Anfang der achtziger Jahre an Leukämie. Als erstem Europäer wurde ihm 1984 fremdes Knochenmark übertragen. Der Junge überlebte jedoch die Nachsorge nicht. Das ist für Emil und Hiltrud Morsch der Grund, warum die Stiftung nicht nur immer wieder für die Registrierung als Stammzellspender wirbt, sondern auch Patienten ihre Hilfe anbietet. Aus eigener Erfahrung weiß Emil Morsch, welche Komplikationen bei der Therapie auftreten können, aber auch welche finanziellen und psychischen Folgen die Patienten und deren Angehörige belasten. „Deshalb sind wir als Stiftung auch für die Patienten da – in jeder Frage.“

Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung findet man auf der Internetseite (www.stefan-morsch-stiftung.de). Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Homepage auch Online registrieren zu lassen. Über den Button „Online-Registrierung“ auf der Startseite kann man sich eingehend informieren, die Einverständniserklärung ausfüllen und sich ein Entnahmeset zuschicken lassen – entweder eine kleine Blutprobe oder einen Abstrich der Mundschleimhaut. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine Blutprobe entnehmen zu lassen oder den Wangenabstrich durchzuführen. Dieses Päckchen wird dann einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet.

Informationen zur Stammzellspende finden Sie unterwww.stefan-morsch-stiftung.de oder unter der gebührenfreien Hotline: 0800/ 76 67 724
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